Wolfgang E. Burhenne

Wolfgang Ewald Burhenne (* 27. April 1924 i​n Hannover; † 6. Januar 2017 i​n Oelinghoven[1]) w​ar ein deutscher Forstwirt u​nd weltweit tätiger Natur- u​nd Umweltschützer.

Leben

Burhenne w​urde als Sohn d​es Oberregierungsrates Adolf Burhenne u​nd dessen Ehefrau Klara, geb. Ditges, geboren. Nach d​em Besuch d​er Volksschule u​nd des Gymnasiums w​urde er 1941 z​ur Wehrmacht eingezogen. Er w​ar Soldat b​is zur dritten Verwundung i​n Russland, a​n die s​ich ein Lazarettaufenthalt anschloss. 1942 w​urde er i​m Standortlazarett Dachau verhaftet u​nd in d​as KZ Dachau i​n Einzelhaft verbracht, w​eil er KZ-Häftlinge unterstützt u​nd Waffen für d​en Untergrund beschafft hatte. Er b​lieb 37 Monate Häftling i​n Dachau u​nd anderen Lagern. Am 27. April 1945 f​loh er i​n sein Elternhaus n​ach Oberbayern. Anschließend w​urde er d​urch die US-Truppen i​n Bad Reichenhall entlassen u​nd leistete Hilfsdienst b​eim Forstamt i​n Bischofswiesen.

Leistungen

1945 begann er ein Studium der Forstwissenschaft in München und arbeitete bis 1948 als freiberuflicher Berater. 1948 bis zu seinem Rücktritt 1949 war er Referent im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Im selben Jahr wurde er Mitarbeiter im Bayerischen Landwirtschaftsverlag und beriet Mitglieder und Ausschüsse des Bayerischen Landtags. Neben seiner beruflichen Tätigkeit studierte er von 1950 bis 1953 an der Hochschule für Politik München. 1949 war er Mitbegründer der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild, deren Vorstand er seitdem angehörte. 2016 übergab er die Verantwortung dafür an die Deutsche Wildtier Stiftung, unter deren Dach die Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild weiter geführt wird. 1952 gründeten er und andere Umweltschützer die Internationale Alpenkommission (CIPRA).[2] Im selben Jahr war er an den Vorarbeiten zur Gründung der Interparlamentarischen Arbeitsgemeinschaft beteiligt. Seit 1953 agierte er als deren Geschäftsführer, seit 1985 ehrenamtlich. Am 29. April 1961 war er einer der Unterzeichner des Morges-Manifesto, der Gründungsurkunde des WWF.[3] 1968 wurde er von Elisabeth Haub mit der Gründung des Karl-Schmitz-Scholl-Fonds (KSSF) beauftragt.[4] Er war stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates. 1969 war er Mitbegründer des International Council of Environmental Law in Neu-Delhi. Seit der Gründung wurde er alle zwei Jahre als einer der Executive Governors wiedergewählt. Er war auch Mitglied des Beirats der VDI-Kommission Reinhaltung der Luft.[5]

Burhenne war an der Entstehung und Verhandlung zahlreicher umweltvölkerrechtlicher Vereinbarungen beteiligt,[6] so etwa beim Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) oder der Bonner Konvention (CMS). Er war Vorsitzender des Internationalen Rats für Umweltrecht.

Ehrungen und Auszeichnungen

  • Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1973)
  • Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1978)
  • Ehrendoktorwürde der Barkatullah University, Indien (1983)
  • Elizabeth Haub Prize for Environmental Law (1975)
  • Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1987)
  • Ehrendoktorwürde der Pace University New York (1987)
  • Umweltmedaille der "Better World Society" New York (1990)
  • Ehrenmitgliedschaft der IUCN (1990)[7]
  • Umweltpreis der Vereinten Nationen (1991)[8]
  • Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2004)
  • Alpenpreis, für sein Lebenswerk im Dienste des weltweiten Natur- und Umweltschutzes (2011)[9]
  • IUCN: Jefferson Coolidge Memorial Medal (2012)[10]

Literatur

  • Kiss, Alexandre & Burhenne-Guilmin, F. (Hrsg.): A Law for the Environment. Essays in honour of Wolfgang E. Burhenne. Gland, 1994. ISBN 2-8317-0203-8
  • Lausche, Barbara: Weaving a Web of Environmental Law. Erich-Schmidt-Verlag. Berlin, 2008. ISBN 978-3-503-11045-2

Einzelnachweise

  1. wwf.de: Ein Leben für den Artenschutz, 13. Januar 2017.
  2. Wolfgang Burhenne ist 80 (Memento vom 10. Dezember 2012 im Internet Archive)
  3. WWF in the Sixties: http://wwf.panda.org/who_we_are/history/sixties/
  4. Geschichte des KSSF: http://www.elizabeth-haub.com/cms/front_content.php?idcat=6
  5. Friedrich Spiegelberg: Reinhaltung der Luft im Wandel der Zeit. VDI-Verlag, Düsseldorf 1984, ISBN 3-18-419088-9, S. 132.
  6. http://www.cic-wildlife.org/index.php?id=548
  7. Liste der Ehrenmitglieder (PDF-Datei)
  8. http://www.unep.org/sasakawa/winners/wolfgang-guilmin.asp
  9. http://www.cipra.org/de/CIPRA/cipra-deutschland/willkommen_cipra_d/pm-deutscher-alpenpreis-2011_11-11-28.pdf@1@2Vorlage:Toter+Link/www.cipra.org (Seite+nicht+mehr+abrufbar,+Suche+in+Webarchiven) Datei:Pictogram+voting+info.svg Info:+Der+Link+wurde+automatisch+als+defekt+markiert.+Bitte+prüfe+den+Link+gemäß+Anleitung+und+entferne+dann+diesen+Hinweis.+
  10. Hohe internationale Auszeichnung für Dr. Wolfgang Burhenne
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