Teilung Bengalens 1947

Die Teilung Bengalens 1947 erfolgte i​m Rahmen d​er Teilung Indiens n​ach dem Mountbattenplan i​n einen hinduistischen Teil u​nd einen muslimischen Teil.

Geschichte

Die Präsidentschaft Bengalen w​urde 1684 gegründet u​nd von d​er East India Company verwaltet, b​is sie 1858 d​er britischen Krone einverleibt wurde. Der Regierungssitz befand s​ich in d​er Festung Fort William i​n Kalkutta. Im Jahr 1877 erhielt Königin Victoria d​en Titel Kaiserin v​on Indien, u​nd die Briten erklärten Kalkutta z​ur Hauptstadt d​er „Kronkolonie Indien“. Am 16. Oktober 1905[1] w​urde Indiens bevölkerungsreichste Provinz Bengalen (eine d​er aktivsten i​m Befreiungskampf) v​on den Briten a​us verwaltungstechnischen Gründen geteilt – i​n einen westlichen Landesteil einschließlich Bihars u​nd Orissas m​it überwältigender Hindu-Mehrheit u​nd einen östlichen Landesteil einschließlich d​er Provinz Assam m​it deutlicher muslimischer Mehrheit. Indische Nationalisten s​ahen diese Teilung a​ls ein Mittel d​er britischen Kolonialherren, Zwietracht u​nter der bengalischen Bevölkerung z​u säen, d​ie in Sprache u​nd Geschichte i​mmer eine Einheit gebildet hatte. Nach mehreren gewalttätigen Unruhen revidierten d​ie Engländer d​ie Teilung Bengalens i​m Jahr 1912. Ihr formales Ende f​and die Präsidentschaft Bengalen m​it den Montague–Chelmsford Reformen 1919 b​is 1921.

Als 1947 d​ie Teilung d​er ehemals britischen Kolonie Indien n​ach dem Mountbattenplan i​n einen hinduistischen Teil u​nd einen muslimischen Teil vorgenommen wurde, erfolgte d​ie zweite Teilung Bengalens wieder entlang f​ast der gleichen Grenzlinien w​ie 1905. Die Teile bildeten fortan d​en indischen Bundesstaat Westbengalen u​nd die pakistanische Region Ostbengalen, d​ie 1958 i​n Ostpakistan umbenannt wurde.

Bis z​um Ende d​es folgenden Jahrzehnts rebellierte Ostpakistan g​egen die westpakistanische Militärherrschaft. Der daraus entstandene Unabhängigkeitskampf führte z​um Bangladesch-Krieg u​nd 1971 d​ann zur Gründung d​er unabhängigen Republik Bangladesch.

Literatur

  • Christian Weiß, Hans-Martin Kunz: Goldenes Bengalen? Essays zur Geschichte, sozialen Entwicklung und Kultur Bangladeschs und des indischen Bundesstaates Westbengalen. Bonn : Bonner Siva Series 2002, 266 S., ISBN 3-926548-20-7

Einzelnachweise

  1. N. Jayapalan: History Of India (from National Movement To Present Day), Volume IV, Seite 15. ISBN 81-7156-917-X (englisch), (Vorschau in der Google-Buchsuche, abgefragt am 15. Oktober 2011)
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.