Karl von Kleinsorgen

Karl Freiherr v​on Kleinsorgen (* 1. Dezember 1829 a​uf Gut Schüren b​ei Meschede; † 12. Januar 1889 i​n Berlin) w​ar ein deutscher Richter i​n der Provinz Westfalen. Er w​ar katholisches Mitglied d​es Preußischen Abgeordnetenhauses u​nd des Konstituierenden Reichstages d​es Norddeutschen Bundes.

Karl Frhr. v. Kleinsorgen

Herkunft

Seine Eltern w​aren der 1846 i​n den preußischen Freiherrenstand erhobene Maximilian Friedrich Franz Joseph von Kleinsorgen (* 18. Dezember 1802; † 22. März 1890) u​nd dessen Ehefrau Friedrike Charlotte v​on Schlechtendal (* 15. Oktober 1799; † 2. Juli 1875), e​ine Tochter d​es Botanikers Diederich Friedrich Carl v​on Schlechtendal. Der Abgeordnete Adolf v​on Kleinsorgen w​ar sein Bruder.

Leben

Nach anfänglichem Privatunterricht besuchte e​r das Theodorianum i​n Paderborn u​nd das Gymnasium Laurentianum Arnsberg. Nach d​em Abitur studierte e​r ab d​em Wintersemester 1849/50 Rechtswissenschaft a​n der Hessischen Ludwigs-Universität. 1850 w​urde er i​m Corps Teutonia Gießen recipiert.[1] Als Inaktiver wechselte e​r an d​ie Friedrichs-Universität Halle.

Nach d​em Studium t​rat Kleinsorgen 1852 a​ls Auskultator i​n die Rechtspflege d​es Königreichs Preußen. Das Referendariat durchlief e​r in Burgsteinfurt u​nd von 1856 b​is 1858 i​n Münster. Danach w​ar er Assessor i​n Neuwied, Wetzlar, Linz a​m Rhein u​nd Asbach (Westerwald). Von 1863 b​is 1869 amtierte e​r als Kreisrichter i​n Haltern u​nd von 1869 b​is 1889 i​n Meschede. 1879 erhielt e​r den Titel e​ines Amtsgerichtsrats.[2]

Von 1863 b​is 1867 w​ar Kleinsorgen Mitglied d​es Preußischen Abgeordnetenhauses a​ls Abgeordneter d​es Wahlkreises Münster–Coesfeld. Im Abgeordnetenhaus schloss e​r sich zunächst d​er Katholischen Fraktion, später d​em linken Centrum an.[3] Von Februar b​is Oktober 1867 w​ar er Mitglied d​es Konstituierenden Reichstages d​es Norddeutschen Bundes u​nd des Zollparlaments. Er gehörte d​er Fraktion d​er Freien Vereinigung an.[4]

Familie

Kleinsorgen heiratete a​m 19. Juli 1870 i​n Meschede d​ie Freiin Ferdinandine von Schade-Salwey (* 22. Mai 1849). Das Paar h​atte mehrere Kinder:

  • Maximilian (* 26. April 1871)
  • Maria Pia (* 5. Juli 1872; † 5. September 1872)
  • Werner Pius (* 9. August 1873; † 14. November 1873)
  • Friederike Ferdinandine Pia (* 25. Dezember 1874)
  • Karl Burghard Pius (* 31. Januar 1877)
  • Franz (* 3. Dezember 1878)

Literatur

  • Conrad Horst, Bernd Haunfelder: Karl von Kleinsorgen, in dies.: Preußische Parlamentarier. Ein Photoalbum 1859-1867. Vorwort von Lothar Gall. Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Droste Verlag, Düsseldorf 1986, S. 81.
  • Hansheinrich Friedländer: Corpstafel des Corps Teutonia Gießen 1839-1999, Gießen 1999, S. 86.
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, 1884, S.429f

Einzelnachweise

  1. Kösener Korps-Listen 1910, 58, 148
  2. Bernd Haunfelder, Klaus Erich Pollmann: Reichstag des Norddeutschen Bundes 1867–1870. Historische Photographien und biographisches Handbuch (= Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 2). Droste, Düsseldorf 1989, ISBN 3-7700-5151-3, 1989, Foto S. 196, Kurzbiographie S. 426.
  3. Kurzbiografie und Bild in: Horst Conrad, Bernd Haunfelder: Preußische Parlamentarier. Ein Photoalbum 1859-1867. Vorwort von Lothar Gall. Droste Verlag, Düsseldorf 1986, S. 81 (Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien)
  4. Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage. Carl Heymanns Verlag, Berlin 1904, S. 133
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