Dirk Schindelbeck

Dirk Schindelbeck (* 1952 i​n Unna, Westfalen) i​st ein deutscher Autor, d​er sowohl i​m belletristischen a​ls auch i​m Sachtextbereich arbeitet.

Dirk Schindelbeck, 2013

Leben

Dirk Schindelbeck studierte v​on 1973 b​is 1983 a​n der Albert-Ludwigs-Universität i​n Freiburg u. a. Germanistik, Philosophie u​nd promovierte 1987 m​it einer Arbeit z​ur Gattungsgeschichte d​es neueren deutschen Sonetts. Von 1988 b​is in Ende d​er 1990er Jahre arbeitete e​r mit d​en Historikern Rainer Gries u​nd Volker Ilgen („Freiburger Autorenteam“) e​ng zusammen u​nd engagierte s​ich in d​er Bundesgeschichtswerkstatt v​on 1988 b​is 1997. Seit 1997 veröffentlichte e​r mehrerer kulturhistorischer Bücher gemeinsam m​it Volker Ilgen. Von 1992 b​is 1998 w​ar er i​m „DFG-Projekt Propagandageschichte Freiburg u​nd Leipzig“ (Propaganda während d​er Zeit d​es Kalten Krieges).

Seit 1998 i​st er freier Autor sowohl i​m wissenschaftlichen u​nd populärwissenschaftlichen a​ls auch i​m belletristischen Bereich. Er schreibt für Periodika w​ie DAMALS. Das Magazin für Geschichte, belletristische Zeitschriften u​nd die Tagespresse. Ebenso schreibt e​r Beiträge für Rundfunk u​nd Ausstellungen, Firmenchroniken u​nd immer wieder Lyrik (Träger d​es Inge-Czernik-Förderpreises für Lyrik 2008). Lehrbeauftragter a​n der PH Freiburg (Institut für deutsche Literatur) v​on SS 2002 b​is WS 2012/13. Chefredakteur d​er Zeitschrift FORUM Schulstiftung, d​er Zeitschrift für d​ie katholischen freien Schulen d​er Erzdiözese Freiburg v​on 2002 b​is 2013. Zu Beginn d​er 2010er Jahre erforschte e​r die Erziehung i​m katholischen Waisenhaus Günterstal i​n den 1960er Jahren.[1] Ab Oktober 2013 arbeitete e​r im BMBF-Forschungsverbund Jena Hamburg Wien PolitCigs – Die Kulturen d​er Zigarette u​nd die Kulturen d​es Politischen.[2]

Publikationen (Auswahl)

