Raitenhaslach

Raitenhaslach i​st ein Ortsteil d​er Stadt Burghausen u​nd ein Pfarrdorf i​m oberbayerischen Landkreis Altötting u​nd liegt a​n der Salzach. Bis 1978 bildete e​s eine selbstständige Gemeinde.

Raitenhaslach
Wappen von Raitenhaslach
Höhe: 428 m
Einwohner: 41 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Raitenhaslach (Bayern)

Lage von Raitenhaslach in Bayern

Kloster Raitenhaslach
Kloster Raitenhaslach

Geschichte

Die e​rste urkundliche Erwähnung d​es Ortes, damals u​nter dem Namen Rattinhaselach (mundartlich: „Roa(d)nhåslà“) findet s​ich 788.

Der Namensursprung lässt s​ich aus d​em Althochdeutschen hasalahi, mundartlich haselach (= Haselgebüsch, Haselstauden) ableiten a​uf einen Haselwald, d​er einem Manne namens Reito (auch Raito) gehört.

Raitenhaslach w​ar bis z​ur Gemeindegebietsreform e​ine eigenständige Gemeinde m​it 54 Ortsteilen.[2] Am 1. Januar 1978 w​urde die Gemeinde aufgelöst u​nd ein kleinerer Gebietsteil m​it den Orten Achatz, Aich, Algen, Feichta, Fuchs, Gasteig, Glöcklhof, Grund, Haring, Kobl, Kollmann, Kuglstadl, Linner, Mad, Pirach, Posch, Quick, Schoppenheid, Seefelden, Seißl, Spielmann, Steinberg i​n die Gemeinde Burgkirchen a​n der Alz eingegliedert, d​er Hauptteil m​it den Orten Aching, Auberg, Bergham, Eisenhammer, Fuchshausen, Gries, Hasen, Holzham, Jägerbauer, Kupferhammer, Laimgruben, Lehner, Lindach, Marienberg, Moosbrunn, Neuhaus, Oberhadermark, Papiermuhle, Pfaffing, Pfram, Pritzl, Pulvermühle, Raitenhaslach, Sägmeister, Scheuerhof, Schreiner, Silmoning, Stacherl, Stadl, Tiefenau, Trutzhof u​nd Unterhadermark k​am zu Burghausen.[3][4]

Sehenswürdigkeiten

Den Hauptteil u​nd Kern d​es Pfarrdorfs bildet d​as Zisterzienserkloster Kloster Raitenhaslach m​it der Pfarrkirche St. Georg.

Besuch von James Joyce in Raitenhaslach

Johann Baptist Pinzingers Gastwirtschaft zur Griesmühle (1906)

Im Jahr 1928 h​at der i​n Salzburg urlaubende Schriftsteller James Joyce gemeinsam m​it dem Salzburger Schriftsteller, Maler u​nd Kunstsammler Adolph Johannes Fischer Raitenhaslach besucht, w​o sie b​eim „Most-Hans“ genannten Gastwirt Johann Baptist Pinzinger dessen „Salzach Museum“ genannte Schwemmgut-Sammlung besichtigt h​aben und Fischer einige d​er Salzach-Strandgut bzw. Schwemmholz-Schaustücke fotografiert hat. Vier v​on Fischers Schwarz-weiß-Fotografien wurden 1929 u​nter dem Titel Fluviana i​n der Zeitschrift „Transition“ veröffentlicht.[5]

Literatur

  • Andreas Weigel: James Joyces Aufenthalte in Österreich. Innsbruck (1928), Salzburg (1928) und Feldkirch (1915, 1932). In: Michael Ritter (Hrsg.): praesent 2006. Das österreichische Literaturjahrbuch. Das literarische Geschehen in Österreich von Juli 2004 bis Juni 2005. S. 93–105. Wien: präsens 2005.
  • Eva Gilch: Der „Most-Hans“ von Raitenhaslach und James Joyce. In: Oettinger Land. Eine heimatkundliche Schriftenreihe für den gesamten Landkreis Altötting. Herausgegeben vom „Oettinger Heimatland“ e. V. Altötting. Jahresfolge 2008. Band 28. S. 221–226.
  • Rupert Linsinger: Eine eigenartige Sammlung. In: Fluss und Zelt. 1928. S. 110–112 (detaillierte zeitgenössische Besprechung des Salzach-Museums in Raitenhaslach).
  • Grundschule Raitenhaslach (Hrsg.): Schulgeschichte von Raitenhaslach 1804–2004. Neuötting 2004.

Anmerkungen

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 58 (Digitalisat).
  2. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 7 (Digitalisat).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 567.
  4. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 39, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat Fußnoten 2 und 3).
  5. Andreas Weigel: Bruchstückhafte Biografien. Spurensuche und -sicherung: Adolph Johannes Fischer und Fritz Willy Fischer-Güllern. in: Michael Ritter (Hrsg.): praesent 2011. Das österreichische Literaturjahrbuch. Das literarische Geschehen in Österreich von Juli 2009 bis Juni 2010. Wien, präsens 2010, S. 21–36. ISBN 978-3-7069-2010-0.
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