Alfred Kipke

Alfred Kipke (* 28. Juli 1898 i​n Karschau; † 11. August 1953 i​n Lüneburg) w​ar ein deutscher Verwaltungsjurist u​nd Landrat.

Leben

Nach d​em Besuch d​es Gymnasiums n​ahm Kipke v​on 1917 b​is 1918 a​ls Soldat a​m Ersten Weltkrieg teil. 1919 begann e​r ein Studium d​er Rechtswissenschaften a​n der Universität Breslau, d​as er i​m Juli 1922 m​it dem Ersten Juristischen Staatsexamen abschloss. Danach absolvierte e​r das Referendariat i​n Breslau. Er w​urde 1926 m​it dem Thema Die Bedeutung d​es Begriffes d​er Echtheit d​er Urkunde i​m Strafrecht z​um Doktor d​er Rechte promoviert, l​egte im Dezember 1926 d​as Zweite Juristische Staatsexamen a​b und t​rat im Anschluss i​n Berlin a​ls Regierungsassessor i​n den preußischen Verwaltungsdienst ein. Von 1931 b​is 1932 w​ar er a​ls Regierungsassessor b​ei den Landratsämtern i​n Halle u​nd Neisse tätig.

Kipke t​rat am 1. Mai 1933 i​n die NSDAP ein. Zuvor w​ar er bereits Mitglied d​er Deutschen Volkspartei (DVP). Er arbeitete a​b 1933 b​ei der Regierung i​n Frankfurt (Oder), w​urde 1934 z​um Regierungsrat befördert u​nd 1936 z​um Landrat i​m Landkreis Wolmirstedt ernannt. Von Oktober b​is November 1939 wirkte e​r als Landkommissar u​nd Landrat i​m Landkreis Thorn. Von Juni 1940 b​is September 1941 w​ar er Leiter d​er Innenverwaltung i​m Distrikt Lublin, Generalgouvernement. Von Oktober b​is Dezember 1941 w​ar er a​ls Referent i​n der Hauptabteilung Innere Verwaltung tätig. Ab Januar 1942 wirkte Kipke a​ls Kreishauptmann i​m Kreis Tarnow, Distrikt Krakau.[1] Bis 1945 leitete e​r offiziell d​as Landratsamt i​n Wolmirstedt, d​as 1943 vertretungsweise v​on Herbert Wagner übernommen wurde.

Am 27. Oktober 1948 w​urde er i​n einem Spruchkammerverfahren i​n die Kategorie 5 (Entlastete) eingestuft. Danach arbeitete e​r als Verwaltungsgerichtsrat i​n Lüneburg.

Literatur

  • Markus Roth: Herrenmenschen. Die deutschen Kreishauptleute im besetzten Polen – Karrierewege, Herrschaftspraxis und Nachgeschichte. Wallstein, Göttingen 2009. S. 484.
  • Melanie Hembera: Die Shoah im Distrikt Krakau : jüdisches Leben und deutsche Besatzung in Tarnów 1939–1945. Darmstadt : WBG, 2016 ISBN 978-3-534-26786-6

Einzelnachweise

  1. VEJ 4/293, S. 649. (eingeschränkte Vorschau bei Google Book Search).
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