  • Notgeld. Zu schön es auszugeben, Jonas-Verlag, Ilmtal-Weinstraße 2021, 168 S., 253 Abb., ISBN 978-3-89445-584-2
  • „…den armen Bedürftigen helfende Hände reichen…“. Der Freiburger Armenfonds vom Mittelalter bis in die Gegenwart, Stiftungsverwaltung Freiburg, Freiburg 2020, ISBN 978-3-00-064842-7
  • Als die Zigarette giftig wurde. Ein Risiko-Produkt im Widerstreit, Kromsdorf 2017, Jonas-Verlag, 192 S. (mit Christoph Alten, Gerulf Hirt, Stefan Knopf, Sandra Schürmann, hg. von Rainer Gries und Stefan Rahner im Forschungsverbund PolitCigs Hamburg – Jena – Wien) ISBN 978-3-89445-529-3
  • Die Welt in einer Zigarettenschachtel. Transnationale Horizonte eines deutschen Produkts, Kromsdorf 2017, Jonas-Verlag, 192 S. (mit Christoph Alten, Gerulf Hirt, Stefan. Knopf, Sandra Schürmann, hg. von Rainer Gries und Stefan Rahner im Forschungsverbund PolitCigs Hamburg – Jena – Wien), ISBN 978-3-89445-528-6
  • Der aus Reklame Werbung machte. Johannes Weidenmüller. Werbewissenschaftler und Agenturgründer, Berlin 2016, ISBN 978-3-95894-024-6
  • Hühneraugenpflaster im Reklamerausch. "Kukirol", "Doktor Unblutig" und die Werbung der zwanziger Jahre, Berlin 2015, ISBN 978-3-95894-005-5
  • TROPFENFÄNGER & KREISENDE KOLBEN – DEUTSCHE MARKEN-SONETTE 2.0.15, mit Grafiken von Gerd Grimm und einem Sonettkranz als Poster, Dirk Schindelbeck / Alexander Rosner, Lavori-Verlag Freiburg, ISBN 978-3-935737-64-7
  • Zigaretten-Fronten. Die politischen Kulturen des Rauchens in der Zeit des Ersten Weltkriegs (mit Christoph Alten, Gerulf Hirt, Stefan Knopf, Sandra Schürmann, hg. Von Rainer Gries und Stefan Rahner im Forschungsverbund PolitCigs Hamburg – Jena – Wien), ISBN 978-3-89445-496-8
  • Wir waren nur verhandelbare Masse. Nachkriegsschicksale aus dem Waisenhaus in Freiburg-Günterstal. (Hrsg. von der Waisenhausstiftung Freiburg), ISBN 978-3-00-045038-9
  • Das wirst Du nicht los, das verfolgt dich ein Leben lang! Die Geschichte des Waisenhauses in Freiburg-Günterstal (hg. Von der Waisenhausstiftung Freiburg), Freiburg 2014, ISBN 978-3-00-042653-7
  • Gerd Grimm zum 100. Geburtstag: Mode. Mädchen, Metropolen, Freiburg 2010, ISBN 978-3-923288-73-1
  • Entschleunigung. 19 Sonette, Hockenheim 2008, ISBN 3-934960-68-5
  • Unsere Bank am Kaiserstuhl. 140 Jahre Kaiserstühler Volksbank. Ein historisches Lesebuch, Freiburg 2008 (zus. mit H. Siebold), ISBN 978-3-923288-67-0
  • Eine Bank wie keine andere. 140 Jahre Volksbank Freiburg. Ein historisches Lesebuch, Freiburg 2007 (zus. mit H. Siebold), ISBN 978-3-923288-51-9
  • Am Anfang war die Litfaßsäule. Illustrierte deutsche Reklamegeschichte, Primus Verlag/Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2006 (zus. mit V. Ilgen), ISBN 978-3-89678-284-7
  • Marken, Moden und Kampagnen. Illustrierte deutsche Konsumgeschichte, Primus Verlag Darmstadt (zugleich Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt) Darmstadt 2003, ISBN 3-89678-234-7
  • „Haste was, biste was!“ Werbung für die soziale Marktwirtschaft, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1999 (mit V. Ilgen), ISBN 3-89678-114-6
  • Jagd auf den Sarotti-Mohr. Von der Leidenschaft des Sammelns, Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1997 (mit V. Ilgen), ISBN 3-596-13485-4
  • „Ins Gehirn der Masse kriechen!“ Werbung und Mentalitätsgeschichte. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, Darmstadt 1995 (mit R. Gries/V. Ilgen), ISBN 3-534-12675-0
  • Gestylte Geschichte. Vom alltäglichen Umgang mit Geschichtsbildern. Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 1989, (mit R. Gries/V. Ilgen), ISBN 3-924550-36-0
  • Die Veränderung der Sonettstruktur von der deutschen Lyrik der Jahrhundertwende bis in die Gegenwart. Verlag Peter Lang, Frankfurt/Bern/New York/Paris, 1987, ISBN 3-8204-9961-X

Herausgeberschaften

  • mit R. Gries, V. Ilgen: Geschichtsmarkt. Vergangenheiten als Markenprodukte (= Geschichtswerkstatt. Nr. 20). ergebnisse, Hamburg 1990.
  • mit R. Gries, V. Ilgen: Werbung als Geschichte (= Geschichtswerkstatt. Nr. 25). edition Zeitlupe, Bonn 1992.
  • mit Monika Gibas: „Die Heimat hat sich schön gemacht!“ 1959: Fallstudien zur deutsch-deutschen Propagandageschichte (= Comparativ. Zeitschrift für vergleichende Geschichtswissenschaft. Nr. 3/1994). Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 1994.
  • mit A. Weber: „Elf Freunde müsst ihr sein!“ Einwürfe und Anstöße zur deutschen Fußballgeschichte. Haug, Freiburg 1996.

