Derewljanska-Straße

Die Derewljanska-Straße (ukrainisch Деревля́нська ву́лиця) ist eine Straße in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Die Straße liegt im Ortsteil Lukjanowka im Rajon Schewtschenko und verbindet die Alexander-Herzen-Straße mit der Straße der Familie Chochlowych. Sie kreuzt dabei die Jurij-Iljenko-Straße und die Belorussische Straße. Kennzeichnend für die Straße ist die Bebauung mit fünfgeschossigen Ziegelbauten, den sogenannten Chruschtschowkas.

Derewljanska-Straße
Деревля́нська ву́лиця
Wappen
Straße in Kiew
Derewljanska-Straße
Derewljanska wulizja, 2015
Basisdaten
Ort Kiew
Rajon Schewtschenko
Bauwerke Höheres Institut für Religionswissenschaften St. Thomas von Aquin
Nutzung
Nutzergruppen Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 820 m
Derewljanska Nr. 13

Die Straße ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden und war ursprünglich ein Teil der Owruzka-Straße. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Neu-Owruzka-Straße bezeichnet, erhielt sie 1963 den Namen des sowjetischen Heerführers Iona Jakir, den sie bis 2016 führte. Im Zuge der Dekommunisierung in der Ukraine wurde sie 2016 nach dem Volksstamm der Drewlanen benannt, der vom 9. bis zum 12. Jahrhundert in Polesien siedelte. In den Jahren 2007 bis 2010 wurde mehrfach vorgeschlagen, die Straße nach dem Linguisten, Ethnographen, Historiker, Universitätsrektor, Politiker sowie ukrainisch-orthodoxer Metropoliten und Primas Iwan Ohijenko zu benennen, derartige Vorschläge wurden jedoch nicht umgesetzt.[1] [2] [3]

Von historischer Bedeutung i​st in d​er Straße lediglich d​as Gebäude Nr. 13. Das ehemalige Waisenhaus für Zöglinge d​er Kaiserlichen Armee w​urde am 5. Oktober 1900 eingeweiht. Umgangssprachlich w​urde es „Alexandrowka“ n​ach dem z​ur Zeit seiner Errichtung regierenden Kaiser Alexander III. genannt. Architekt d​es am 25. Juli 1899 begonnenen Bauwerkes w​ar Waldimir Nikolajew. Finanziert w​urde der Bau d​urch den Mäzen S. Porochnenkow. 1926 w​urde in d​em Gebäude d​as Kinderheim Nr. 5 eingerichtet. Später w​urde es d​er „Kiewer Höheren Radiotechnischen Schule für Ingenieure d​er Truppenluftabwehr“ (russisch Киевское высшее инженерное радиотехническое училище ПВО) z​ur Nutzung übergeben.

Im Jahr 2003 g​ing das Gebäude i​n das Eigentum d​es Dominikanerordens über, d​er hier d​as „Höhere Institut für Religionswissenschaften St. Thomas v​on Aquin“ einrichtete.

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Literatur

  • «Киев. Энциклопедический справочник», Глав. ред. Украинской Советской Энциклопедии, 1985. (russisch)

Einzelnachweise

  1. Heute steht die Entscheidung für die Umbenennung von 11 hauptstädtischen Straßen an. РБК-Украина, (russisch). 12. September 2007.
  2. In Kiew wurde die Umbenennung von Straßen ausgesetzt (ukrainisch). for-ua.com.. 10. Oktober 2007. Archiviert vom Original am 5. Februar 2014. Abgerufen am 5. Februar 2014.
  3. Шульга Андрей: In Kiew kommt es zu einer umfassenden Umbenennung der Straßen (russisch). In: 17. Dezember 2010. Укринформ. Archiviert vom Original am 29. September 2018.

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