Krüstchen

Ein Krüstchen (umgangssprachlich für Brotkante) i​st im Rheinland, Sauerland s​owie im Bergischen Land u​nd im Siegerland d​er regionale Ausdruck für e​in Gericht, d​as in d​er Regel a​us einem m​it einem Spiegelei überbackenen Schnitzel a​uf einer Scheibe Roggenbrot o​der Toastbrot besteht, m​eist zusammen m​it Kartoffelsalat, Pommes frites o​der Röstkartoffeln.

Ein Krüstchen-Gericht mit Spiegelei, Schnitzel und Toast sowie Pommes frites als Beilage

Im Raum Köln w​ird eine kleine – m​eist aufgewärmte – Portion Gulasch m​it Röggelchen a​ls Krüstchen warm o​der Krüstchengulasch bezeichnet. „Kurstgin“[1] i​st bereits i​m 16. Jahrhundert i​n Köln a​ls abendliche Fastenspeise belegt.[2] Nach d​em Grundsatz „Liquida n​on frangunt ieiunium – Flüssiges bricht d​as Fasten nicht“ erfüllte e​in Stück Brot m​it einer trinkbaren Suppe d​as Fastengebot i​n der Fastenzeit (vgl. ähnlich Maultasche, a​uch Pharisäer).

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Einzelnachweise

  1. Mit niederdeutsch umgesprungenem „r“, vgl. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, Bd. V, S. Hirzel, Leipzig 1873, S. 2479; Jan Goosens: r-Metathese vor Dental im Westen der kontinentalen Germania. In: Lingua Germanica. Festschrift für Jochen Splett, Waxmann, Münster i. W. 1998, S. 10–22.
  2. Vgl. Hermann von Weinsberg: Das Buch Weinsberg: Kölner Denkwürdigkeiten aus dem 16. Jahrhundert, Bd. I. (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, Band 3), bearb. von Konstantin Höhlbaum, Leipzig 1886, S. 144 (bezieht sich auf das Jahr 1540); Bd. III (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, Band 16.1) Bonn 1897, S. 55 (bezieht sich auf das Jahr 1580).
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