Beiträge zu wissenschaftlichen Sammelbänden

  • Julius Pinschewer und der gezeichnete Werbetrickfilm in Deutschland 1897 – 1933, in: Karin Moser, Mario Keller, Franz X. Eder (Hg.): „Grenzenlose Werbung - zwischen Konsum und Audiovision“, Berlin, de Gruyter Verlag 2020, S. 1–29
  • Geldnot und Notgeld in Freiburg 1917–1923, in: Schau-ins-Land. 138. Jahrbuch des Breisgauer Geschichtsvereins 2019, Freiburg 2020, S. 115–134
  • Religiöse Inbrunst in Hexametern. „Der Messias“ von Friedrich Gottlieb Klopstock, 1748, in: Josef Kraus, Walter Krämer (Hg.): Sternstunden. Große Texte deutscher Sprache, Paderborn, IFB Verlag 2018, S. 61–64.
  • Der Geist der Achtsamkeit und des Respekts. Über den Umgang mit Menschen von Adolph Freiherr von Knigge 1788, in: Josef Kraus, Walter Krämer (Hg.): Sternstunden. Große Texte deutscher Sprache, Paderborn, IFB Verlag 2018, S. 85–88.
  • Großraumbüroluftatmosphäre. „Ein Vormittag“ von Robert Walser 1907, in: Josef Kraus, Walter Krämer (Hg.): Sternstunden. Große Texte deutscher Sprache, Paderborn, IFB Verlag 2018, S. 236–239.
  • Wie der eye-catcher zu seinem Namen kam. hundert worte werbelehre von werbwart weidenmüller 1924, in: Josef Kraus, Walter Krämer (Hg.): Sternstunden. Große Texte deutscher Sprache, Paderborn, IFB Verlag 2018, S. 284–287.
  • Schießende Konsonanten, abgeschossene Vokale. schtzngrmm von Ernst Jandl 1966, in: Josef Kraus, Walter Krämer (Hg.): Sternstunden. Große Texte deutscher Sprache, Paderborn, IFB Verlag 2018, S. 392–394.
  • Heimerziehung unter katholischen Vorzeichen – Das städtische Waisenhaus in Freiburg-Günterstal, in: Christian Keitel, Nastasja Pilz, Nora Wohlfarth (Hg.): Aufarbeiten im Archiv. Beiträge zur Heimerziehung in der baden-württembergischen Nachkriegszeit, Stuttgart 2018, S. 81–87.*
  • Zaubersprüche und tanzende Flaschen. Märchenwelten in der Werbung, in: Sabine Wienker-Piepho, Markus Tauschek (Hg.): Zurechterzählt! Wie Märchen und populäre Erzählstoffe genutzt, ideologisiert und aktualisiert werden (Schriftenreihe Ringvorlesungen der Märchen-Stiftung Walter Kahn), Volkach 2018, S. 15–43.
  • Propaganda auf leisen Sohlen – am Beispiel des Begriffs „Soziale Marktwirtschaft“, (auch) ein sozialpsychologisches Lehrstück, in: Walter Ötsch, Silja Graupe (Hg.): Macht der Bilder, Macht der Sprache (Schriftenreihe der Freien Akademie Berlin, Band 37), Falkensee 2018, S. 87–112.
  • Von der „Werkstatt für neue deutsche Wortkunst“ zur „anbietlehre“. Johannes Weidenmüller (1881–1936), der vergessene Urahn der deutschen Werbung, in: Roland Prügel (Hg.): Wege in die Moderne. Weltausstellungen, Medien und Musik im 19. Jahrhundert, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg 2014, S. 68–80.
  • ‘Victim of a Technical Hitch…’: Ernest Dichter as Proprietor of a Guesthouse with Bugging Installation, in: Stefan Schwarzkopf, Rainer Gries (Hg.): Ernest Dichter and Motivation Research. New Perspektives on the Making of Post-war Consumer Culture, London 2010, S. 256–265.
  • The ‘Depth Boy’ - Ernest Dichter and the Post-war German Advertising Elite, in: Stefan Schwarzkopf, Rainer Gries (Hg.): Ernest Dichter and Motivation Research. New Perspektives on the Making of Post-war Consumer Culture, London 2010, S. 236–255.
  • Lyrik, Cash und Lobby (Essay über Lyrik, Markt und Gesellschaft heute) in: Brückenflower. Neue und ältere Lyrik über Brücken und Blumen, Verbindung und Verständigung, Hockenheim 2010, S. 7–13
  • „Herr Flieger! Schreiben Sie doch einmal Ursel... So heiße ich...“ Aufstieg und Fall der Himmelsschreiber von Henkel, in: Christian Kleinschmidt (Hg.): Kuriosa der Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte, Essen 2008, S. 231–237.
  • „…einem Regiefehler zum Opfer gefallen…“ Ernest Dichter als Betreiber einer Pension mit Abhöranlage, in: Stefan Schwarzkopf, Rainer Gries (Hg.): Der große Verführer. Ernest Dichter zum hundertsten Geburtstag, Wien 2007, S. 257–266.
