Wassili Wassiljewitsch Nikitin (Flugzeugkonstrukteur)

Wassili Wassiljewitsch Nikitin (russisch Василий Васильевич Никитин, wiss. Transliteration Vasilij Vasil’evič Nikitin; * 1901; † 1955) w​ar ein sowjetischer Flugzeugkonstrukteur.

Leben

Nikitin studierte eigentlich Architektur, brachte s​ich aber d​ie Grundlagen d​es Fliegens selbst bei, a​ls er 1922 z​um Team v​on Dmitri Grigorowitsch stieß u​nd für verschiedene Grundkonzepte v​on Flugzeugen u​nd deren Beurteilung zuständig war.

1925 wechselte e​r zu Nikolai Polikarpow u​nd arbeitete für i​hn bis 1929, a​ls er z​um ZKB, d​em zentralen Entwicklungsbüro wechselte, w​o er b​is 1936 blieb.

Ab 1933 entwickelte e​r eigene Flugzeugentwürfe, s​o zusammen m​it Wladimir Schewtschenko d​ie Nikitin-Schewtschenko IS-1, Nikitin-Schewtschenko IS-2 a​uch als I-220 bekannt u​nd die Nikitin-Schewtschenko IS-4, a​lles Jagdflugzeuge m​it einziehbarer unterer Tragfläche. Die Entwürfe w​aren Flugfähig, konnten s​ich aber g​egen herkömmliche Entwürfe m​it Auftriebshilfen n​icht durchsetzen.

1939 b​is 1940 arbeitete Nikitin i​m OKB-30 b​ei Moskau, b​evor er 1941 Leiter v​on Seminaren z​ur Reparatur v​on Flugzeugen wurde. Am ZAGI beschäftigt e​r sich m​it Windkanaluntersuchungen u​nd der Aufarbeitung d​er entsprechenden Ergebnisse.

Nach d​em Zweiten Weltkrieg g​ing er i​n das Konstruktionsbüro v​on Nikolai Kamow u​nd wurde d​ort stellvertretender Generalingenieur.

Flugzeugkonstruktionen/Projekte

  • NW-1: Ein kleines einsitziges Sportflugzeug in Tiefdeckerausführung mit Tragflächenverstrebungen und leichtem Knickflügel.
  • NW-2: Eine Weiterentwicklung der NW-1 als Übungsflugzeug mit veränderten Tragflächen ohne Verstrebungen zum Rumpf. Ebenfalls durch einen M-11 ausgerüstet aber mit einziehbarem Fahrwerk versehen wurde die Maschine 1935 erprobt.
  • NW-2bis: Eine Weiterentwicklung mit Triebwerk MG-11.
  • UTI-5 (NW-2bis/MG-31): Modifizierte Ausführung der bis-Variante mit stärkerem Triebwerk MG-31.
  • UTI-6 (NW-6): Übungsflugzeug für den Kunstflug. War ein kleiner Doppeldecker, der im Auftrag der OSSOAWIACHIM im OKB-30 1939 gebaut wurde.
  • NW-5 (U-5, NW-5bis, U-5LSch): Zweisitziges Schulflugzeug in Doppeldeckerausführung, ähnlich der Polikarpow U-2 (Po-2) aber etwas kleiner, mit geschlossener Kabine. 1937 wurde das Flugzeug mit dem Triebwerk MG-40 vom Konstrukteur M. A. Kolossow fertig. Es konnten aber nicht genügend Triebwerke dieses Typs zur Verfügung gestellt werden. So rüstete man 1938 dieses Flugzeug auf M-11F um (NW-5bis). Bis Mitte 1939 wurden 5 Maschinen mit M-11 bzw. mit einem M-11G gebaut und als U-5 bezeichnet. Eine von diesen Maschinen wurde mit einem MG SchKAS ausgestattet (rechte untere Tragfläche) und zusätzlich wurden unter beiden unteren Tragflächen Startvorrichtungen für je 4 Raketen vom Typ RS-82 angebracht (U-5LSch – leichtes Schlachtflugzeug).
  • U-5bis: Es wurden 5 Flugzeuge mit Triebwerk M-11F bestellt und erfolgreich erprobt. Weitere 7 Maschinen sind gebaut und mit unterschiedlichen Triebwerken ausgestattet worden. Zur Serienproduktion kam es aufgrund des Zuschlags für Jakowlews UT-2 und Polikarpows U-2 nicht.
  • U-5-MG-31F (LSch): Diese U-5-Variante wurde durch den Moskauer Militärbezirk bestellt und von dessen Frontwerkstatt 1942 hergestellt. Als Triebwerk wurde ein MG-31F verwendet. Der obere Flügel wurde der Polikarpow I-153 entliehen. Das Flugzeug erreichte eine Geschwindigkeit von 272 km/h und wurde vorwiegend als leichtes Stabsflugzeug verwendet.
  • NW-4: Zweisitziges Doppeldecker-Seeflugzeug mit Mittelschwimmer, das Fahrwerk konnte ähnlich wie das der Grumman JF-1 seitlich in den unter dem Rumpf befindlichen Schwimmer eingefahren werden.
  • MU-4: Zweisitziges kleines Flugboot mit Triebwerk M-11F, 2 Exemplare wurden gebaut, Projekt wurde aber zugunsten der Schawrow Sch-2 aufgegeben.
  • Mu-5: MU-4 mit stärkerem Triebwerk MW-6 (Projekt)
  • IS-1: (IS – Istrebitjel skladnoj) Doppeldecker-Jagdflugzeug, landete und startete als Doppeldecker, da die unteren Tragflügel zum Streckenflug seitlich eingefahren werden konnten. Im Winter 1940 erfolgte die Fertigstellung des ersten Prototyps mit Triebwerk M-63.
  • IS-2: wie IS-1 aber mit stärkerem Triebwerk M-88 1941 fertiggestellt. Auch dieses Flugzeug ging nicht in Serienproduktion, da bereits zu diesem Zeitpunkt mehrere Jagdflugzeugtypen einfacherer Bauweise produziert wurden.

Quelle

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