Monte-Rosa-Hütte

Die Monte-Rosa-Hütte i​st eine Berghütte d​er Sektion Monte Rosa d​es Schweizer Alpen-Clubs i​m Monte-Rosa-Massiv d​er Walliser Alpen.

Monte-Rosa-Hütte
SAC-Hütte
Monte-Rosa-Hütte
Lage am Monte-Rosa-Massiv oberhalb des Gornergletschers; Gemeinde Zermatt, Bezirk Visp, Kanton Wallis; Talort: Zermatt
Gebirgsgruppe Walliser Alpen
Geographische Lage: 629148 / 89551
Höhenlage 2883 m ü. M.
Monte-Rosa-Hütte (Kanton Wallis)
Erbauer Schweizer Alpen-Club
Besitzer SAC Monte Rosa
Erbaut 1894–1895; Neubau: 1939/40, 2008–2009
Bautyp Hütte
Übliche Öffnungszeiten Mitte März bis Mitte September
Beherbergung 120 Betten, 0 Lager
Winterraum 12 Lager
Gastronomie vorhanden
Weblink Website der Hütte
Hüttenverzeichnis SAC

Lage

Die Hütte s​teht auf 2883 m ü. M. a​m nordwestlichen Fuss d​es Monte-Rosa-Massivs a​uf einem abfallenden Felsplateau, d​as «Plattje» genannt wird. Unterhalb d​er Hütte l​iegt der Gornergletscher, benannt n​ach dem Gornergrat, Endstation d​er Gornergratbahn. Den Umkreis d​er Hütte bilden d​ie Viertausender Castor, Pollux, Liskamm u​nd das Monte-Rosa-Massiv m​it der Dufourspitze. Richtung Westen bietet d​ie Hütte d​en Blick a​uf das Matterhorn.

Zugang

Man erreicht die Hütte in drei bis vier Stunden von der Bahnstation Rotenboden der Gornergratbahn aus. Der anspruchsvolle Weg über den Gornergletscher ist «weiss-blau-weiss» als Alpine Route signalisiert. Steigeisen und Seil sind für die Gletschertraversierung unerlässlich. Ortsunkundigen sowie unerfahrenen Bergsteigern wird die Bergtour nur in Begleitung eines Bergführers empfohlen. Durch den Rückgang des Gornergletschers in den letzten Jahren wurde der Hüttenweg länger und schwieriger. Der Abstieg vom Rotenboden zum Gletscher sowie der Aufstieg zur Hütte führt über steile Moränen und Felsen. Als Tagestour ist der Besuch der Monte-Rosa-Hütte nur für konditionell starke Berggänger geeignet. Im Winter besteht zusätzlich die Möglichkeit vom Stockhorn, das über einen Skilift erreicht wird, mit Skiern in etwa anderthalb Stunden zur Hütte zu gelangen.[1]

Alte Monte-Rosa-Hütte (1894–2010)

Alte Monte-Rosa-Hütte

1894 u​nd 1895 w​urde die Hütte «Bétemps» – benannt n​ach einer Familie, d​ie den Bau finanziell ermöglicht h​at – m​it 25 Plätzen a​ls Eigentum d​es Central-Comités (CC) d​es Schweizer Alpen-Clubs (SAC) errichtet. 1918 w​urde die Hütte vergrössert, wodurch e​s zusätzliche 20 Unterkunftsplätze gab. 1929 schenkte d​as Central-Comité d​ie Hütte d​er Sektion Monte Rosa, d​iese begann e​inen Umbau. Seit diesem Zeitpunkt heisst s​ie Monte-Rosa-Hütte. 1939/1940 w​urde eine n​eue Hütte m​it 86 Plätzen gebaut, 1972 d​ie Kapazität m​it 146 Plätzen f​ast verdoppelt, u​nd ab 1984 zählte d​ie Hütte s​ogar 160 Plätze. Die i​n den Jahren 2008–2009 erbaute n​eue Hütte h​at nun 120 Plätze. Die Monte-Rosa-Hütte zählte z​u den grössten Berghütten d​er Schweiz.

