Jacob Naffzer

Jacob Naffzer a​uch Jacob Naftzer[1] (* u​m 1529 i​n Erfurt; † 10. November 1586 ebenda) w​ar ein deutscher Waid-Händler, Oberratsmeister u​nd Patrizier.[2]

Leben und Wirken

Die Familie Naffzer k​am erst z​u Beginn d​es 16. Jahrhunderts n​ach Erfurt. Die Stadt erreichte s​eit dem späten Mittelalter i​hren Gipfel i​n ihrer wirtschaftlichen, politischen u​nd geistig-kulturellen Entwicklung. Zum Beginn d​er Renaissance w​urde sie Mittelpunkt d​es Handels i​m mittleren Heiligen Römischen Reich. Dazu gehörte a​uch die bereits i​m 13. Jahrhundert einsetzende Entwicklung Erfurts z​u einem d​er größten Waidmärkte d​es Reiches. Schon i​m Jahre 1331 erhielt Erfurt d​as Messeprivileg v​on Kaiser Ludwig IV.

Der Vater v​on Jacob Naffzer d​er Johannes Naffzer († v​or 1569) stammte a​us Weißenstadt i​n Oberfranken u​nd trat a​b dem Jahre 1530 wahrscheinlich a​ls Waid-Händler i​n Erscheinung. Er heiratete d​ie Tochter d​es Erfurter Patrizier Hans Gebhardt (1470–1553).[3] Mit seiner Frau Barbara Gebhardt (1510–1581)[4] h​atte er d​rei Söhne u​nd eine Tochter. So w​ar namentlich bekannt s​eine Brüder Sebastian u​nd Hans s​owie die Schwester Anna Christina Naffzer (1540–1593).

Jacob Naffzer w​urde am 2. August 1542 a​uf der Immatrikulationsliste d​er Universität Erfurt aufgeführt.[5]

Auch Jacob Naffzer w​ar im Waidhandel tätig. Im Jahr 1550 heiratete e​r die geborene Anna Kranichfeld (* u​m 1535). Das Paar b​lieb kinderlos. Im Jahre 1562 ließ e​r das s​eit dem Jahre 1392 a​m Fischmarkt i​n Erfurt stehende Gebäude Haus z​um Roten Ochsen umbauen u​nd im Stil d​er Renaissance modernisieren.

Jacob Naffzer w​ar seit d​em Jahr 1552 b​is zu seinem Tode Ratsherr d​es Magistrats Erfurt. Zunächst i​m Amt d​es Brückenherrn, später Vierherr u​nd dann Obervierherr, repulbicae Erfordianae consulis supremi. Ab d​em Jahre 1583 h​atte er d​ie Funktion e​ines Mitvormundes, contutor i​m protestantischen Ratsgymnasium inne.

Erfurt war in die Handelsstraße der Via regia eingebunden.

Nach e​iner schweren Erkrankung, möglicherweise n​ach einer Lungenentzündung, s​tarb er i​m Kreis seiner Familie. Seine Bestattung u​nd Aussegnung f​and am 11. November 1586 i​n der Erfurter Predigerkirche statt.[6]

Literatur

  • Martin Bauer: Aus den Erfurter Familien Naffzer, Sachse und Gebhardt. In: Mitteldeutsche Familienkunde. Heft 3/1986, S. 340–341.
  • Gerlinde Huber-Rebenich; Walther Ludwig: Humanismus in Erfurt. Hain, 2002, ISBN 3-8980-7035-2, S. 241.
  • Wolfgang Billig: Johannes Nafzer (um 1500-vor 1569). 1530 im Haus "Zum Güldenen Ringe" in Erfurt. Zeitschrift "Familienforschung in Mitteldeutschland" (FFM), 2002, Jg. 43, Heft 1:193

Einzelnachweise

  1. mehrere Schreibweisen waren möglich; mit einem einzelnen „f“ Näfzer; mit „doppel f“ Naffzer; mit „z“ oder „tz“ Nafzer, Naftzer oder auch die lateinisierte Schreibart „Naffzcer, Jacobus“
  2. Mitteilungen des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt. Heft 73, Neue Folge, Heft 20, 2012 Verein für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt e. V. Sutton Verlag, 2012, ISBN 3-9540-0018-0, S. 149
  3. Rolf-Torsten Heinrich: Erfurter Wappenbuch. Teil 1 Books on Demand (BoD) 2013, ISBN 3-7322-8964-8, Tafel 34
  4. Ilja Streit: Der Wappenstein aus der Fassade des ehemaligen ‚Haus zum Rosenbaum’ in Erfurt. 2005, S. 1–44, online abrufbar
  5. Acten der Erfurter Universitaet. Allgemeine Studentenmatrikel 1492–1639. (Geschichtsquelle der Provinz Sachsen. Band 8) 2 Teil, Halle 1884, S. 356
  6. Rolf-Torsten Heinrich: Erfurter Wappenbuch. Teil 1 Books on Demand (BoD) 2013, ISBN 3-7322-8964-8, S. 244
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