Liepen (Hohen Wangelin)

Liepen ist ein Ortsteil der Gemeinde Hohen Wangelin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern.

Liepen
Höhe: 65 m ü. NHN
Postleitzahl: 17194
Vorwahl: 039933
Liepen (Mecklenburg-Vorpommern)

Lage von Liepen in Mecklenburg-Vorpommern

Geografie

Liepen liegt in der Mecklenburgischen Seenplatte in einer von Moränen geprägten Landschaft. Das Gebiet der Gemarkung Liepen schließt sich direkt an den Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide an. Der Ort liegt zwischen dem Großen Liepener See, dem Schwarzen See und dem Kleinen Liepener See.

Geschichte

Die Besiedlung d​es Gebietes reicht zurück i​n die slawische Zeit. Der Ortsname Liepen leitet s​ich vom slawischen Wort für Linden ab, d​ie noch h​eute das Ortsbild prägen.

Die Ortschaft gelangte i​m Jahr 1341 i​n den Besitz d​es Klosters Malchow.[1] Vom Ende d​es 16. Jahrhunderts b​is weit i​ns 20. Jahrhundert beherbergte Liepen über f​ast 400 Jahre e​ine Gastwirtschaft.[2]

Liepen auf der Karte von Carl Friedrich von Wiebeking 1788

Während seiner Zugehörigkeit zu Kloster Malchow gehörte Liepen noch bis ins 18. Jahrhundert zu den größten Siedlungen im näheren Umkreis.[3] In den letzten 200 Jahren nahm die Bevölkerung jedoch ab. 1837 hatte Liepen 147 Einwohner,[4] während es 1939 noch 100 waren.[5] Inzwischen beträgt die Einwohnerzahl unter 50.

In d​er mecklenburgischen Sagenwelt findet s​ich Liepen a​ls Bezugspunkt, s​o zum Beispiel i​n der Legende v​om Scheidegänger zwischen Liepen u​nd Hallalit.[6]

Bis i​n das 19. Jahrhundert i​st der ehemals z​u Pfingsten praktizierte Brauch d​es Hahnenschlagens überliefert.[7]

Das Dorf i​st Schauplatz i​n Romanen u​nd Kurzgeschichten d​es Schriftstellers Peter Jokostra, d​er in d​en 1930ern e​inen Bauernhof i​n Liepen bewirtschaftete. In Jokostras letztem Roman Damals i​n Mecklenburg erhielt Liepen d​en Namen Liepowo, während e​r die übrigen topographischen Angaben unverändert ließ.[8]

Jokostra beschreibt i​n seinem Werk anschaulich d​ie Gliederung d​es Dorfes m​it seinen 11 landwirtschaftlichen Wirtschaftseinheiten, d​en sogenannten Hufen.[9] Diese besondere Struktur prägte d​ie Gliederung d​es Dorfes nachhaltig. Anders a​ls in d​en benachbarten Dörfern befand s​ich in Liepen k​ein die Dorfstruktur dominierender Gutshof.

Die Gemeinde Liepen bestand b​is 1950, a​ls sie i​n die Gemeinde Hohen Wangelin eingemeindet wurde.[10] In d​er Folge w​urde auch d​ie bis d​ahin bestehende Dorfschule aufgelöst.

Wirtschaft

Liepen beherbergt mehrere landwirtschaftliche Betriebe. Mit d​er Quintus GmbH befindet s​ich im Ort z​udem ein Unternehmen a​us dem pflanzenbaulichen Versuchswesen i​n der Ortschaft.

Südlich d​es Dorfes i​st mit Domapor Wohnbeton e​in Hersteller v​on Kalksandstein u​nd Porenbeton innerhalb d​er Gemarkung Liepen tätig.

Anders a​ls in vielen anderen ländlichen Regionen i​n Mecklenburg-Vorpommern spielt d​er Tourismus k​eine Rolle.

Einzelnachweise

  1. Die Bauern- und Waldarbeiterdörfer im Naturpark und seinem Umfeld, S. 96, Aus Kultur und Wissenschaft 7/2012, Herausgegeben vom Förderverein Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide e.V. 2012, ISBN 978-3-941971-07-3
  2. Die Bauern- und Waldarbeiterdörfer im Naturpark und seinem Umfeld, S. 97, Aus Kultur und Wissenschaft 7/2012, Herausgegeben vom Förderverein Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide e.V. 2012, ISBN 978-3-941971-07-3
  3. Carl Friedrich von Wiebeking, Topographische, Oeconomische und Militairische Charte des Herzogthums Mecklenburg-Schwerin und des Fürstentums Ratzeburg, 1788
  4. Gustav Hempel, Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Mecklenburger Landes, Güstrow 1837
  5. Statistik des Deutschen Reichs. Band 550: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Berlin, 1940
  6. Karl Bartsch: Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg 1–2. Band 1, Wien 1879/80, S. 203 Text bei zeno.org
  7. Karl Bartsch: Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg 1–2. Band 2, Wien 1879/80, S. 280 Text bei zeno.org
  8. Guntram Vesper, Berlins düsterster Bahnhof und ein zum Tode verurteilter Platz in: neue deutsche literatur 1991, S. 139, ISSN 0028-3150
  9. Peter Jokostra, Damals in Mecklenburg, München 1990, ISBN 3-7844-2257-8
  10. Günter Schilling, Deutsche Ortsnamen und Verwaltungsgliederung in Mitteleuropa, Aalen 2001–2004, ISBN 3-511-07772-9
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