Nach Nutzungsaufnahme d​er Neuen Monta-Rosa-Hütte w​urde die a​lte Hütte für über 100'000 Franken rückgebaut[2][3] u​nd am 14. Juli 2011 d​urch eine WK-Einheit d​es Katastrophenhilfe-Bataillons 1 d​er Territorialregion 1 m​it über 100 Kilogramm militärischem Plastiksprengstoff gesprengt.[4]

Neue Monte-Rosa-Hütte (ab 2008)

Die neue Hütte von der bergseitigen, zum Monte-Rosa-Massiv hin gelegenen Seite gesehen, im Hintergrund der Grenzgletscher
Die Hütte im Sommer

Zum 150-Jahre-Jubiläum der ETH Zürich wurde rund 100 Meter oberhalb der alten Hütte die «Berghütte der Zukunft» errichtet. Nach einer Planungszeit von rund sechs Jahren – davon vier Semester Entwurf als Studierendenprojekt – und einer Bauphase von zwei Sommern wurde die neue Monte-Rosa-Hütte «Bergkristall» am 25. September 2009 eröffnet. Auf einem oktogonalen Stahlbetonsockel von 16 m Durchmesser wurden fünf Geschosse gebaut, die 120 Übernachtungsgästen Platz bieten. Das neue Gebäude, das digital geplant und im CNC-Zuschnitt in Holzbauweise mit Aluminiumhülle erstellt wurde, verwirklicht den Gedanken nachhaltiger Energienutzung: Photovoltaikanlage an der Südfassade mit 16 kWp, Belüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Wasserkreislauf für Toilettenanlage und Waschmaschine sowie intelligente und vernetzte Haustechnik[5] ermöglichen der Hütte, ohne Strom- und Wasseranschluss einen Teil der benötigten Energie regenerativ zu erzeugen. Für Schlechtwetterperioden steht ein mit Rapsöl und Diesel betriebenes Blockheizkraftwerk zur Verfügung. Die Baukosten betrugen 6,4 Millionen Franken, der SAC steuerte 2,15 Millionen bei, der Rest wurde durch Gönner und Spender gedeckt.[2][6] Im März 2010 hat die Neue Monte-Rosa-Hütte den normalen Gästebetrieb aufgenommen, wird der ETH Zürich aber weiterhin auch als Forschungsobjekt in den Bereichen Energie- und Gebäudetechnik dienen.

Besteigungsmöglichkeiten

Literatur

  • ETH Zürich: Neue Monte-Rosa-Hütte SAC: Ein autarkes Bauwerk im hochalpinen Raum. gta Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-85676-273-5.

Karten

  • Landeskarte der Schweiz Blatt 1348 Zermatt (1:25.000)
  • Landeskarte der Schweiz Blatt 2515 Zermatt-Gornergrat (1:25.000)
  • Landeskarte der Schweiz Blatt 5028T Monte Rosa - Matterhorn (1:50.000)
  • Landeskarte der Schweiz Blatt 284T Mischabel (1:50.000)[7]
Commons: Monte-Rosa-Hütte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Daniel Foppa: Gefährlicher Andrang auf Monte-Rosa-Hütte. In: Tages-Anzeiger. 6. September 2010, abgerufen am 6. September 2010.
  2. Rüdiger Sinn: Alpine Moderne. Neue Monte Rosa-Hütte in Zermatt (CH), in: deutsche bauzeitung. Zeitschrift für Architekten und Bauingenieure, 11/2009, S. 54–57, ISSN 0721-1902
  3. NZZ: Sprengung auf 2800 Metern über Meer, abgerufen am 4. November 2015
  4. Marcel Gyr (14. Juli 2011): Monte-Rosa-Hütte nach 116 Jahren gesprengt. In: NZZ Online. Abgerufen am 15. Juli 2011.
  5. Anne Kockelkorn: Bergkristall via Hubschrauber, in: Bauwelt 39-40.09/100. Jahrgang, Berlin 23. Oktober 2009, S. 44–49
  6. NZZ: «Berghütte der Zukunft»
  7. map.geo.admin.ch. Abgerufen am 5. Oktober 2019.
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