Fritz Schönpflug

Fritz Schönpflug (* 15. Juni 1873 i​n Wien; † 18. Februar 1951 ebenda) w​ar ein österreichischer Karikaturist, Maler, Grafiker u​nd Ansichtskartenkünstler.

Signaturen von Fritz Schönpflug

Biografie

Fritz Schönpflug: An der Hofoper, 1905

Schönpflugs Ausbildung w​ar weitgehend autodidaktisch. Er w​ar Mitbegründer u​nd künstlerischer Leiter d​er humoristischen Wochenschrift „Die Muskete“ (1905–1941), arbeitete a​ber auch für andere Zeitschriften, w​ie die „Wiener fliegenden Blätter“, d​en „Wiener Figaro“, d​ie „Bombe“ u​nd den „Sketch“ a​us London. Außerdem w​ar er e​in exzellenter Pferdezeichner. Als Ansichtskartenkünstler i​st er für s​eine Darstellungen v​on Wiener Typen u​nd Karikaturen a​us dem Leben i​n der k.u.k. Armee bekannt. Für d​en Wiener Postkartenverlag Brüder Kohn Wien (BKW) s​chuf er r​und 1000 Vorlagen.[1] Schönpflug entwarf a​ber auch Reklameplakate, u. a. Warnhinweise für Fahrgäste d​er Wiener Straßenbahnen (1910) s​owie Umschlagzeichnungen v​on Broschuren.

Schönpflug s​chuf allerdings a​uch gemeinsam m​it Theo Zasche u​nd M. J. Leuthe e​ine Reihe antisemitischer Hetzkarikaturen für d​ie christlichsoziale „Reichspost“ u​nd ihr Nebenblatt „Wiener Stimmen“.[2]

Schönpflug w​ar von 1906 b​is 1936 Mitglied d​es Wiener Künstlerhauses, 1949 w​urde er m​it dem Titel Professor ausgezeichnet.

Bestattet i​st er i​n einem ehrenhalber gewidmeten Grab a​uf Baumgartner Friedhof (Gruppe E, Nr. 72).

Werke

Buchveröffentlichungen zu Lebzeiten
  • Herr August Meier der Hochtourist und wie er ein solcher geworden ist! Zusamm’gemacht mit Kunst und Witz von Legwarth Franz und Schönpflug Fritz. Moritz Perles, Wien o. J. (um 1900).
  • Kriegsvolk. Inhalt: Die Heldenmutter.Das rauhe Kriegshandwerk.Der Feldherr.Kriegsrat.Kriegsknechte.Die domerude Feldschlange.Hurrah! Der Feldchirurg.In den Tod!Friedensglück.Die Heerschau.Des Kriegers Ende. C.W. Stern, Wien 1903.
  • Der Arzt. Wien 1906.
  • Krieg im Frieden. 16 Bilder aus dem Militärleben. Huber & Lahme, Wien 1910.
  • Max Schönowsky von Schönwies: Militärische Knabenspiele. K.K. Schulbücher-Verlag, Wien 1910.
  • Habt acht! 244 militärische Anekdoten und Witze. Mit Originalzeichnungen von Fritz Schönpflug. Moritz Perles, Wien 1910.
  • Nicht mucksen! 233 Anekdoten von „Unseren Erziehern“. Hrsg. von der humoristischen Wochenschrift „Die Muskete“. Verlag Perles, Wien 1910.
  • Rudolf Jeremias Kreutz: Aus dem Affenkasten der Welt und anderes. Hrsg. von der humoristischen Wochenschrift „Die Muskete“. Verlag Perles, Wien 1914.
  • Hermann Wagner: Österreichische Kleinstadttypen. Hrsg. von der Humoristischen Wochenschrift „Die Muskete“. Verlag Perles, Wien 1914.
  • Ramaturi: Das Tugendschwein. Mit 15 Federzeichnungen von Fritz Schönpflug und Karl Benedek. C. Barth, Wien u. a. 1920.
  • Alfred Deutsch-German (Vorrede): Die besten Tiergeschichten. Verlag der Volks-Zeitung, Wien 1926.
  • Gottfried Andreas (Hrsg.): Gesellschaftlicher Wegweiser für alle Lebenslagen. Verlag Andreas, Weidlingau-Wien 1930.
Umschlagzeichnungen für
  • August Einspinner: Auf dalmatinischen Forts. Verlag der k.k. Universitätsbuchhandlung Georg Szelinski, Wien 1908.
  • Leopold Tritsch: Allerlei von Herrn Murks : humoristische Schilderungen aus dem Geschäftsleben. Huber & Lahme, Wien 1909.
  • Alfred Polgar, Egon Friedell: Soldatenleben im Frieden : ein zensurgerechtes Militärstück, in das jede Offizierstochter ihren Vater ohne Bedenken führen kann. Wien : Heller, 1910.
  • Hermann Drawe: Unter Vagabunden : Skizzen aus der Verbrecherwelt. Verlag von Huber & Lahme Nachfg., Wien 1910.
  • Fritz Stüber-Gunther: Du alter Stefansturm … Heitere u. ernstere Wiener Skizzen. Mohr, Wien 1913.[3]
Posthume Buchveröffentlichungen
  • Hermann A. Funke: Rösser mit Mucken. Kurzweil für Reiter und Fahrer. Illustriert von Fritz Schönpflug. Verlag Gerlach & Wiedling, Wien 1948.
  • Peter Schönpflug (Hrsg.): Fritz Schönpflug. Wien 1873–1951. Ein Leben für Kunst und Humor. Meister in der Darstellung der Typen der K.u.K. Armee und Alt-Wiens. H. Geyer, Wien 1962.
  • Minna Pixner[Anmerkung 1] (Hrsg.): Wien anno dazumal. Mit einer Einführung und Erläuterungen von Ulrich Ewald. Tusch, Wien 1977.
  • Minna Pixner (Hrsg.): Herbstmanöver. Mit einer Einführung und Erläuterungen von Ulrich Ewald. Tusch, Wien 1977.
  • Minna Pixner (Hrsg.): Aus der Gesellschaft. Mit einer Einführung und Erläuterungen von Ulrich Ewald. Tusch, Wien 1977.
  • Minna Pixner (Hrsg.): Preußens Gloria. Mit einer Einführung und Erläuterungen von Ulrich Ewald. Tusch, Wien 1977.

Anmerkungen

  1. Minna Pixner war die Tochter des Postkartenverlegers Salomon Kohn. Siehe dazu ihr Vorwort zu: Aus dem Postkartenverlag Brüder Kohn. Wiener Persönlichkeiten um 1900. Historisches Museum der Stadt Wien, Wien 1994.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Günter Formery (Zusammenstellung): Glossar für Ansichtskarten und illustrierte Postkarten (Memento vom 8. Februar 2015 im Internet Archive) (PDF; 5,1 MB) In: maximaphilie.de. S. 115.
  2. Ulrich Weinzierl: Die Kultur der Reichspost. In: Franz Kadrnoska (Hrsg.): Aufbruch und Untergang. Österreichische Kultur zwischen 1918 und 1938. Europaverlag, Wien / München / Zürich 1981, ISBN 3-203-50785-4, S. 331.
  3. Marburger Zeitung. Nr. 135, 9. November 1912, S. 9, urn:nbn:si:DOC-FVYZT2OA.
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