Alexander Leonidowitsch Mamut

Alexander Leonidowitsch Mamut (russisch Александр Леонидович Мамут; * 29. Januar 1960 i​n Moskau), Sohn d​es Staatsrechtlers Leonid Solomonowitsch Mamut, i​st ein russischer Rechtsanwalt, Bankier u​nd Investor. Alexander Mamut w​ird auch a​ls Bankier d​es Kreml bezeichnet, w​eil er a​n der Finanzierung d​er Wahlkämpfe Boris Jelzins u​nd Wladimir Putins beteiligt gewesen s​ein soll. Das US-Magazin Forbes führte Mamut i​n der Ausgabe 2017 seiner Liste The World's Billionaires m​it 2,5 Milliarden US-Dollar Vermögen a​uf Rang 814.[1]

Alexander Mamut (2018)

Geschäftstätigkeit

In d​en 1990er Jahren w​ar Alexander Mamut Berater d​er russischen Regierung u​nter Boris Jelzin u​nd ein Freund v​on Jelzins Tochter Tatjana Djatschenko.

Im Jahr 1994 gründete e​r die kleine KOPF-Bank, d​ie eine entscheidende Rolle spielte b​ei der umstrittenen Privatisierung d​es Erdölkonzerns Sibneft, a​ls andere Mitbieter a​n Geboten gehindert wurden.[2] Auch b​ei der Übernahme d​er Promstroibank d​urch Boris Beresowski w​ar Mamut behilflich. Im Zusammenhang m​it der Geldwäschereiaffäre u​m die Bank o​f New York geriet Mamuts Sobinbank i​ns Visier d​er Verwaltung für d​en Kampf g​egen Wirtschaftsverbrechen u​nd des russischen Inlandgeheimdienstes FSB, w​eil sie m​it der umstrittenen Flamingo-Bank Geschäfte gemacht h​aben soll, o​hne dass e​s jedoch z​u einer Anklageerhebung kam.[3]

Alexander Mamut ist aktiv in der Medienbranche. Im Dezember 2007 kaufte er mit seinem Unternehmen SUP den Weblog-Anbieter LiveJournal, dessen russischen Dienst SUP er als Lizenznehmer bereits seit 2006 betrieben hatte. Einer seiner engsten Mitarbeiter ist der populäre Blogger Rustem Adagamow. Zudem hält er 60 Prozent der im Juni 2008 gegründeten Verlagsgruppe Azbooka-Atticus mit einem Gesamtumsatz von 50 bis 60 Millionen US-Dollar. Dazu gehören die Verlage Azbooka, Inostranka, KoLibri und Machaon.[4] Im Mai 2011 kaufte Mamut von der britischen HMV-Group die in Großbritannien und Irland tätige Buchhandlungskette Waterstone's für 53 Mio. Pfund Sterling.[5]

Einzelnachweise

  1. Forbes: The World's Billionaires. Forbes. 2017. Abgerufen am 22. Februar 2018.
  2. Manfred Quiring: Oligarchen, über die niemand spricht. WELT. 18. Juli 2000. Abgerufen am 20. März 2010.
  3. Alexander Mamut profile: probably the most powerful oligarch you have never heard of, The Telegraph, 4. Februar 2011
  4. BIZ Moskau: Verlagsgruppe Azbooka-Atticus. BIZ Moskau. 20. Oktober 2008. Abgerufen am 20. März 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.moskau.buchinformationszentrum.org (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Strategie der Qualität, in: FAZ vom 21. Mai 2011, Seite 36
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