Wilhelm Ludwig Döring

Wilhelm Ludwig Döring (* 10. Juli 1802 i​n Bochum; † 1. Mai 1877 i​n Düsseldorf) w​ar ein deutscher Mediziner, Naturforscher u​nd Naturaliensammler, d​er von 1831 b​is 1863 i​n Remscheid u​nd zuletzt i​n Düsseldorf wirkte.

Leben

Wilhelm Ludwig Döring w​ar der Sohn d​es Apothekers u​nd ehemaligen Besitzers d​er Rosen-Apotheke i​n Bochum Peter Wilhelm Ludwig Döring (1766–1841) u​nd dessen Ehefrau Helena Christina, geborene Kortum (1770–1839), Tochter d​es Arztes u​nd bekannten Dichters d​er Jobsiade Carl Arnold Kortum (1745–1824) u​nd dessen Ehefrau Helena Margaretha, geborene Ehinger (1744–1825). Seine Schwester Hermina Arnoldine (1799–1890) w​ar mit d​em Apotheker Theodor Löbbecke sen. (1798–1857) verheiratet. Der Apotheker Theodor Löbbecke (1821–1901) w​ar sein Neffe.

Wilhelm Ludwig Döring studierte an der Universität zu Berlin, wurde in Berlin zum Doktor der Medizin und zum Doktor der Chirurgie promoviert und wirkte später von 1831 bis etwa 1863 als Arzt und Sanitätsrat in Remscheid. Von seinem Großvater Carl Arnold Kortum und seinem Vater hatte er eine umfangreiche Bibliothek sowie eine Gemälde- und Naturaliensammlung geerbt, die er pflegte und weiter ausbaute. Er beschäftigte sich mit Moosstudien und konnte bei seinen Aufsammlungen im Bergischen mehrere wissenschaftlich interessante Nachweise erbringen. Sein 1835 veröffentlichtes Rosenbuch (Die Königin der Blumen) stellt eine umfängliche kulturgeschichtliche Arbeit dar, die zur damaligen Zeit in wissenschaftlichen Kreisen Aufmerksamkeit erregte. Den aus Remscheid stammenden Maler Johann Peter Hasenclever regte er zu dem bekannten Bilderzyklus Jobsiade an.[1]

Er w​ar mit seiner a​us Elberfeld stammenden Frau Caroline Friederike (1803–1870), geborene Trabert, verheiratet. Beim Umzug d​er Familie n​ach Düsseldorf i​n der Zeit u​m 1863 übergab e​r seinem Neffen Theodor Löbbecke d​ie umfangreiche u​nd vermutlich s​chon von seinem Großvater angelegte Muschel- u​nd Schneckensammlung, d​ie später d​en Grundstock d​er Sammlungen d​es Löbbecke Museums i​n Düsseldorf bildete.

Wilhelm Ludwig Döring w​ar Ehrenmitglied d​es Apothekervereins i​m Nördlichen Deutschland u​nd wurde a​m 3. August 1835 m​it der Matrikel-Nr. 1406 u​nd dem akademischen Beinamen Kortum i​n die Deutsche Akademie d​er Naturforscher Leopoldina aufgenommen.

Schriften

  • De pelvi eiusque per animantium regnum metamorphosi. Dissertatio Inauguralis Zootomico-Physiologica, Berolini 1824 (Digitalisat)
  • Die Königin der Blumen, oder die höhere Bedeutung der Rose an sich und in Beziehung auf die Gemüthswelt, nach Naturanschauung, Poesie und Geschichte. Ein Beitrag zur tiefern Auffassung und Erkenntniss der Natur überhaupt. Lucas, Elberfeld 1835 (Digitalisat)

Literatur

  • Jan-Peter Frahm & Jens Eggers: Döring, Wilhelm Ludwig (1802–1877). In: Lexikon deutschsprachiger Bryologen, 2001, S. 83 (Digitalisat)
  • Peter Arnold Heuser: Der Naturforscher Theodor Löbbecke. Familie – Leben und Werk. In: Die Heimat spricht zu Dir. Monatsbeilage des Remscheider General-Anzeigers, 9, 48, September 1981 (Digitalisat)
  • Johann Daniel Ferdinand Neigebaur: Geschichte der Kaiserlichen Leopoldino-Carolinischen Deutschen Akademie der Naturforscher während des zweiten Jahrhunderts ihres Bestehens. Friedrich Frommann, Jena 1860, Verzeichniss der Mitglieder der Akademie, nach der Zeitfolge, S. 264 (archive.org).
  • Willi Ule: Geschichte der Kaiserlichen Leopoldinisch-Carolinischen Deutschen Akademie der Naturforscher während der Jahre 1852–1887. Mit einem Rückblick auf die frühere Zeit ihres Bestehens. In Commission bei Wilh. Engelmann in Leipzig, Halle 1889, Nachträge und Ergänzungen zur Geschichte Neigebaur’s, S. 180 (archive.org).

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. Eine umfangreiche Sammlung dieser und weiterer Bilder von Johann Peter Hasenclever (Düsseldorfer Malerschule) befindet sich im Haus Cleff in Remscheid-Hasten.
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