Landau-Ramanujan-Konstante

Die Landau-Ramanujan-Konstante ist eine der mathematischen Konstanten und gehört als solche in die Zahlentheorie. Ihr Name verweist auf die beiden bedeutenden Mathematiker Edmund Landau und Srinivasa Ramanujan, welche unabhängig voneinander ihre Existenz nachwiesen. Die Landau-Ramanujan-Konstante wird mit bezeichnet und hat angenähert die Dezimalzahldarstellung [1][2]

Die Untersuchung d​er Landau-Ramanujan-Konstanten hängt zusammen m​it der Frage, welche natürlichen Zahlen s​ich als Summe zweier Quadratzahlen darstellen lassen, u​nd dem daraus resultierenden Problem, d​en Anteil dieser Zahlen a​n den natürlichen Zahlen asymptotisch z​u bestimmen.

Formeln

Sei für eine positive reelle Zahl die Anzahl der natürlichen Zahlen , welche sich als Summe zweier Quadratzahlen darstellen lassen. Landau und Ramanujan bewiesen unabhängig voneinander, dass asymptotisch proportional zu ist, d. h., es existiert der Grenzwert

(I) ,

wobei für den natürlichen Logarithmus von steht. Der Grenzwert wird als Landau-Ramanujan-Konstante bezeichnet.

Es g​ilt weiter:[3]

(II)

Darüber hinaus g​ibt es weitere Formeln, welche d​ie Landau-Ramanujan-Konstante i​n Beziehung bringen e​twa mit d​er riemannschen Zetafunktion, d​er dirichletschen Betafunktion, d​er Euler-Mascheroni-Konstanten s​owie der lemniskatischen Konstanten.

Herleitung der zweiten Gleichung bei II

Die zweite Gleichung bei II ergibt sich aus der Euler-Produktdarstellung der riemannschen Zetafunktion auf der Halbebene .[4] Denn aus ihr folgt für     mithilfe einer bekannten Kreiszahlformel der Analysis:

mit

und

Dabei g​eht in d​ie letzte Gleichung d​er obigen Gleichungskette ein, d​ass eine Primzahl entweder gleich 2 o​der ungerade i​st und d​abei letzterenfalls modulo 4 entweder d​en Rest 1 o​der 3 hat.

Also ergibt sich

und damit

 

und schließlich d​ie zu zeigende Gleichung.

Siehe auch

Literatur

  • Steven R. Finch: Mathematical Constants (= Encyclopedia of Mathematics and its Applications. Band 94). Cambridge University Press, Cambridge [u. a.] 2003, ISBN 0-521-81805-2 (MR2003519).
  • Siegfried Gottwald (Hrsg.): Lexikon bedeutender Mathematiker. Verlag Harri Deutsch, Thun 1990, ISBN 3-8171-1164-9.
  • Konrad Knopp: Theorie und Anwendung der unendlichen Reihen (= Die Grundlehren der mathematischen Wissenschaften in Einzeldarstellungen. Band 2). 5., berichtigte Auflage. Springer-Verlag, Berlin [u. a.] 1964, ISBN 3-540-03138-3.
  • Daniel Shanks: The Second-Order Term in the Asymptotic Expansion of B(x). In: Mathematics of Computation. Band 18, 1964, S. 75–86, JSTOR:2003407.

Einzelnachweise

  1. Steven R. Finch: Mathematical Constants (= Encyclopedia of Mathematics and its Applications. Band 94). Cambridge Univity Press, Cambridge [u. a.] 2003, ISBN 0-521-81805-2, S. 98–104 (MR2003519).
  2. Folge A064533 in OEIS
  3. E. Landau: Über die Einteilung der positiven ganzen Zahlen in vier Klassen nach der Mindestzahl der zu ihrer additiven Zusammensetzung erforderlichen Quadrate. In: Arch. Math. Phys., 13, 1908, S. 305–312.
  4. Konrad Knopp: Theorie und Anwendung der unendlichen Reihen (= Die Grundlehren der mathematischen Wissenschaften in Einzeldarstellungen. Band 2). 5., berichtigte Auflage. Springer-Verlag, Berlin [u. a.] 1964, ISBN 3-540-03138-3, S. 461.
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