Nexdorf

Nexdorf (niedersorbisch: Něgojce) i​st ein Ortsteil d​er Stadt Doberlug-Kirchhain i​m südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster.

Nexdorf
Höhe: 93 m
Einwohner: 190
Eingemeindung: 31. Oktober 2001
Postleitzahl: 03253
Vorwahl: 035327
Nexdorf (Brandenburg)

Lage von Nexdorf in Brandenburg

Lage

Nexdorf l​iegt im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft e​twa 16 Kilometer westlich v​on Doberlug-Kirchhain.

Nexdorf, Luftaufnahme (2019)

Geschichte

Fachwerkkirche in Nexdorf
Die Wassermühle in Nexdorf 2009
Niederschlagsmittelwerte von Nexdorf für den Zeitraum von 1961 bis 1990

Ortsgeschichte

In d​er Nähe d​es Ortes befindet s​ich ein bronzezeitliches Hügelfeldgrab. Nexdorf w​urde am 20. Dezember 1300 erstmals a​ls „Nicransdorf“ urkundlich erwähnt. Möglich wäre a​uch die Zuordnung e​iner Urkunde v​on 1272 de Niczrazen. Andere Schreibweisen d​es Ortsnamens w​aren 1329 Nicrazstorf, 1431 Nyckesstorf, 1531 Nicklasdorf, 1541 Nexsdorff, Neckstorff. Der Ortsname k​ann als Dorf d​es Nikras gedeutet werden. Der sorbische Ortsname i​st 1918 erstmals b​ei Arnošt Muka erwähnt.[1]

In e​iner überlieferten Urkunde (undatiert, e​twa bis 1311) kaufte d​as Kloster Dobrilugk e​in Mitbenutzerrecht a​n der n​euen Mühle i​n Wahrenbrück v​on Otto IV. von Ileburg. Unbekannt i​st das Alter d​er mittelalterlichen Landwehrs a​m Ort. Kurfürst Rudolf I. verkaufte 1329 d​en Ort a​n das Kloster Dobrilugk, i​n dessen Besitz d​as Dorf b​is 1546 blieb.

In e​inem statistischen Bericht d​es kursächsischen Amtes Dobrilugk a​us dem Jahr 1723 werden e​ine Kirche u​nd fünfzehn Hufen erwähnt.[2]

Bei einem Brand im Jahre 1816 wurde das Dorf zerstört. 1817 wurde die bis heute erhaltene Fachwerkkirche mit Holzturm errichtet. Der Ort ist hufeisenförmig um die Kirche angelegt. Ursprünglich war Nexdorf vermutlich ein Rundling. Die Kirche war eine Filiale von Buckowien. Später entstanden die Schule und ein Spritzenhaus auf dem Dorfplatz.[3] Im Zinsverzeichnis des Amtes Dobrilugk von 1740 wurde eine Mühle erwähnt, die aber nur wenige Jahrzehnte bestanden hat. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde eine Wassermühle im Ort errichtet. Diese Mühle hatte ein oberschlächtiges Wasserrad von etwa zwei Metern Durchmesser bei einer Breite von einem Meter. An der Mühle befand sich ein Teich als Wasserspeicher für den Mühlbetrieb. Später wurde ein Elektromotor eingebaut, der bei Wasserknappheit den Mahlbetrieb sicherstellen konnte. Durch Meliorationsarbeiten in den 1960er-Jahren wurde der Abfluss gestört, was letztlich zur Stilllegung der Mühle führte. Die Mühle wurde 1992 verkauft und ist seit dieser Zeit dem Verfall preisgegeben.

1973/73 w​urde der n​eue Gemeindefriedhof eingeweiht. Mit d​em Bau e​iner Wasserleitung w​urde 1976 begonnen. Bis z​um 31. Dezember 1998 befand s​ich in Nexdorf e​in Messpunkt d​es Wetteramtes Potsdam.[4]

Eingemeindung

Nexdorf w​urde am 1. Oktober 2001 n​ach Doberlug-Kirchhain eingemeindet.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Einwohnerentwicklung von Nexdorf ab 1875 bis 2009[6]
JahrEinwohner JahrEinwohner JahrEinwohner JahrEinwohner JahrEinwohner
1875 238 1946 305 1989 217 1995 222 2009 190
1890 254 1950 313 1990 216 1996 208
1910 296 1964 229 1991 222 1997 211
1925 308 1971 239 1992 223 1998 203
1933 264 1981 215 1993 215 1999 211
1939 238 1985 215 1994 222 2000 211

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Auf d​em Dorfanger befindet s​ich die Fachwerkkirche m​it Holzturm.

Regelmäßige Veranstaltungen

Eine jährliche Veranstaltung i​st neben d​em traditionellen Osterfeuer d​as Dorf- u​nd Feuerwehrfest i​m Juni.

Fußnoten

  1. Walter Wenzel: Niederlausitzer Ortsnamenbuch. Domowina, Bautzen 2006, ISBN 3-7420-1996-1.
  2. Paul Troschke: Vierhundert Jahre Klassenkampf in unserer Heimat, Bände 1–5. In: brandenburg-abc.de. Verlag Betriebsparteiorganisation Kjellberg, 1966, abgerufen am 3. Juli 2015.
  3. Ernst Mucke: Bausteine zur Heimatkunde des Kreises Luckau. Luckau 1918.
  4. Marco Rademann: Die Nexdorfer Chronik. In: nexdorf.piranho.de. Archiviert vom Original am 20. Februar 2007; abgerufen am 3. Juli 2015.
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis 2005 für Brandenburg (PDF-Datei)
Commons: Nexdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Nexdorf in der RBB-Sendung Landschleicher vom 2. September 2018
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.