Dorsal (Phonetik)
Dorsal bezeichnet in der Phonetik einen Laut, dessen Artikulationsorgan der Zungenrücken (lateinisch: dorsum linguae) ist. So erzeugte dorsale Laute werden deutsch auch als Zungenrückenlaute bezeichnet.

14. postero-dorsal (hinterer Teil der Zunge)
15. antero-dorsal (vorderer Teil der Zunge)
15. antero-dorsal (vorderer Teil der Zunge)
Mit dem Zungenrücken sind drei verschiedene Artikulationsorte zu erreichen. Wird er dem harten Gaumen angenähert, so können palatale Konsonanten erzeugt werden:
- [c] Stimmloser palataler Plosiv
- [ɟ] Stimmhafter palataler Plosiv
- [ɲ] Stimmhafter palataler Nasal
- [ç] Stimmloser palataler Frikativ wie in deutsch ich
- [ʝ] Stimmhafter palataler Frikativ
- [j] Stimmhafter palataler Approximant wie in deutsch ja
Wird er dem Gaumensegel (Velum) angenähert, so entstehen velare Konsonanten:
- [k] Stimmloser velarer Plosiv wie in deutsch kurz
- [g] Stimmhafter velarer Plosiv wie in deutsch gar
- [ŋ] Stimmhafter velarer Nasal wie in deutsch lang
- [x] Stimmloser velarer Frikativ wie in deutsch hoch[1]
- [ɣ] Stimmhafter velarer Frikativ
Wird der Zungenrücken schließlich dem Gaumenzäpfchen (Uvula) angenähert, so werden uvulare Konsonanten erzeugt:
- [q] Stimmloser uvularer Plosiv
- [ɢ] Stimmhafter uvularer Plosiv
- [ɴ] Stimmhafter uvularer Nasal
- [ʀ] Stimmhafter uvularer Vibrant wie in deutsch roh[2]
- [χ] Stimmloser uvularer Frikativ wie in deutsch doch[1]
- [ʁ] Stimmhafter uvularer Frikativ wie in deutsch roh[2]
Anmerkungen
- Das Auftreten und die Unterscheidung von [x] und [χ] in der deutschen Aussprache wird von Wissenschaftlern unterschiedlich bewertet. Die hier gegebene Unterscheidung folgt: Klaus Kohler: German. In: Handbook of the International Phonetic Association. Cambridge University Press, 1999.
- Bei den unterschiedlichen Realisierungen des Phonems /r/ im Deutschen handelt es sich um freie Allophone, vgl. Aussprache der Konsonanten im Deutschen
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