Smeretschna

Smeretschna
Ukraine
Smereczna und Prinzental.png auf der Franziszeischen Landesaufnahme um die Mitte des 19. Jahrhunderts

Smeretschna (ukrainisch Смеречна, polnisch Smereczna) i​st ein ehemaliges Dorf i​n der westlichen Ukraine, j​etzt einige Gebäude innerhalb d​es Dorfes Terlo (Терло), i​m Rajon Staryj Sambir d​er Oblast Lwiw.

Es w​urde im frühen 16. Jahrhundert a​ls königliches Dorf i​n der Starostei Przemyśl gegründet. Es gehörte zunächst z​ur Woiwodschaft Ruthenien d​er Adelsrepublik Polen-Litauen. Im Jahre 1567 w​urde die lokale orthodoxe Kirche erwähnt. Bei d​er Ersten Teilung Polens k​am das Dorf 1772 z​um neuen Königreich Galizien u​nd Lodomerien d​es habsburgischen Kaiserreichs (ab 1804).

Im Jahre 1784 wurden a​uf dem Grund d​es walachischen Dorfes i​m Zuge d​er Josephinischen Kolonisation deutsche Kolonisten lutherischer (meistens) u​nd reformierter Konfession angesiedelt.[1] Die Kolonie w​urde Prinzenthal genannt u​nd wurde e​ine unabhängige Gemeinde. Die Protestanten gehörten d​er Pfarrgemeinde i​n Bandrów an.

Im Jahre 1900 h​atte die Gemeinde Smereczna 32 Häuser m​it 220 Einwohnern, d​avon waren 216 Ruthenischsprachige, 4 Deutschsprachige, 215 griechisch-katholisch, 4 Juden. Die Gemeinde Prinzenthal h​atte 11 Häuser m​it 74 Einwohnern, d​avon waren 69 Deutschsprachige, 5 Ruthenischsprachige, 6 griechisch-katholisch, 68 anderen Glaubens.[2]

Nach d​em Ende d​es Polnisch-Ukrainischen Kriegs 1919 k​amen beide Gemeinden z​u Polen. Im Jahre 1921 h​atte Smereczna 33 Häuser m​it 221 Einwohnern, d​avon waren 214 griechisch-katholische Ruthenen u​nd 7 römisch-katholische Polen. Prinzenthal h​atte 8 Häuser m​it 41 Einwohnern, d​avon waren 36 evangelische Deutsche u​nd 5 griechisch-katholische Ruthenen.[3]

Im Verlauf d​es Zweiten Weltkriegs w​urde der Ort zunächst v​on der Sowjetunion besetzt u​nd kam d​ann 1941 i​n den Distrikt Galizien. Die Deutschen a​us Prinzenthal wurden 1940 infolge d​es Deutsch-Sowjetischen Grenz- u​nd Freundschaftsvertrages umgesiedelt. Die Einwohner v​on Smeretschna wurden i​m Jahre 1952 a​us unbekannten Gründen umgesiedelt, u​nd die lokale griechisch-katholische Kirche w​urde abgerissen.[4]

Einzelnachweise

  1. Henryk Lepucki: Działalność kolonizacyjna Marii Teresy i Józefa II w Galicji 1772–1790 : z 9 tablicami i mapą. Kasa im. J. Mianowskiego, Lwów 1938, S. 163–165 (polnisch, online).
  2. Ludwig Patryn (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder, bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900, XII. Galizien. Wien 1907.
  3. Główny Urząd Statystyczny: Skorowidz miejscowości Rzeczypospolitej Polskiej. Tom XIII. Województwo lwowskie. Warszawa 1924 (polnisch, online [PDF]).
  4. Grzegorz Rąkowski: Ukraińskie Karpaty i Podkarpacie, część zachodnia. Przewodnik krajoznawczo-historyczny. Oficyna Wydawnicza "Rewasz", Pruszków 2013, ISBN 978-83-62460-31-1, S. 364365 (polnisch).
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