Karl Schneider (Staatssekretär)

Karl Schneider (* 26. Februar 1887 i​n Berlin-Schöneberg; † 2. April 1969 i​n Bonn[1]) w​ar ein deutscher Verwaltungsjurist.

Leben

Schneider besuchte d​as Kgl. Prinz-Heinrich-Gymnasium i​n Berlin-Schöneberg. Er studierte Rechtswissenschaften u​nd Volkswirtschaft a​n den Universitäten Berlin u​nd Erlangen u​nd schloss m​it der Promotion ab. Danach w​ar er a​b 1909 a​ls Kammergerichtsreferent u​nd ab 1914 a​ls Gerichtsassessor, n​ach der zweiten juristischen Staatsprüfung tätig. Nach Einberufung a​ls Hilfsarbeiter i​n das Reichspostamt u​nd Teilnahme a​m Ersten Weltkrieg w​urde er 1920 z​um Postrat ernannt. Im gleichen Jahr wählte i​hn die BV Schöneberg erstmals z​um unbesoldeten Stadtrat, b​is 1927 w​ar er Bezirksstadtrat bzw. Stadtverordneter i​m Wahlkreis 11 Schöneberg (DNVP). 1923 w​urde er z​um Oberpostrat u​nd 1926 z​um Ministerialrat ernannt u​nd war nebenamtlicher Dozent a​n der Verwaltungsakademie Berlin.

Von 1933 b​is 1942 w​ar er Präsident d​er Reichspostdirektion Bremen. Anschließend b​is zur Auflösung i​m März 1943 Präsident d​er Reichspostdirektion Aachen. Danach w​urde er, m​it 56 Jahren, i​n den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Nach d​em Zweiten Weltkrieg w​ar er wieder a​ls Präsident d​er Oberpostdirektion Bremen tätig u​nd ab 1946 Mitglied d​es Zonenbeirats für d​ie Britische Zone, b​evor er a​m 1. Oktober 1948 Leiter d​er Abteilung IV d​er Hauptverwaltung für d​as Post- u​nd Fernmeldewesen d​es Vereinigten Wirtschaftsgebietes wurde. Die Ernennung z​um Ministerialdirektor erfolgte a​m 1. Februar 1949.

Nach Gründung d​er Bundesrepublik w​ar er i​m Bundesministerium für d​as Post- u​nd Fernmeldewesen zunächst Leiter d​er Abteilung für Haushalt u​nd Kassenwesen, d​ann Leiter d​er Zentralabteilung u​nd vom 1. September 1951 b​is zum Eintritt i​n den Ruhestand a​m 28. Februar 1953 Erster Staatssekretär. Zuletzt w​ar er i​n der Poppelsdorfer Allee i​n Bonn wohnhaft.

Ehrungen

Werke

  • 20 Jahre Postrecht; 1927
  • Erweiterung des von Max Aschenborn angefangenen Gesetzeskommentar zum Postgesetz: Das Gesetz über das Postwesen des Deutschen Reichs nebst den grundlegenden Bestimmungen über die Verfassung der Deutschen Reichspost, 2. Auflage. Julius Springer, Berlin 1928

Literatur

  • Udo Wengst: Staatsaufbau und Regierungspraxis 1948–1953 (= Band 74 von Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien), Droste, 1984
  • Handwörterbuch des Postwesens; 2. Auflage; S. 667
  • Handwörterbuch des elektrischen Fernmeldewesens, 2. Auflage, 3. Band Q–Z; S. 1471
  • Herrmann A. L. Degener (Hrsg.): Degeners Wer ist's? – 10. Ausgabe – Berlin : Degener, 1935
  • Verzeichnis der Höheren Beamten der Deutschen Bundespost (Jahrgänge: 1969; 1970; 1971)

Einzelnachweise

  1. Christiane Hoss: Vor die Tür gesetzt: im Nationalsozialismus verfolgte Berliner Stadtverordnete und Magistratsmitglieder 1933–1945. Hrsg.: Christine Fischer-Defoy. Verein Aktives Museum, Berlin 2006, ISBN 3-00-018931-9, S. 338 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche Ausstellung Berliner Rathaus 30. September - 30. November 2005, Berliner Abgeordnetenhaus 8. Juni - 8. Juli 2006).
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.