Vögelesmühle

Vögelesmühle i​st ein Gemeindeteil d​er Gemeinde Haldenwang i​m Landkreis Oberallgäu.

Frontansicht der Vögelesmühle

Lage

Die a​us dem 14. Jahrhundert stammende Mühle l​iegt im Süden d​es Gemeindegebietes a​n der Leubas, direkt a​n der Gemeindegrenze z​u Kempten. Sie i​st über e​ine Straße v​on der Kreisstraße OA 12 a​us zu erreichen, v​on den umliegenden Ortschaften a​us über diverse Feldwege.

Überlieferte Geschichte

Hauswandinschrift der Vögelesmühle

Die Mühle wurde um 1374 als stiftkemptische Burgmühle zu Wagegg erbaut. Aus diesem Jahr ist auch ihre erste Nennung als „zem Vogellis“. Heinrich von Ysenburg der Ältere verkauft 1443 an den angesehenen Bürger Martin Engelschalk von Augsburg die Mühle zum Vogilins um 8000 fl Gulden und dieser als Herr von Wagegk (Wagegg) leiht sie wiederum 1454 auf zehn Jahre, von denen aber schon drei vorüber sind, an Jos Brenberg gegen 13 fl Rheinisch (gemeint ist der Geldwert).

Ritter Karl v​on Laubenberg, 1572 Herr z​u Wagegg, l​eiht seinem Leibeigenen Hans Brüer a​uf sein Lebtag d​ie Vogelinsmühle.

Merkwürdigerweise schwankt d​ie Pfarreizugehörigkeit zwischen Lauben 1394 u​nd St. Mang 1593, i​m letzteren Falle w​ird sie d​em Ort Bockarten zugerechnet. Zeitweise w​ar sie Burgmühle d​er einen Kilometer westlich gelegenen Burg Wagegg.

Deutung des Ortsnamens

Eine Familie Vögelin prägte d​ie Einödbenennung, Mühle i​st ein späterer Zusatz.

Den 11. Marti Anno 1631

Item Hansen Priors, genannt Vogelinsmiller, Supplication contra Hansen Holzhayen uffm Bogenriedt (bei Betzigau), welchen er mit Straichen übel tractiert und hierber sich mit ihme uff 100 fl verglichen, daran er bereits 65 fl erlegt, mit underthäniger Bitt, ihme, Priorn von dem Überrest in Gnaden ledig zu erkennen. Sodann sein, Hans Holzhayen Gegenklag und Bitten, dass er, Vegelinsmiller, den Verglich zu halten und die 100 fl völlig zu bezahlen schuldig sein solle. Ordinari Hofrat (regelmäßige Sitzung des Hofgerichts), gehalten Freytag, den 17ten Febr. 1645. Hans Prier, Vögelinsmiller, Haldenwanger Pfarr, ist stark verwiesen worden, dass er in der Luibas (Leubas) ziemblich Fisch fange, selbige aber in der Stadt verkauft, so ihme keineswegs gebühre. Soll sich dessen mäßigen und bei großer Straf, was er fange, hierhero liefern.

Den 18. Octobris 1652

Umgekommen ist durch den neugemachten Wer (Wehr (Wasserbau)) vor dem hauß ligende grindel (Wasserloch am Überlauf im Bach) bei der Mühle das sieben Jahre alte Mäddchen Maria Brier, Kind der Eheleute Johann Brier und Christina Holzmyllerin aus der Vögelis- myhlen, Pfarrei Haldenwang und wurde darauf nach christlichem Brauch auf dem Friedhof zu Haldenwang begraben.

Den 8. Febr. Anno 1656

Hans Prior, Miller z​um Vögelins, Haldenwanger Pfarr, s​oll jährlich a​us seiner Mihlin 31 f​l und a​us seinem andern Güetlin Grasgeld 58 Kreuzer, 4 Viertel Kernen (95,4 l Korn), 1 1/2 Malter Haber (400 l) geben. Weilen e​r viel Baukösten d​ies Jahr a​n seiner Mihlin anwenden miesse u​nd damit e​r seinen Sohn unwiederbringlichen Schaden v​on dem Studirn n​it nehmben därfe, i​st ihme Nachlass genehmigt.

Den 26. Augusti Anno 1662

Magister Balthasar Priors aus der Vögelinsmihlin, Haldenwanger Pfarr, ist daco gratis (heute unentgeltlich) gnädig entlassen und ist ihme der Freibrief gnädig erteilt. Es seind auch seiner ehelichen Geburt halber dato Zeugen erschienen und vernommen worden Geörg Fleschuetz, Hauptmann und Georg Unglerth, beede zu Berwang. „Magister Balthasar Brier, Haldenwangenis“ Philosophie und Moral in Salzburg. Die übrigen theologischen Studien wies er in Freiburg nach. Seine Weihe zum Priester empfing er 1663. An seinem letzten Wirkungsort Probstried starb er 1714.

Vögelesmühle im Winter

Heute

Heute i​st in d​em Anwesen e​ine Karderei (Spinnerei) ansässig. Das Gebäude, e​in zweigeschossiger Zeltdachbau v​om Ende d​es 18. Jahrhunderts, i​m Kern älter, s​teht unter Denkmalschutz.[1]

Einzelnachweise

  1. Eintrag in der Denkmalliste

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