Saccharoseintoleranz

Die Saccharoseintoleranz (synonym Sucrase-Isomaltase-Mangel o​der Saccharose-Isomaltose-Malabsorption) gehört z​u den Nahrungsmittel-Intoleranzen u​nd ist e​ine zumeist autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselkrankheit, b​ei der d​er Haushaltszucker (Saccharose) n​icht vertragen wird. Nach d​er Aufnahme v​on Saccharose k​ommt es z​u Bauchschmerzen, Krämpfen, Durchfall u​nd Erbrechen.

Klassifikation nach ICD-10
E74.3 Sonstige Störungen der intestinalen Kohlenhydratabsorption
- Glukose-Galaktose-Malabsorption
- Saccharasemangel
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Formen

Unterschieden werden:

  • die primäre Form der Saccharose-Isomaltose-Malabsorption als eine seltene, vererbbare Stoffwechselkrankheit, die sich etwa ab dem sechsten Lebensmonat beim Kleinkind manifestiert, da hier durch die Beikost erstmals Zucker aufgenommen wird.[1] Es liegt hierbei ein Sucrase-Isomaltasemangel vor. Saccharose (Haushaltszucker) kann nicht oder nur gering im Dünndarm zu Traubenzucker aufgespalten werden. Die Saccharose gelangt daher vermehrt in den Dickdarm, wodurch es in Folge zu Bauchschmerzen, Bauchkrämpfen und Durchfall kommen kann. Die Häufigkeit liegt bei 0,2 % bis 0,05 %.[2]
  • die sekundäre, meist passagere Form als einer Malabsorption infolge einer akuten Darmentzündung oder anderer Erkrankungen des Dünndarms. Auch als Folge der Zöliakie kann die sekundäre Form auftreten.

Diagnose

Sicher diagnostiziert werden k​ann Saccharoseintoleranz zurzeit n​ur mit e​iner Dünndarmbiopsie m​it Bestimmung d​er Sucrase-Isomaltase-Aktivität i​m Gewebe d​es Dünndarms. Außerdem g​ibt es andere Untersuchungsmethoden w​ie den Wasserstoffatemtest n​ach der Einnahme v​on Disacchariden, d​ie aber n​icht beweisend für d​as Vorliegen e​iner Saccharoseintoleranz sind.

Therapie

Die Betroffenen wenden e​ine saccharosearme Diät an. Haushaltszucker w​ird durch Traubenzucker, Milchzucker u​nd Fruchtzucker ersetzt.

Einzelnachweise

  1. Was ist Saccharoseintoleranz? auf: nahrungsmittel-intoleranz.com.
  2. S. Uhrich, u. a.: Four Mutations in the SI Gene Are Responsible for the Majority of Clinical Symptoms of CSID. In: J Pediatr Gastroenterol Nutr. 2012 Nov; 55, Supplement 2, S. S34. PMID 23103650 (freier Volltextzugriff, engl.) (Memento des Originals vom 2. Juni 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.foodintolerances.org.

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