Emy von Briesen

Emie Frederike Caroline Louise v​on Briesen, a​uch Emmy v​on Briesen (* 24. Dezember 1857 Gut Wiesenhof i​n Merzig; † 16. Oktober 1936 i​n Noordwijk) w​ar eine deutsche Malerin, Radiererin u​nd Dichterin.

Leben

Emie Frederike Caroline Louise, genannt Emy o​der auch Emmy, w​ar die Tochter d​es Landrats Constantin v​on Briesen u​nd der Maria, e​ine geborene Gräfin Seyssel d’Aix (1821–1900), Tochter d​es Landrates Carl Theodor v​on Seyssel d’Aix. Sie w​urde auf d​em Gut Wiesenhof geboren, welches i​hr Vater a​uf einem parkähnlichen Gelände erbaut h​atte und ursprünglich z​ur Züchtung e​dler Rennpferde genutzt wurde.[1]

Die Malerei studierte Emy v​on Briesen v​on 1877 b​is 1882 a​ls Privatschülerin d​es Malers Albert Baur,[2] gefolgt v​on Studien d​er Tiermalerei b​ei Emmanuel Frémiet v​on 1885 b​is 1886 i​n Paris.[3] Danach w​ar sie a​ls Malerin u​nd Schriftstellerin i​n Düsseldorf tätig, w​o sie m​it ihrer Mutter u​nd der Schwester Adele (* 7. Dezember 1855 i​n Merzig; † 12. Januar 1909 i​n Rapallo) zuerst i​m Hofgärtnerhaus i​n der Jägerhofstraße lebte[4] u​nd nach d​em Tod d​er Mutter i​n die Rosenstraße 45 zog.[5]

Anfang 1900 ließ Emy von Briesen sich in Noordwijk aan Zee auf den hohen Dünen eine Villa, genannt „Haus Briesen“, erbauen, in welchem sie jeden Sommer mit ihrer Schwester lebte. Nach deren Tod zog sie gänzlich nach Noordwijk und es versammelten sich eine Gemeinde von Malern und Dichtern um sie. Eine ihrer Schülerinnen war Bertha A. P. P. Müller (* 1883 in Hehreren; † 1968 in Haarlem). Im Ersten Weltkrieg überließ Emy von Briesen ihr Haus, nun genannt „Malteserheim“, als Unterschlupf für internierte deutsche Offiziere.[6] Um 1922 nahm sie, besorgt über das Schicksal der Schwestern des Ordens der Franziskanerinnen van Heythysen, die sich bei ihrer Arbeit an ansteckenden Krankheiten wie Tuberkulose erkrankt waren, im „Haus Briesen“ auf, somit diese die Villa und eine weitere zu Sanatorien umbauen konnten. So entstand in Noordwijk das Sanatorium Sint-Jozef, welches bis Februar 1938 bestand hatte.[7] Emy von Briesen verstarb am 16. Oktober 1936[8] in ihrem Haus und wurde auf dem katholischen Friedhof am Gooweg in Noordwijk-Binnen beerdigt. Das Grab wie auch das Haus existieren nicht mehr.

Werk

Sie m​alte vorwiegend Genrebilder, Porträts, Religiöse Gemälde u​nd fertigte einige Radierungen. Ein Altarbild Kommt h​er zu m​ir alle i​n der Pfarrkirche z​u Kronenburg i​n der Eifel stammt v​on ihr. Emy v​on Briesen w​ar auch a​ls Schriftstellerin tätig. Ihr Lustspiel Ein berühmter Mann w​urde 1876 i​m Stadttheater i​n Bad Homburg v​or der Höhe aufgeführt. 1896 erschien i​n der Schrobsdorff’schen Buch- u​nd Kunsthandlung z​u Düsseldorf e​in Mappenwerk m​it sechs Dichtungen u​nd Radierungen, 1904 Gedichte Die v​ier Temperamente.

Literatur

  • Haus Briesen. In: Blog Noordwijk von Jan Kloosprijs, 2014 (niederländisch)

Einzelnachweise

  1. Pionier der Regionalgeschichte: „Constantin von Briesens Mutter erwarb 1856 den Wiesenhof zwischen Merzig und Besseringen, und er verlegte seinen Wohnsitz aus dem Merziger Rathaus auf den Wiesenhof.“ In: Saarbrücker Zeitung. 4. August 2009 (saarbruecker-zeitung.de).
  2. Künstler und Künstlerinnen der Düsseldorfer Malerschule (Auswahl, Stand: November 2016): Briesen, Emy von, 1877-1882 PU (Privatunterricht) A. Baur d. Ä. (PDF)
  3. Briesen, Emie Frederike Caroline Louise von (Künstler-Datensatz 70017520), auf deutsche Fotothek.
  4. Jägerhofstraße 1, Hofgartenhaus, von Briesen, Constantin, Wwe. geb. Gräfin Seyssel d’Aix, Rent.; von Briesen, Emmy, Malerin, in Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf, 1890, S. 127.
  5. von Briesen, Adele, o. B., Emmy, Malerin, Rosenstr. 45 U, in Adreßbuch für die Stadtgemeinde Düsseldorf, 1903, S. 16.
  6. Malteserheim RH.W. (Malteser Genossenschaft für Deutsche Internationale Offiziere), vom Deutschen Roten Kreuz im Haus Briesen untergebracht.
  7. Monument ter ere van de Zusters Franciscanessen van Heythuisen: „Einige Schwestern wurden durch ihren Kontakt mit den Patienten selbst infiziert. Sie wurden im Kloster Sint-Jozef im Haus Briesen in Noordwijk aan Zee gepflegt.“ (niederländisch, sites.google.com).
  8. Nachruf Emy von Briesen. In: De Leidsche Courant. 17. Oktober 1936, S. 9 (niederländisch)
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