Didelphodon

Didelphodon i​st ein Säugetier a​us der Stammgruppe d​er Beuteltiere, d​as in d​er Oberkreide lebte. Es s​tarb mit d​en Dinosauriern a​n der Kreide-Tertiär-Grenze aus.

Didelphodon

Skelettrekonstruktion v​on Didelphodon vorax

Zeitliches Auftreten
Oberkreide
70 bis 65,5 Mio. Jahre
Fundorte
  • Nordamerika
Systematik
Amnioten (Amniota)
Synapsiden (Synapsida)
Säugetiere (Mammalia)
Metatheria
Stagodontidae
Didelphodon
Wissenschaftlicher Name
Didelphodon
Marsh, 1889

Fossile Überreste d​er Tiere wurden zuerst i​n der Lance-Creek-Formation i​n Wyoming gefunden u​nd schon 1889 v​on Othniel Charles Marsh a​ls Didelphodon vorax beschrieben. Sein Konkurrent Edward Drinker Cope beschrieb 1892 e​ine zweite Art, Didelphodon padanicus. Eine dritte Art, Didelphodon coyi, stammt a​us der bekannten Horseshoe-Canyon-Formation u​nd wurde 1986 beschrieben. Alle Fossilien d​er Gattung, v​or allem Kieferfragmente u​nd einzelne Zähne, wurden i​n den nördlichen Great Plains i​n Kanada u​nd den USA gefunden.

Merkmale

Mit der Größe einer kleinen Hauskatze war Didelphodon eines der größten Säugetiere seiner Zeit. Die Backenzähne waren groß, massiv und vom tribosphenischen Typ. Dabei bestehen die Okklusionsflächen aus drei Höckern, die in einem Dreieck angeordnet waren. Im Unterkiefer wies die Spitze des Dreiecks nach außen. Innerhalb dieses Dreiecks lag eine Vertiefung, in der der gegenüberstehende Oberkieferzahn mit seiner nach innen weisenden Dreieckspitze griff. Die Zähne ähnelten denen des heutigen Seeotters, der sich von hartschaliger Beute, wie Seeigel, Muscheln und Schnecken ernährt. Da Fossilien von Didelphodon vor allem in der Nähe von Flussablagerungen gefunden wurden, könnte er eine ähnliche Ernährungsstrategie und eine halbaquatische Lebensweise gehabt haben. Die Prämolaren erinnern wiederum an die des Beutelteufels, der sowohl Aas frisst als auch Beute bis zu der Größe eines kleinen Wallabys schlagen kann. Möglicherweise fraß Didelphodon auch Aas und jagte kleinere Beutetiere.

Literatur

  • Richard C. Fox, Bruce G. Naylor: Stagodontid marsupials from the Late Cretaceous of Canada and their systematic and functional implications. In: Acta Palaeontologica Polonica. 51, 1, 2006, ISSN 0567-7920, S. 13–36, (PDF; 504 kB).
  • John Acorn: Deep Alberta. Fossil facts and dinosaur digs. Royal Tyrrell Museum u. a., Drumheller u. a. 2007, ISBN 978-0-88864-481-7, GoogleBooks.
  • Tim Haines, Paul Chambers: Dinosaurier – Giganten der Urwelt. Kosmos, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-440-10961-8, S. 143.
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