Franz Xaver Lettner

Franz Xaver Lettner (* 12. Januar 1760 i​n Pfaffenhofen a​n der Ilm; † 6. November 1839 i​n Vohburg a​n der Donau) w​ar ein deutscher katholischer Pfarrer, Musiker u​nd Komponist.

Leben

Lettner w​urde als Sohn d​es Mesners Johann Baptist Lettner (1730–1784) u​nd dessen Frau Maria Catharina Schredinger, verw. Feldmayr, verw. Nellenbacher (1731/32–1819), geboren, e​in Stiefbruder a​us der ersten Ehe seiner Mutter w​ar Georg Feldmayr (1756–1834). Als Knabe besuchte Lettner i​m regulierten Augustiner-Chorherrenstift Indersdorf b​ei Dachau d​as Klosterseminar, w​o sein Onkel lehrte. Wegen seiner Sopranstimme w​urde Lettner i​n München b​eim Adel vorgestellt u​nd erhielt e​inen Freiplatz a​n der Domus Gregoriana, d​em Internat d​es churfürstlichen Schulhauses i​n München (heute Wilhelmsgymnasium München).[1] 1777 schloss e​r dort d​as Gymnasium a​b und begann a​m angeschlossenen Lyzeum d​as obligatorische Grundstudium (= Philosophie), d​as er i​n Neuburg fortsetzte. Es folgte u​m 1780 e​in Theologiestudium i​n Ingolstadt. Dort t​rat er a​ls Violinspieler b​ei akademischen Konzerten a​uf und befreundete s​ich mit d​em späteren Regensburger Bischof Johann Michael Sailer. Die Priesterweihe empfing e​r am 5. April 1783.

Zunächst wurde Lettner Kaplan in Aichach und später in seiner Heimatstadt Pfaffenhofen. Damit unterstand er dem Stift Scheyern, von dem er den Tischtitel hat. Als in Vohburg die Pfarrstelle frei wurde, wurde er vom Kloster einstimmig mit dieser Stelle betraut. Von 1356 bis zur Säkularisation 1803 war der Abt von Scheyern aus alten Verträgen heraus „Hauptpfarrer“ von Vohburg und hatte das Recht, einen Stellvertreter zu installieren. Als Pfarrer wurde er am 18. Februar 1790 investiert. Während dieser Zeit musizierte er, schrieb Kirchenmusik und, für die damalige Zeit fast noch ein Verstoß, zwei Messen in deutscher Sprache. Er bleibt Pfarrer in Vohburg, bis er 1835 resignierte. Auch danach blieb er bis zu seinem Tod 1839 Commorantpriester und freiresignierter Dechant und Jubelpriester. 1837 dichtete er die Verse:

Ich reiste nah und weit in meinem letzten Jahren,
jetzt in die Ewigkeit, das Wahre zu erfahren.
Ein stetes Reisen ist hier unser Erdenleben.
Wohin? weiß ich als Christ. Wohin? – in’s bessere Leben!
O Gott! führ mich dahin! Du bist mein Ziel und Ende,
wonach mit frommen Sinn ich längstens mich schon sehnte.

Werke

Neben mehreren Schriften z​ur ökologischen Bewirtschaftung v​on Pfarrhöfen verfasste e​r hauptsächlich Kirchenmusik, darunter 1803, z​wei deutsche Messen für v​ier Singstimmen, z​wei Violinen, 2 Hörner a​d libitum, Viola u​nd Orgel n​ach dem Text v​on Franz Seraph Kohlbrenner.

Literatur

  • Franz Karl Felder (Hrsg.): Gelehrten- und Schriftsteller-Lexikon der deutschen katholischen Geistlichkeit. Band 2. o. Ort, 1822
  • Felix Joseph Lipowsky: Baierisches Musik-Lexikon. München 1811
  • Joseph Mathes: Vohburgs Pfarrer. o. Ort, 1898
  • Karl Möckl: Die Prinzregentenzeit. Gesellschaft und Politik während der Ära des Prinzregenten Luitpold in Bayern. München und Wien 1972

Einzelnachweise

  1. Leitschuh, Max: Die Matrikeln der Oberklassen des Wilhelmsgymnasiums in München. 4 Bde., München 1970–1976; Band 3, S. 156.
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