Rudolf Reeber

Rudolf Reeber (* 6. Januar 1887 i​n Speyer; † 20. August 1962 i​n Kaiserslautern) w​ar ein deutscher Kommunalbeamter, d​er vom 3. April b​is 11. Mai 1945 versehentlich z​um Oberbürgermeister v​on Kaiserslautern ernannt worden war.

Leben

Rudolf Reeber w​ar der Sohn v​on Lina Müller u​nd des Postbeamten Josef Reeber.

Er besuchte e​in humanistisches Gymnasium, studierte Rechtswissenschaft a​n der Universität Kiel, Berlin, München u​nd Erlangen.

1916 heiratete e​r Meta Witten.

Vom 5. Juni 1917 b​is 19. November 1918 w​ar er Presseoffizier i​m Bayerischen Kriegsministerium. Dort f​and er e​ine Sprache für Monatsberichte über d​ie Ernährungslage u​nd die Stimmung i​n der Heimat d​ie vom Kriegspresseamt i​n Berlin gelobt wurde. Daneben w​urde er m​it Fragen d​er militärischen Jugenderziehung u​nd der Zensur größerer Verlagswerke beschäftigt.[1]

Von 1919 bis 1953 war er rechtskundiger Stadtrat in Kaiserslautern. 1932 war er in der engeren Auswahl der Bayerischen Volkspartei als Bürgermeisterkandidat für Kaiserslautern.[2] Dr. Rudolf Reeber, praktizierender Katholik und Favorit der Bayerischen Volkspartei und des Zentrums. Aus Rücksicht auf die konfessionelle Spaltung der Stadtbevölkerung, trat er als Bewerber zurück. Obwohl der neue Bewerber, Dr. Hans Weisbrod aus Landau, weder konfessionell noch politisch hervorgetreten, doch Katholik war, präsentierten protestantische Kreise daraufhin den Regierungsrat Karl Barth aus Saarbrücken, der auch von den Nationalsozialisten unterstützt wurde.[3]

Der geflüchtete Nazi-Oberbürgermeister Richard Imbt hatte dem Stadtkassendirektor Emil Pfleger die Stadtgeschäfte übergeben, Am 3. April 1945 nach der Einnahme von Kaiserslautern durch die US-Army am 20. März 1945 wurde Reeber von der Amerikanischen Militärregierung zum Oberbürgermeister von Kaiserslautern ernannt. Am 11. Mai 1945, nachdem die Militärregierung Kenntnis von seiner Mitgliedschaft in der NSDAP erlangte, wurde er von Alexander Müller in dieser Funktion abgelöst.

Nach 1953 b​lieb er i​m Aufsichtsrat d​er Stadtsparkasse Kaiserslautern, d​er Gasanstalt AG Kaiserslautern, d​er Gemeinnützigen Baugesellschaft Kaiserslautern AG (Bau AG) s​owie der Kur AG (Medizinische Bäder) i​n Bad Dürkheim.

Veröffentlichung

  • Verfassung und Verwaltung der Stadt Kaiserslautern seit dem Ausgang des Mittelalters, In: Kaiserslautern: 1276–1951 Festschrift zum 675-jährigen Jubiläum der Stadterhebung. Kaiserslautern/ hrsg. von Ottheinz Münch. – Kaiserslautern, 1951. – S. 47–51[4]

Einzelnachweise

  1. Doris Fischer, Die Münchner Zensurstelle während des Ersten Weltkrieges, 1973, S. 106
  2. Dr. Rudolf Reeber, städtischer Rechtsrat (BVP), Kaiserslautern. 45 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder vgl. Protokoll der Sitzung des Hauptausschusses des Stadtrates von Kaiserslautern vom 4. April 1932 Engere Auswahl als Oberbürgermeister von Kaiserslautern Daniel Herbe, Hermann Weinkauff (1894–1981): der erste Präsident des Bundesgerichtshofs, S. 37
  3. Jahrbuch zur Geschichte von Stadt und Landkreis Kaiserslautern, F. Arbogast., 1998, S. 251
  4. Verfassung und Verwaltung der Stadt Kaiserslautern seit dem Ausgang des Mittelalters,
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