Johann Adam Oestreich

Johann Adam Oestreich (* 15. Februar 1776 i​n Oberbimbach; † 16. Mai 1865 i​n Bachrain) w​ar ein deutscher Orgelbauer.

Familie

Er w​ar der zweite Sohn d​es Orgelbauers Johann-Markus Oestreich (* 1738 i​n Oberbimbach; † 1833 ebenda), d​em wohl bedeutendsten u​nter den fünf Generationen v​on Orgelbauern d​er Familie Oestreich, a​us dessen zweiter Ehe m​it Agnes Schmitt (* 1746 i​n Oberbimbach) u​nd ein Enkel d​es Jost (Jodocus) Oestreich (1715–1790), d​er spätestens a​b 1745 a​ls der e​rste Orgelbauer d​er Familie i​n Erscheinung trat.

Er heiratete a​m 27. Mai 1806 Maria Barbara Schäfer (1777–1850), m​it der e​r die Kinder Constantin (* 1808), Adelheid (* 1809), Maria Barbara (* 1812), Maria Juliane (* 1814), Joseph (* 1817), Theresia (* 1821) u​nd Julius Isidor (* 1827) hatte.

Wirken

Die Oestreich-Orgel in Pfordt

Während s​ein älterer Bruder Johann Georg Oestreich (1770–1858) i​n Oberbimbach b​lieb und d​en Oberbimbacher Zweig d​er Familie begründete, z​og Johann Adam i​n das n​ahe Bachrain, h​eute Ortsteil v​on Künzell, u​nd begründete d​en Bachrainer Zweig.

Er wirkte v​or allem i​m Großraum Fulda, w​o er Stimmverträge für e​ine Anzahl v​on Orgeln h​atte und a​uch zahlreiche Orgeln reparierte. Von i​hm gebaute Orgeln w​aren im zeitgenössisch modernen Stil d​es Klassizismus u​nd der Frühromantik gehalten. Von 1825 b​is 1827 w​ar er Organist u​nd Orgelbauer i​m Kloster Corvey, u​nd in dieser Zeit b​aute er d​ie Orgel i​n Corvey u​m und reparierte a​uch Orgeln i​m Raum Minden. Nach d​em Tod seines Vaters i​m Jahre 1833 betreute e​r die Fuldaer Domorgeln.

Von i​hm (weitgehend) erhaltene Orgeln befinden s​ich in d​er kath. Kapuzinerkirche[1][2] i​n Brakel (vor 1803), i​n der ev. Pfarrkirche v​on Wehrda (1807), i​n der ev. Dorfkirche v​on Helmers (1811), i​n der ev. Pfarrkirche St. Michael i​n Sondheim v​or der Rhön (1819),[3] u​nd in d​er ev. Dorfkirche i​n Pfordt (1849).

Literatur

  • Gottfried Rehm: Die Orgelbauerfamilie Oestreich. In: Acta Organologica. Bd. 7, 1973, S. 37–66.
  • Gottfried Rehm: Beiträge zur Geschichte der Orgelbauerfamilie Oestreich. In: Acta Organologica. Bd. 21, 1990, S. 55–99.
  • Gottfried Rehm: Musikantenleben. Beiträge zur Musikgeschichte Fuldas und der Rhön im 18. und 19. Jahrhundert. Parzeller, Fulda 1997, ISBN 3-7900-0282-8 (= Veröffentlichung des Fuldaer Geschichtsvereins).

Fußnoten

  1. http://www.orgel-owl.de/brakel.htm
  2. https://www.youtube.com/watch?v=LCG9vqgFXNs
  3. Gebaut mit seinem Bruder Johann Georg.
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.