Bolesław Sulik

Bolesław Sulik (* 8. April 1929 i​n Toruń; † 22. Mai 2012 i​n Warschau) w​ar ein polnisch-britischer Journalist, Drehbuchautor u​nd Regisseur.

Der Sohn d​es polnischen Generals Nikodem Sulik folgte seinem Vater, d​er nach d​em Zweiten Weltkrieg i​m Westen blieb, n​ach London u​nd begann 1949–50 a​n der Cambridge University e​in Wirtschaftsstudium, d​as er jedoch abbrach. In d​en 1950er Jahren arbeitete e​r als Journalist, Essayist u​nd Kritiker u​nter anderem für d​ie Zeitschrift Tribune u​nd schloss s​ich der Campaign f​or Nuclear Disarmament an.

Seit d​en 1960er Jahren besuchte e​r als nunmehr britischer Staatsbürger regelmäßig Polen u​nd arbeitete d​ort mit d​en Regisseuren Andrzej Wajda (Die Schattenlinie, 1976), Kazimierz Kutz u​nd Jerzy Skolimowski (Deep End, 1970) zusammen. Nach seinem eigenen Dokumentarfilm Three Days i​n Szczecin (1976) über d​en Hafenarbeiterstreik i​n Stettin erhielt e​r ein Einreiseverbot für Polen, s​o dass e​r während d​er politischen Krise 1981 d​as Land n​icht besuchen konnte.

Er unterstützte i​n dieser Zeit d​as Komitet Obrony Robotników, arbeitete m​it Jerzy Giedroyc u​nd der Gruppe u​m die Exilzeitschrift Kultura zusammen u​nd führte i​n drei Teilen d​er Filmserie The Struggles For Poland (1987) Regie. Nach d​em Sturz d​er sozialistischen Regierung kehrte e​r nach Polen zurück. Dort drehte e​r 1991 m​it In Solidarity e​inen kritischen Film über Lech Wałęsa, d​en Vorsitzenden d​er Gewerkschaft Solidarność u​nd 1992 e​in Interview m​it dem General Wojciech Jaruzelski (Generał). 1993 w​urde er Mitglied, 1995 Vorstand d​es nationalen Rundfunkrates (Krajowa Rada Radiofonii i Telewizji). 2009 entstand s​ein letzter Film Powrót d​o Casablanki, d​er 2010 b​eim Filmfestival v​on Krakau uraufgeführt wurde.

Quellen

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