Wilhelm Busch (Agrarwissenschaftler)

Wilhelm Busch (* 8. Dezember 1901 i​n Recklinghausen; † 25. Dezember 1998 i​n Rostock[1]) w​ar ein deutscher Agronom u​nd Hochschullehrer.

Leben

Busch studierte Landwirtschaft a​n der Landwirtschaftlichen Hochschule i​n Hohenheim,[1] a​n der Universität Göttingen u​nd an d​er Landwirtschaftlichen Hochschule i​n Bonn-Poppelsdorf. 1926 beendete e​r das Studium a​ls Diplomlandwirt. 1930 w​urde er promoviert[1] u​nd arbeitete anschließend a​ls Wissenschaftlicher Assistent a​n der Universität Bonn, w​o er s​ich 1935 habilitierte.[1] Busch w​ar ab 1. Mai 1933 Mitglied d​er NSDAP (Mitgliedsnummer 2.095.762), v​on 1933 b​is 1937 w​ar er daneben i​n der SA. Busch w​ar von 1939 b​is 1941 NS-Dozentenbundführer a​n der Universität Bonn.[1] 1942 ernannte m​an ihn z​um ordentlichen Professor für Agrarwesen u​nd Agrarpolitik.[1] Von 1942 b​is 1945 w​ar er Direktor d​es Instituts für landwirtschaftliche Betriebslehre i​n Riga.[1]

Nach d​em Zweiten Weltkrieg w​ar arbeitet e​r zunächst a​ls Bauer, d​ann von 1947 b​is 1950 Schriftleiter i​m Verlag Parey.[1] Ab Ende 1950 bekleidete Busch d​ie Stelle e​ines ordentlichen Professors[1] a​n der Hochschule für Gartenbau u​nd Landeskultur Hannover, d​ie 1952 i​n die TH Hannover eingegliedert wurde.[2] Dort amtiert e​r von 1961 b​is 1963 a​uch als Prorektor.[3]

Schriften (Auswahl)

  • Die Entwicklung von Organisation des landwirtschaftlichen Rechnungswesens in Dänemark: ein Mittel zur wirtschaftlichen und kulturellen Hebung der Landwirtschaft. Fieseler, Bonn 1929.
  • Die Landbauzonen im deutschen Lebensraum. Ulmer, Stuttgart, 1936.
  • Das Gefüge der westfälischen Landwirtschaft. Aschendorff, Münster (Westf.) 1939 (Veröffentlichungen des Provinzial-Instituts für Westfälische Landes- und Volkskunde. Reihe 1, Wirtschafts- und verkehrswissenschaftliche Arbeiten; 2).
  • Die deutsche Ernährungswirtschaft. Bonner Universitäts-Buchdruck, Bonn 1940 (Kriegsvorträge der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn am Rhein; 16).
  • Die Leistungssteigerung der deutschen Landwirtschaft seit 1800. Bonner Universitäts-Buchdruck, Bonn 1941 (Kriegsvorträge der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn am Rhein; 44).
  • Raumordnung durch landwirtschaftliche Umsiedlung in der Rheinprovinz. Koehler, Leipzig 1943 (Berichte zur Raumforschung und Raumordnung; 9).
  • Betrachtungen zu den Standorten des europäischen Gartenbaues. Zentralverband des Deutschen Gemüse-, Obst- und Gartenbaues, Bonn 1954.
  • Landwirtschaftliche Betriebslehre. Girardet, Essen 1958.
  • zusammen mit Harmen Storck: Der Gartenbau in der Wirtschaft Westeuropas. Georgi, Aachen 1958.
    • Bd. 1: Erzeugung, Aussenhandel und Verbrauch von nicht der Ernährung dienenden Gartenbauerzeugnissen.
  • Hrsg.: Betriebswirtschaftliche Begriffe im Gartenbau. Parey, Hamburg u. a. 1961.
  • Entwicklungstendenzen und Strukturverschiebungen im westdeutschen Obstbau und am westeuropäischen Obstmarkt. Landwirtschaftsverlag, Hiltrup b. Münster (Westf.) 1965 (Landwirtschaft – angewandte Wissenschaft. Sonderheft Gartenbau; 41) (Beraterheft / Arbeitskreis Betriebswirtschaftliche Beratung im Gartenbau; 6).
  • Marktstruktur, Preisbildung und Handelsspannen bei Obst und Gemüse einschließlich Konserven in der Bundesrepublik Deutschland. Forschungsgesellschaft für Agrarpolitik und Agrarsoziologie, Bonn 1966 (Schriftenreihe der Forschungsgesellschaft für Agrarpolitik und Agrarsoziologie; 165).
  • zusammen mit L. Schmidt-Sagody: Gutachten über die Zugehörigkeit des Gartenbaues zur Landwirtschaft: der Gartenbau, ein Zweig der Urproduktion. Landwirtschaftsverlag, Hiltrup b. Münster (Westf.) 1968.
  • Taxationslehre für Landwirtschaft und Gartenbau. Parey, Hamburg u. a. 1969.
  • Standortorientierung des Gartenbaues: Bestimmungsgründe und Verhältnisse in der BR Deutschland. Institut für Gartenbauökonomie der Technischen Universität Hannover, Hannover 1974 (Forschungsberichte zur Ökonomie im Gartenbau; 20).
  • Gärtnerische Unternehmen heute, morgen. Zentralverband Gartenbau, Bonn-Bad Godesberg 1975.
  • Die Lenkungsaufgaben im gärtnerischen Betrieb: ihr Erkennen, Gestalten und Vollziehen. Parey, Hamburg u. a. 1977 (Betriebs- und Marktwirtschaft im Gartenbau; 5), ISBN 3-489-60122-X.
  • Die Standorte des Gemüsebaus in Westeuropa: eine Studie. Institut für Gartenbauökonomie der Technischen Universität Hannover, Hannover 1980 (Forschungsberichte zur Ökonomie im Gartenbau; 34).

Literatur

  • Michael Jung: Eine neue Zeit. Ein neuer Geist? Eine Untersuchung über die NS-Belastung der nach 1945 an der Technischen Hochschule Hannover tätigen Professoren unter besonderer Berücksichtigung der Rektoren und Senatsmitglieder. Hrsg. v. Präsidium der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2020, ISBN 978-3-7319-1082-4 (vollständig als PDF-Dokument), S. 145f.
  • Rudolf Vierhaus Deutsche Biographische Enzyklopädie, Brann - Einslin: Ausgabe 2, Walter de Gruyter, Seite 244-245
  • Michael Grüttner Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik Wilhelm Busch (1901–1998)

Einzelnachweise

  1. Rudolf Vierhaus Deutsche Biographische Enzyklopädie, Brann - Einslin: Ausgabe 2, Walter de Gruyter, Seite 244-245
  2. Katrin Hirte: gewolltes Nichtwissen und Geschichtsschreibung
  3. Michael Jung : EINE NEUE ZEIT. EIN NEUER GEIST? uni-hannover.de
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