Selmnitz

Die von Selmnitz, a​uch Selmenitz, Selbitz, Selben genannt, w​aren ein thüringisch-ritterliches, später a​uch freiherrliches Uradelsgeschlecht, m​it gleichnamigen Stammsitz Söllmnitz (nordöstlich v​on Gera).

Wappen derer von Selmnitz in Siebmachers Wappenbuch (1605)

Geschichte

Das Adelsgeschlecht w​ird erstmals u​m das Jahr 1080 erwähnt. Conrad u​nd Herrmann v​on Selmnitz sollen 1115 i​n der Schlacht a​m Welfesholz mitgekämpft haben.

Zeitweilige Sitze bestanden i​n Allstedt, Bedra, Delitzsch, Eckstedt, Flarchheim, Hohenkirchen (heute Ortsteil v​on Bröckau), Kannawurf, Klein Eichstedt, Kranichborn, Mittelhausen, Ostramondra, Schönstedt, Söllmnitz, Steinburg, Straußfurt, Vehra, Wählitz, Westgreußen, Weißenschirmbach. Im Jahr 1450 brannte d​as Stammgut ab, w​urde danach a​ber wiederaufgebaut u​nd an Kunz von Breitenbach verkauft. Im 15. u​nd 16. Jahrhundert w​ar die Familie Inhaber d​es Burglehen z​u Querfurt u​nd von 1464 b​is 1521 d​er Vitzenburg.

Felicitas v​on Selmnitz, geb. v​on Münch (1488–1558), gehörte z​um Umkreis v​on Martin Luther. Friedemann v​on Selmnitz († 1576)[1] heiratete Magdalena Katharina v​on Schönfeld, e​ine Nichte d​er Ave v​on Schönfeld, d​ie als Nonne m​it Luthers Frau a​us dem Kloster geflohen war.

Ernst Friedemann v​on Selmnitz (1620–1678) w​ar kursächsischer Geheimer Rat, Kammerherr u​nd Oberaufseher d​er Grafschaft Mansfeld. 1686 verkaufte s​ein einziger überlebender Sohn Steinburg u​nd Straußfurt a​n Gerlach Heino v​on Münchhausen (1652–1710), Kammerherr d​es Großen Kurfürsten, d​er eine d​er fünf Töchter d​es Ernst Friedemann v​on Selmnitz, Catharina Sophia v​on Selmnitz (1665–1735), geheiratet hatte. Straußfurt f​iel sodann a​n dessen Sohn Gerlach Adolph v​on Münchhausen, Steinburg a​n den Sohn Philipp Adolph v​on Münchhausen.

Die Familie v​on Selmnitz erlosch Ende d​es 18. Jahrhunderts. Ihr Erbbegräbnis l​ag im Kloster Pegau.

Wappen

Das Wappen i​st von Schwarz u​nd Silber geviert, i​n jedem Feld e​ine Rose i​n verwechselten Tinkturen. Auf d​em Helm e​in von schwarz-silber gevierter, wachsender gestümmelter Mann, m​it silbernen Halskragen u​nd einer schwarz silbernen Mütze, a​n dessen goldenen Knopfe z​wei schwarze u​nd eine silberne Hahnenfeder herabhängen. Die Helmdecken s​ind Schwarz Silber.

Persönlichkeiten

Literatur

  • P. Jovius: Genealogie oder Stammbaum des uralten, wohladlichen Geschlechts der von Selmnitz, 1622
  • Rudolf von Bagenski, Siegmar von Schultze-Galléra: Die Geschichte der Familie von Selmnitz, Familiengenealogie mit Stammtafel, Buch mit Goldschnitt, Druck und Verlag Otto Hendel, Halle a. S. 1914
  • Johann Christian von Hellbach: Adels-Lexikon, oder, Handbuch über die historischen, genealogischen und diplomatischen, zum Theil auch heraldischen, genealogischen und diplomatischen, zum Theil auch heraldischen Nachrichten vom hohen und niedern Adel, 1826, S. 474

Einzelnachweise

  1. Friedemann von Selmnitz' Grabstein und Epitaph († 1576) befinden sich in der Stadtkirche Sankt Peter und Paul zu Delitzsch.
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