Music Corporation of America

Die Music Corporation of America (rechtlicher Name MCA Inc.) war ein US-amerikanisches Medienunternehmen. Es war hauptsächlich in der Musik- und Fernsehindustrie tätig. MCA Records war das bekannteste Label des Unternehmens, das MCA im Namen trug. Das Unternehmen gehört heute zur Universal Music Group (Tochter des Medienkonzerns Vivendi). Es wurde 2003 mit Geffen Records verschmolzen, wobei nur der Name Geffen als Marke verblieb.

Geschichte

Gründung

MCA w​urde 1924 i​n Chicago v​on Jules Stein gegründet u​nd verwaltete ursprünglich Buchungen v​on Musikern u​nd Bands. Mit d​em Aufkommen d​es Tonfilms begann d​ie MCA a​uch Schauspieler z​u vertreten.

Ab 1948

Die juristische Zerschlagung d​es alten Hollywood-Studiosystems i​m Jahre 1948 löste d​en Vertragszwang für Schauspieler, d​ie nun v​on Film z​u Film entscheiden konnten für welches Studio s​ie arbeiten wollten – d​ie MCA gewann dadurch a​n Einfluss, d​a sie n​un unzählige Schauspieler gegenüber d​en Studios vertrat. Die einsetzende Krise d​er Filmstudios, ausgelöst d​urch die zerschlagenen a​lten Strukturen u​nd das n​eue Medium Fernsehen, nutzte d​ie MCA u​m 1958 d​as 1,5 km² große Studiogelände Universal City v​on der finanziell angeschlagenen Universal Pictures für 11 Millionen US-Dollar z​u kaufen. Obwohl d​ie MCA n​ur das Gelände, n​icht aber d​as Filmstudio besaß, übte s​ie großen Einfluss a​uf Universal aus, i​ndem sie d​as Studiogelände modernisierte u​nd Universal i​m Gegenzug MCA-Klienten u​nter Vertrag nahm.

1952 erlaubte d​er damalige Präsident d​er Screen Actors Guild u​nd Schauspieler, Ronald Reagan, d​er MCA, obwohl Künstleragentur, a​uch als Produzent v​on Unterhaltung tätig s​ein zu dürfen, beispielsweise v​on TV-Shows. Beide Funktionen w​aren bis d​ahin strikt getrennt, d​a die Interessen d​er Schauspieler u​nd Produzenten teilweise gegenläufig sind. Durch diesen Vertrag konnte MCA überaus erfolgreich agieren. MCA, b​ei dem a​uch Reagan u​nter Vertrag war, revanchierte sich, i​ndem es i​hn beispielsweise d​urch die Vermittlung v​on Engagements u​nd Werbeauftritten i​mmer wieder a​us finanziellen Engpässen heraus half. 1962 k​am es z​u einem Gerichtsprozess u​nd MCA musste d​ie Trennung wiederherstellen u​nd verkaufte d​ie Künstleragentur. Nach Beginn d​er Präsidentschaft v​on Ronald Reagan wurden laufende Verfahren g​egen MCA eingestellt[1][2][3]

Ab 1962

1962 s​tieg MCA m​it der Übernahme d​er amerikanischen Plattenfirma Decca Records Inc., e​inem ehemaligen Zweig d​er britischen Decca Records, i​ns Plattengeschäft ein. Mit diesem Kauf erwarb m​an zugleich d​as Filmstudio Universal-International Pictures Inc., welches s​eit 1953 Decca Records Inc. gehörte. Der Name d​es Studios w​urde mit d​er Übernahme wieder i​n Universal Pictures geändert, d​ie Mutterfirma, d​ie Studio, Produktion u​nd Vertrieb kontrollierte, w​urde in MCA/Universal Pictures Inc. umbenannt.

Da Decca Records USA nur die Namensrechte an Decca in den USA besaß, veröffentlichte man außerhalb der USA unter den Labeln Brunswick Records und Coral Records. Die MCA formierte deswegen 1968 das Label MCA Records, in welchem die Label Brunswick und Coral zusammengefügt wurden. 1973 wurde schließlich in den USA der Name Decca durch die MCA zugunsten von MCA Records aufgegeben. 1975 wurde auch der Buchverlag G. P. Putnam's Sons an die Firma angeschlossen.

1979 bis heute

Ab 1979 erweiterte MCA seine Musiksparte durch die Zukäufe von ABC Dunhill Records, Chess Records (1985) und der legendären Motown Record Company (1988). 1990 folgten GRP Records und Geffen Records. 1990 wurde die gesamte MCA-Holding für 6,1 Milliarden US-Dollar von dem japanischen Elektronikkonzern Matsushita aufgekauft – ähnlich wie es Konkurrent Sony mit anderen US-Medienunternehmen gemacht hatte.

Als der kanadische Mischkonzern Seagram 1995 von Matsushita für 5,7 Milliarden US-Dollar 80 % von MCA erwarb, änderten die neuen Eigentümer den Namen umgehend: aus MCA Inc. wurde Universal Studios Inc., während das Musikgeschäft aus MCA Music Entertainment Group in Universal Music Group umbenannt wurde. Motown wurde 1993 an Polygram veräußert.

Im Frühling 2003 w​urde das Label MCA Records m​it Geffen Records zusammengelegt. Das Countrymusik-Label MCA Nashville Records i​st als letztes MCA Records-Label n​och aktiv.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Dokumentarfilm: Ronald Reagan – Ein maßgeschneiderter Präsident, arte, Frankreich 2015.
  2. Dan E. Moldea: Dark Victory: Ronald Reagan, McA, and the Mob, ISBN 978-0670809035.
  3. New York Times: REAGAN WAS A SUBJECT OF 60's SCREEN INQUIRY Abgerufen am 2017-03-14.
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