Moritz Ludwig Georg Wichmann

Moritz Ludwig Georg Wichmann (* 14. September 1821 i​n Celle; † 7. Februar 1859 i​n Königsberg (Preußen)) w​ar ein deutscher Astronom. Von 1855 b​is 1859 leitete e​r die Sternwarte Königsberg.

Leben

Moritz Ludwig Georg Wichmann w​ar ein Sohn v​on Franz Wichmann (1776–1850), Rat a​m Oberappellationsgericht Celle a​us dessen zweiter Ehe, u​nd ein Enkel d​es Pastors u​nd Pädagogen Christian Rudolf Karl Wichmann. Der Maler Adolf Friedrich Georg Wichmann w​ar sein älterer Bruder.[1] Nach d​em Besuch d​es Ernestinums i​n Celle studierte Wichmann a​n der Universität Göttingen b​ei Carl Friedrich Gauß. Dort erhielt e​r 1843 e​inen akademischen Preis für e​ine Arbeit, i​n der e​r ein Problem d​er sphärischen Geometrie behandelte.

1844 wurde er von Friedrich Wilhelm Bessel als Assistent und Beobachter an die Sternwarte Königsberg berufen, wo er sich mit einer Arbeit über die Parallaxe des Sterns Groombridge 1830 habilitierte. Über diese Parallaxe kam es zu einer heftigen, mit einiger Polemik geführten Auseinandersetzung mit den Astronomen der russischen Hauptsternwarte Pulkowo, die sich noch über viele Jahre hinziehen sollte. Außer über diesen Gegenstand legte Wichmann Arbeiten über die neu entdeckten Planetoiden, die Libration des Mondes und die Protuberanzen der Sonne vor.

Nach i​hm benannt wurden 1935 d​er Mondkrater Wichmann u​nd 2009 d​er 1953 entdeckte Asteroid (7103) Wichmann.

Werke

  • Proprietates maxime insignes pentagoni sphaerici cujus singulae quinque diagonales quadranti aequales ejusque projectionum in planum tum centralis tum stereographicae. Göttingen, Philosophische Preisschrift vom 4. Juni 1843. (Digitalisat)
  • De Parallaxi stellae argelandriae (1830 Groombridge). Dissertation. Dalkowski, Königsberg 1847.
  • Erster Versuch zur Bestimmung der physischen Libration des Mondes aus Beobachtungen mit dem Heliometer. Altona 1847/48.
  • Ueber die Entdeckung der neueren Planeten. Königsberg 1847.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Bernhard Körner (Hrg.): Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien 14 (1908), S. 513
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