Werner Marienfeld (Pfarrer)

Werner Siegfried Marienfeld (* 6. Juni 1908 i​n Talskeim, Kreis Bartenstein; † 20. Mai 1989 i​n Dortmund[1]) w​ar ein evangelischer Pfarrer.

Leben

Pastor Marienfeld t​rat um 1934 s​eine erste Pfarrstelle i​n der Mariä-Geburt-Kirche i​n Wielitzken beziehungsweise Wallenrode, Kreis Treuburg, an. Dort lehnte e​r die Übernahme d​es Führerprinzips a​b und wandte s​ich der Bekennenden Kirche zu. Diese Pfarrstelle h​atte er b​is 1938 inne.[2]

Er f​iel während d​er Jahre 1945 b​is 1948 d​urch seinen menschlich-seelsorgerischen Beistand i​n Sibirien auf, a​ls er s​ich um verschleppte Frauen, Mädchen u​nd „Jungens“ kümmerte. Hierzu i​st im Jahre 1979 d​ie Broschüre Verschleppt (Frauen u​nd Mädchen v​on Ostpreußen n​ach Sibirien verschleppt) i​n Zusammenarbeit m​it seinen damaligen Leidensgefährten herausgegeben worden.

1949 w​ar er Pfarrer d​er St. Katharinen-Gemeinde i​n Brandenburg a​n der Havel. Im September 1953 f​loh er n​ach West-Berlin, nachdem i​hm eine Beteiligung a​m Aufstand v​om 17. Juni 1953 vorgeworfen wurde.[3]

Kurz darauf übernahm e​r eine Pfarrstelle i​n Dortmund-Marten. Hier entspann s​ich um 1954 e​in Streit u​m Bekenntnisschulen u​nd Christliche Gemeinschaftsschule, i​n denen a​uch Marienfeld mitwirkte.[4]

Am 27. Juli 1964 w​ar er Gründungsmitglied d​er Gemeinschaft evangelischer Ostpreußen e. V. i​n Leverkusen.

Von 1974 b​is 1984 w​ar er Schatzmeister u​nd stellvertretender Vorsitzender d​er Stiftung Ostpreußen.[2]

Auszeichnungen

Schriften

  • Evangelische Kirche, wohin? Gedanken zur Theologie der Revolution, Evang. Notgemeinschaft in Deutschland e. V. Sachsen bei Ansbach 1975
  • Gemeinschaft Evangelischer Ostpreußen e.V.: Uns ward aber dennoch geholfen. Predigten und Andachten ostpreußischer Pfarrer., bearbeitet von Hans Hermann Engel und Werner Marienfeld, Rautenberg, Leer 1984

Literatur

  • Ernst-August Marburg: Er war ein treuer Hirte seiner Herde. (PDF) In: Ostpreußenblatt. 3. Juni 1989, S. 23, abgerufen am 23. August 2018.
  • Hermann-Ulrich Koehn: Werner Marienfeld (1908–1989). Ein aus Ostpreußen stammender Dortmunder Pfarrer engagiert sich in der Vertriebenenfrage. In: Kirche im Revier. 24, 2011.

Einzelnachweise

  1. Traueranzeige. (PDF) In: Ostpreußenblatt. 3. Juni 1989, S. 22, abgerufen am 23. August 2018.
  2. Traueranzeige. (PDF) In: Ostpreußenblatt. 10. Juni 1989, S. 18, abgerufen am 23. August 2018.
  3. Gisa Bauer: Evangelikale Bewegung und evangelische Kirche in der Bundesrepublik Deutschland: Geschichte eines Grundsatzkonflikts (1945 bis 1989), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012; Christian Halbrock: Evangelische Pfarrer der Kirche Berlin-Brandenburg 1945–1961: Amtsautonomie im vormundschaftlichen Staat?, Lukas Verlag, 2004
  4. Hermann-Ulrich Koehn: Protestantismus und Öffentlichkeit im Dortmunder Raum 1942/43 – 1955/56: zur Interdependenz von Protestantismus und öffentlichem Leben in einer Zeit grundlegender politischer und gesellschaftlicher Umbrüche, Münster: Lit-Verlag 2008, ISBN 9783825809485, Seite 255 f.
  5. Benedikt Kranemann: Liturgie und Migration: Die Bedeutung von Liturgie und Frömmigkeit bei der Integration von Migranten im deutschsprachigen Raum, Kohlhammer 2012, S. 113
  6. Von Mensch zu Mensch. (PDF) In: Ostpreußenblatt. 1. Oktober 1983, S. 18, abgerufen am 23. August 2018.
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