Karlheinz Kelch

Karlheinz Kelch (* 12. September 1923 i​n Berlin) i​st ein ehemaliger deutscher Militärarzt. Er w​ar Generalmajor u​nd Chef d​es medizinischen Dienstes d​es Ministeriums d​es Innern d​er DDR.

Leben

Kelch absolvierte d​ie Militärärztlichen Akademien i​n Berlin u​nd Prag. Während d​es Zweiten Weltkrieges w​ar er Soldat d​er Wehrmacht i​n Norwegen, Frankreich u​nd an d​er Ostfront. Er geriet i​n sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Nach seiner Rückkehr in die Sowjetische Besatzungszone 1949 trat er in die Deutsche Volkspolizei (VP) und in die SED ein. Er gehörte zu den ersten VP-Studenten, die 1952 ihr Medizinstudium an der Universität Leipzig abschlossen. Anschließend ging er zur Kasernierten Volkspolizei (KVP). Von Oktober 1956 bis Oktober 1957 war er im Rang eines Oberstleutnants Kommandeur der Feldscherschule Leipzig.[1] Von 1957 bis 1958 absolvierte er mit Kurt Geiger einen höheren akademischen Kurs an der Kirow-Akademie in Leningrad und wurde danach 1958 Stellvertreter des Kommandeurs der Militärmedizinischen Sektion an der Universität Greifswald (MMS). Im Jahr 1963 übernahm er die Funktion des Chefs des Medizinischen Dienstes des Militärbezirkes III (Neubrandenburg) der Nationalen Volksarmee (NVA) und wurde zum Oberst befördert.

Von 1970 b​is 1988 w​ar er Leiter d​er Verwaltung Medizinische Dienste d​es Ministeriums d​es Innern (Nachfolger v​on Fritz Schlabitz). Zunächst Oberst d​er VP, w​urde er a​m 26. Juni 1975 i​n dieser Funktion z​um Generalmajor ernannt. Am 15. Februar 1971 w​ar er a​n der Gründung d​er Gesellschaft für Militärmedizin d​er DDR beteiligt.

Nach d​er Wende i​n der DDR betätigte e​r sich a​ls Vorstandsmitglied d​er Initiativgemeinschaft z​um Schutz d​er sozialen Rechte (ISOR). Er l​ebt in Berlin.[2]

Auszeichnungen

Literatur

  • Günther Buch: Namen und Daten wichtiger Personen der DDR. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dietz, Berlin (West)/Bonn 1987, ISBN 3-8012-0121-X, S. 151.
  • Gabriele Baumgartner, Dieter Hebig (Hrsg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. 1945–1990. Band 1: Abendroth – Lyr. K. G. Saur, München 1996, ISBN 3-598-11176-2, S. 383.
  • Sylvia Kiesel; Erhard Kiesel: Differenzierungsprozess der Hygiene im Zeitraum von 1945 bis 1990 an der Universität Greifswald unter besonderer Berücksichtigung der Sozialhygiene, Dissertation zur Erlangung des Dr. med., Universität Greifswald 2003, zwei Bearbeiter(!) Online, PDF, 18,4 MB. Darin: zu Karlheinz Kelch S. 70 mit Bild.

Einzelnachweise

  1. Feldscherschule Leipzig im Bundesarchiv ARGUS
  2. FOCUS, Nr. 29 vom 13. Juli 1998
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