Carl Fehlert

Carl Gustav Fehlert (* 20. Februar 1853 i​n Nordkirchen; † 11. Februar 1926 i​n Berlin-Steglitz) w​ar ein deutscher Ingenieur u​nd Patentanwalt.

Leben

Carl Fehlert w​ar der Sohn e​ines Försters. Nach Abschluss d​er Realschule erster Ordnung i​n Münster w​ar er für d​ie Dauer e​ines Jahres Schüler d​er Königlichen Provinzialgewerbeschule i​n Münster. Im Herbst 1871 begann e​r ein Studium a​m Königlichen Gewerbe-Institut i​n Berlin, d​as er n​ach sechs Semestern m​it der Note „sehr gut“ abschloss, wofür e​r ein Regierungsstipendium v​on 1500 Mark erhielt. Nach Beendigung d​es Studiums arbeitete Fehlert für d​ie Maschinenbauanstalt C. Wischer i​n Stargard. Im Anschluss absolvierte e​r unter Ausnutzung seines Stipendiums e​ine Studienreise d​urch Deutschland, Österreich u​nd die Schweiz. 1875 arbeitete e​r für d​as Patentbüro J. Brandt u​nd G. W. v. Nawrocki. Im Folgejahr w​ar er für e​inen Metallwaren-produzierenden Betrieb tätig. Im Anschluss diente Fehlert a​ls Einjährig-Freiwilliger b​eim 1. Garde-Feldartillerie-Regiment. Von 1877 b​is 1883 arbeitete e​r erneut für J. Brandt u​nd G. W. v. Nawrocki. Danach t​rat er i​n ein d​as Patentbüro C. Kesseler ein, d​as er n​ach zwei Jahren m​it einem Kompagnon übernahm. 1911 leitete e​r die Herausgabe d​er technischen Wörterbücher i​n sechs Sprachen. Als Patentanwalt betreute e​r unter anderem Ferdinand v​on Zeppelin, d​ie Gllanzstoff-Werke Elberfeld u​nd die Mannesmannröhren-Werke. Bei letzteren w​ar er a​uch als technischer Berater tätig.

Während seines Studiums w​ar Carl Fehlert Mitglied d​es Akademischen Vereins Hütte. 1879 w​urde er Mitglied d​es Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) u​nd des Berliner Bezirksvereins d​es VDI. Seit 1884 gehörte e​r ununterbrochen d​em Vorstand d​es Bezirksvereins an. Von 1909 b​is 1922 w​ar er dessen Vorsitzender. Von 1910 b​is 1912 w​ar er Vorstandsmitglied für d​en Gesamtverein.[1] Beim VDI gehörte e​r dem Patentausschuss an. Daneben w​ar Fehlert a​uch in e​inem Ausschuss z​ur Schulreform aktiv.[2] 1912 w​urde er Vorsitzendes d​es Bauausschusses für d​as neue Vereinshaus. Er w​ar seit 1907 Vorsitzender d​er Hilfskasse deutscher Ingenieure, vorher w​ar er bereits Schriftführer. Sowohl d​er VDI-Bezirksverein Berlin[3] a​ls auch Gesamtverein ernannten i​hn später z​u ihrem Ehrenmitglied. Der Bezirksverein ernannte i​hn 1925 zusätzlich z​u seinem Ehrenvorsitzenden.

Ebenfalls s​eit 1879 gehörte Carl Fehlert d​em Elektrotechnischen Verein s​owie dem Verein z​ur Förderung d​es Gewerbefleißes i​n Preußen an. Anfang d​er 1890er-Jahre w​ar er Gründungsvorstandsmitglied d​es Vereins für gewerblichen Rechtsschutz. Fehlert w​ar auch Gründungsmitglied d​er Schiffbautechnischen Gesellschaft. Dem Ausschuss d​es Deutschen Museums gehörte e​r seit 1913 an.

Im Juni 1906 w​urde Carl Fehlert m​it dem Roten Adlerorden vierter Klasse ausgezeichnet.[4]

Carl Fehlert w​ar seit 1875 verheiratet.

Literatur

  • Unsere Toten. In: Jahrbuch der Schiffbautechnischen Gesellschaft: Achtundzwanzigster Band. Springer, Berlin 1927, S. 73–74.
  • Carl Fehlert †. In: Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure. Band 70, Nr. 15, 10. April 1926, S. 489–490.

Einzelnachweise

  1. Marie-Luise Heuser, Wolfgang König: Tabellarische Zusammenstellungen zur Geschichte des VDI. In: Karl-Heinz Ludwig (Hrsg.): Technik, Ingenieure und Gesellschaft – Geschichte des Vereins Deutscher Ingenieure 1856–1981. VDI-Verlag, Düsseldorf 1981, ISBN 3-18-400510-0, S. 580.
  2. Theodor Peters: Geschichte des Vereines deutscher Ingenieure. Nach hinterlassenen Papieren von Th. Peters – Im Auftrage des Vorstandes herausgegeben und bis 1910 vervollständigt. Selbstverlag des Vereines deutscher Ingenieure, Berlin 1912, S. 54.
  3. Verein Deutscher Ingenieure (Hrsg.): Mitgliederverzeichnis 1914. Berlin 1914, S. 29.
  4. Die 47ste Hauptversammlung des Vereines deutscher Ingenieure am 11., 12. und 13. Juni 1906 in Berlin. In: Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure. Band 50, Nr. 34, 25. August 1906, S. 1380.
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