Darlehnskassenschein

Darleh(e)nskassenscheine wurden zwischen 1914 u​nd 1922 i​m Deutschen Reich v​on der Reichsschuldenverwaltung gemäß Darlehnskassengesetz v​om 4. August 1914 (RGBl. S. 340) i​n Anlehnung a​n eine vormalige preußische Banknotenart ausgegeben.

Darlehnskassenschein von 1918

Die Scheine waren formal keine "echten" Banknoten, mussten aber trotzdem als Zahlungsmittel von allen Staatskassen akzeptiert werden. Mit Beginn ihrer Emission zu Beginn des Ersten Weltkrieges waren die Darlehnskassenscheine durch Beleihung von industriellen und landwirtschaftlichen Gütern juristisch gedeckt, jedoch wie alle anderen Zahlungsmittel nicht in Goldmark umtauschbar. De facto waren sie eine während und nach dem Ersten Weltkrieg genutzte Form der zusätzlichen Bargeldschöpfung. Sie liefen parallel zu den Reichsbanknoten, Reichskassenscheinen und Privatbanknoten als fünfte "Banknotenart" – neben den (geduldeten) Notgeldscheinen und sonstigen Geldersatzzeichen der Länder, Kommunen und Großbetriebe – bis zu ihrer vollständigen Entwertung in der Inflation im Jahre 1923 in Deutschland um. Zwischen allen fünf Banknotenarten gab es keine Kursabweichungen. Ab August 1923 gab es noch kurzzeitig eine sechste Banknotenart (sog. "wertbeständiges Notgeld"), die wieder auf die Vorkriegsgoldmark und den US-Dollar direkt in einer Kursangabe Bezug nahm und nicht wie die vorgenannten Darlehnskassenscheine auf die entwertete Papiermark.

Preußen g​ab in d​er Notzeit v​on 1848 b​is 1851 Darlehnskassenscheine i​m Werte v​on 1 u​nd 5 Taler aus, d​ie jedoch keinen Anspruch a​uf Einlösung i​n Kurantgeld hatten. Diese wurden d​ann bis 1855 d​urch Kassenanweisungen über 1, 5 u​nd 10 Taler abgelöst, d​ie dann a​ber wieder i​n Silbertaler einlösbar waren.

Literatur

  • Jürgen Koppatz: Geldscheine des Deutschen Reiches. transpress Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1983.
Commons: Mark Darlehnskassenschein of the German Empire – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Mark Darlehnskassenschein of the Weimar Republic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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