  • Ernest Dichter und seine deutschen Kollegen – dargestellt an seinem Verhältnis zu Hans Wündrich-Meißen, in: Stefan Schwarzkopf, Rainer Gries (Hg.): Der große Verführer. Ernest Dichter zum hundertsten Geburtstag, Wien 2007, S. 235–254.
  • Roth-Händle und Reval: Zwei Marken zwischen Kunst und Werbung. Rückblick auf eine Ausstellung des Stadtarchivs Lahr in der Villa Jamm mit Werbegraphik von Gerd Grimm und Herbert Leupin, in: Geroldsecker Land. Jahrbuch einer Landschaft, Heft 47 „Migration“, Lahr 2005, S. 145–152.
  • „Der Sozialismus in seinem Lauf“. Alltagskulturelle und lebensweltliche Aspekte des Konsums in der DDR während der Ära Honecker, in: Rolf Walter (Hg.): Geschichte des Konsums. Erträge der 20. Arbeitstagung der Gesellschaft für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 23.–26. April 2003 in Greifswald, Stuttgart 2005, S. 367–377.
  • Zur Geschichte des Markenartikels 1850–1933, in: Strategien der Werbekunst zwischen 1850 und 1933, Ausstellungskatalog des Deutschen Historischen Museums DHM Berlin (Ausstellung im Zeughaus/Unter den Linden vom 21. April 2004 bis 30. August 2004), S. 50–61.
  • Marken, wollt ihr ewig leben? Von sleeping beauties und wachküssenden Prinzen, in: Florian Langenscheidt (Hg.): Deutsche Standards. Marken des Jahrhunderts. Die Königsklasse deutscher Produkte und Dienstleistungen, Deutsche Standards Verlag, Köln 2004, S. 597–599.
  • Ronnie Biggs superstar: quanto conta la pubblicità per i rapinatori, in: Klaus Schönberger (Hg.): La rapina in banca. Storia. Teoria. Pratica, Roma 2003, S. 48–58
  • Werbung für alle? Kleine Geschichte der Gemeinschaftswerbung von der Weimarer Republik bis zur Bundesrepublik Deutschland, in: Clemens Wischermann, Peter Borscheid, Karl-Peter Ellerbrock (Hg.): Unternehmenskommunikation im 19. und 20. Jahrhundert. Neue Wege der Unternehmensgeschichte, Dortmund 2000, S. 63–98.
  • Ronnie Biggs Superstar – vom Wert der Öffentlichkeitsarbeit beim Postraub, in: Klaus Schönberger (Hg.): Vabanque. Bankraub. Theorie. Praxis. Geschichte, Verlag Libertäre Assoziation Schwarze Risse Rote Straße, Berlin 2000, S. 64–77.
  • Leipzig, Oktober 1989: „Jeder bringt noch einen mit...“. Die Angst des Staates vor der Masse, in: Monika Gibas, Rainer Gries, Barbara Jakoby, Doris Müller (im Auftrag des DFG-Projektes Propagandageschichte Freiburg und Leipzig): Wiedergeburten. Zur Geschichte der runden Jahrestage der DDR, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 1999, S. 232–343
  • Das Ei des Ferrero, in: Gerda Breuer (Hg.): summa summarum. Sammeln heute (= Wuppertaler Gespräche 3), Stroemfeld Verlag, Basel/Frankfurt/M. 1999, S. 31–46
  • Propaganda mit Gummiballons und Pappraketen. Deutsch-deutscher Flugblattkrieg nach dem Bau der Mauer, in: Gerald Diesener, Rainer Gries (Hg.): Propaganda in Deutschland. Zur Geschichte der politischen Massenbeeinflussung im 20. Jahrhundert, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, Darmstadt 1996, S. 213–234
  • Sieger Marke Deutschland. Heldenstück in drei Akten, in: Dirk Schindelbeck, Andreas Weber (Hg.): „Elf Freunde müsst ihr sein!“ Einwürfe und Anstöße zur deutschen Fußballgeschichte (= Geschichtswerkstatt Heft 30), Freiburg 1996, S. 52–66
  • Perfekte Panne, perfide Performance. Opel baut auf Eisenach, in: Rolf Haubl, Hans .A. Hartmann (Hg.): Bilderflut und Sprachmagie. Fallstudien zur Kultur der Werbung, Westdeutscher Verlag Opladen 1992, S. 33–49, (zus. mit Rainer Gries, Volker Ilgen)

Beiträge

Einzelnachweise

  1. Monika Goetsch: Im Trümmerfeld der Seele, in: Süddeutsche Zeitung Nr. 49, 28. Februar/1. März 2015, S. 57.
  2. PolitCigs - Die Kulturen der Zigarette und die Kulturen des Politischen. BMBF-Forschungsverbund PolitCIGs. Abgerufen am 19. Februar 2019.
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