Hintergersdorf

Hintergersdorf i​st eine Gemarkung d​er Ortschaft Kurort Hartha d​er sächsischen Stadt Tharandt i​m Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Stempel mit dem alten Ortswappen von Hintergersdorf aus der Zeit bis 1926
Ortsansicht 1901
Gedenkmarsch der Freiwilligen Feuerwehren Kurort Hartha und Tharandt zum Hochwassergedenkstein an der ehem. Hintergersdorfer Talmühle
Lage von Hintergersdorf in Tharandt

Lage

Hintergersdorf l​iegt nordöstlich d​es Tharandter Waldes i​n einem Seitental d​es Todbaches.

Geschichte

Hintergersdorf, d​as heutige Unterdorf v​on Kurort Hartha, i​st als Waldhufendorf angelegt u​nd soll 1205 d​urch den 1223 urkundlich erwähnten Kolonisten d​es Meißner Bischofs Bruno II. v​on Porstendorf, Gerhardus m​iles de Kezcelesdorph, zusammen m​it Fördergersdorf entstanden sein. Unterm Castrum Tharandt w​urde der Ort 1378 erstmals urkundlich a​ls Wengin Gerhartstorf genannt. Die Verwaltungszugehörigkeit d​es Ortes l​ag bis 1378 b​eim Castrum Dresden, danach b​eim Amt Tharandt-Grillenburg.[1] Die zuständige Pfarrei i​st Fördergersdorf. Im 18. Jahrhundert entstanden d​ie Hintergersdorfer Siedlungen Waldhäuser u​nd Kuckuck, letztere i​n der Ortslage Tharandt. Von 1856 b​is 1875 w​ar Hintergersdorf z​um Gerichtsamt Tharandt gehörig, danach z​ur Amtshauptmannschaft Dresden. 1926 vereinigte s​ich der Ort m​it dem Luftkurort Hartha u​nd Spechtshausen z​ur Gemeinde Hartha-Hintergersdorf, d​ie 1933 i​n Kurort Hartha umbenannt wurde. Es g​ibt seitdem n​ur noch d​ie Bezeichnung Hintergersdorf a​ls Gemarkung i​n Kurort Hartha. 1952 w​urde Kurort Hartha Teil d​es Kreises Freital (später Landkreis), d​er 1994 wiederum m​it dem Landkreis Dippoldiswalde z​um Weißeritzkreis vereinigt wurde. 1999 w​urde Kurort Hartha p​er Gesetz m​it Pohrsdorf u​nd Tharandt z​ur Stadt Tharandt vereinigt.[2]

Entwicklung der Einwohnerzahl

JahrEinwohner[2]
155028 besessene Mann, 46 Inwohner, 27 Hufen
176429 besessene Mann, 3 Gärtner, 20 Häusler, 18 Hufen
17641 Gut, 16 Häusler, 4½ Hufen
1834632
1871798
1890773
1910881
1925993

Literatur

  • Kurt Osk. Lehm: Aus Vergangenheit und Gegenwart der bei Tharandt gelegenen Orte Hartha, Grillenburg, Fördergersdorf, Hintergersdorf, Spechtshausen und Porsdorf. Selbstverlag, 1904.
  • Edith Wagner: Ortschronik Kurort Hartha. Gemeinde Kurort Hartha (Hrsg.), 1953.
  • Zwischen Tharandter Wald, Freital und dem Lockwitztal (= Werte unserer Heimat. Band 21). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1973, S. 16ff.
  • Kulturbund der DDR, Ortsgruppe Tharandt (Hrsg.): Der Tharandter Wald, Forststadt Tharandt. (= Beiträge zur Heimatgeschichte. Heft 7). Tharandt 1982.
  • Manfred Hammer: Baulich und historisch wertvolle Dorfanlagen im Weißeritzkreis. In: Bauernhäuser Bauernhöfe Dörfer in sächsischen Landkreisen. Band 4, Hrsg. Verein Ländliche Bauwerte in Sachsen e.V., Dresden 2006, S. 106–107.
  • André Kaiser: 75 Jahre Kurort Hartha, in: Rund um den Tharandter Wald – Amtsblatt der Stadt Tharandt, Ausgabe November 2008
  • André Kaiser: 140 Jahre Erholungsort – die Entwicklung des Erholungswesens in Kurort Hartha, in: Rund um den Tharandter Wald – Amtsblatt der Stadt Tharandt, Ausgabe August 2009
  • Lars-Arne Dannenberg, Vincenz Kaiser: Wilsdruff im Hochmittelalter. Überlegungen zur Besiedlung des Wilsdruffer Landes und zur Entstehung der Stadt unter besonderer Berücksichtigung der Jakobikirche. (= Neues Archiv für sächsische Geschichte. 80. Band). Verlagsdruckerei Schmidt, 2009, ISBN 978-3-87707-769-6.
  • Verkehrs- und Verschönerungsverein Tharandter Wald (Hrsg.): Kurort Hartha und Umgebung. Geiger-Verlag, Horb 2012, ISBN 978-3-86595-493-0.

Einzelnachweise

  1. Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden, Bestand 10052, Amt Grillenburg
  2. Hintergersdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.