Burgruine Lobenstein (Mühlviertel)

Die Burgruine Lobenstein l​iegt bei Oberneukirchen i​m Mühlviertel, Bezirk Urfahr-Umgebung i​n Oberösterreich.

Burgruine Lobenstein
Burgruine Lobenstein heute

Burgruine Lobenstein heute

Staat Österreich (AT)
Ort Oberneukirchen
Entstehungszeit 13. Jahrhundert
Burgentyp Höhenburg
Erhaltungszustand Ruine
Geographische Lage 48° 27′ N, 14° 14′ O
Höhenlage 700 m ü. A.
Burgruine Lobenstein (Oberösterreich)

Lage

Die ehemalige Höhenburg befindet s​ich ca. 212 km südlich v​on Oberneukirchen a​uf einer a​us einer Niederung aufragenden bewaldeten, flachen Hügelkuppe i​n 700 m ü. A. Seehöhe n​ahe den Orten Oberneukirchen u​nd Zwettl an der Rodl.

Geschichte

Lobenstein nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674
Jahr Urkundliche
Bezeichnung[1]
1242 Lobenstain
1264 Lobenstain
1428 Lobenstein
1455 veste Lobenstain

Als Gefolgsleute der hochfreien Griesbacher roden die Herren von Lobenstein zuerst die Gegend von Grünbach, Rauchenödt, Lichtenau und Windhaag. Als Wernher von Griesbach um 1170 die Erbtochter der hochfreien Wilhering-Waxenberger heiratet, übernimmt er damit die Herrschaft Waxenberg und übergibt auch hier seinen Ministerialen Rodungslusse. Die Herren von Lobenstein errichten als Mittelpunkt ihrer Rodungsherrschaft die Burg Lobenstein. Ob schon Sighart I. (urkundlich 1207 und 1217) oder erst sein Sohn Ulrich I. miles (urkundlich 1243 bis 1278) den Bau begonnen haben, lässt sich nicht ermitteln. Durch Ulrich von Lobenstein wurde 1264 die Kirche von Zwettl an der Rodl erbaut. Mit Jans von Lobenstein (urkundlich 1357 bis 1369) stirbt das Geschlecht der Lobensteiner im Mannesstamm aus. Die Herrschaft Lobenstein geht als landesfürstliches Lehen an die Herren von Starhemberg auf Wildberg über. Die Burg Lobenstein ist anfangs Sitz eines eigenen Lobensteiner Pflegers, ab 1534 wird die Herrschaft Lobenstein vom Wildberger Pfleger mitverwaltet und die Burg dem Verfall preisgegeben. Bereits 1562 wurde die Anlage als baufällig bezeichnet. 1499 gehörten zur Herrschaft Lobenstein 127 Untertanen, bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts stieg die Untertanenzahl auf 287. Während der Zeit der Grundherrschaft dient sie armen Untertanen als Unterkunft; Anfang des 20. Jahrhunderts mietet sich Michael Kitzmüller, vulgo Schlossmichl ein, der mit der Reparatur von mechanischen Gegenständen sein Leben fristet und 1920 im Turm beraubt und erdrosselt aufgefunden wird. Die Burg wird zur Ruine. Ab 1971 beginnen Sanierungs- und Erhaltungsarbeiten.

Anlage

Unter den Herren von Lobenstein bestand die Burg Lobenstein lediglich aus einem Berchfrit (südlich) und einem Palas (nördlich) auf dem großen Felsen. Die beiden Gebäude waren durch einen winzigen Innenhof getrennt, von dem aus – nach der Überwindung des Felsens durch eine eingestemmte Holzkonstruktion – der eigentliche Einstieg erfolgte. Nach der (vermuteten) Zerstörung des Palas während der Fehde zwischen den Rosenbergern und den Wallseern in der Mitte des 14. Jahrhunderts – in dieser Zeit stirbt das Geschlecht der Lobensteiner aus – bauen die Herren von Starhemberg den Berchfrit zu einem siebeneckigen Wohnturm aus. Der Berchfrit wird um ein Geschoss erhöht (Innenverstärkung der Wände) und erhält als bekrönenden Abschluss, ein auf Hausteinen liegendes vorkragendes Geschoss, ebenfalls aus Bruchsteinen gemauert. Schon in prähistorischer Zeit war der markante Felsen von einer dreifachen Wallanlage umgeben; auf dem innersten dieser Wälle lassen die Herren von Starhemberg nun eine mit Zinnen versehene Ringmauer errichten. Der nun entstandene Burghof ist durch ein Tor im Norden zugänglich; an die westliche Ringmauer wird ein Wohn- und Stallgebäude angebaut. Wohnturm und Ringmauergebäude haben die Ruinenzeit mehr oder weniger gut überstanden. Heute ist die Burg Lobenstein wieder in einem guten Zustand und bewohnt.

Literatur

  • Karlheinz und Annemarie Burg: Burg und Herrschaft Lobenstein. 1. Auflage 2014, 2. Auflage 2016, ISBN 978-3-9500802-0-9.
  • Herbert Erich Baumert, Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Band 1: Mühlviertel und Linz. Wien 1988, S. 69 f.
  • Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  • Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.
  • Konrad Schiffmann: Historisches Ortsnamen-Lexikon des Landes Oberösterreich. 3 Bände. Jos. Feichtingers Erben, Linz 1935 (Ergänzungsband im Verlag Oldenbourg, München/Berlin 1940).
Commons: Burgruine Lobenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Schiffmann, Ortsnamenlexikon
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.