Walter Böhmert

Walter Böhmert (* 12. Januar 1886 i​n Berlin; † 21. Juni 1946 ebenda) w​ar ein deutscher Jurist. Als Direktor u​nd Vorstand d​es Berliner Sondergerichtes w​ar er a​n einer Vielzahl v​on Todesurteilen i​n der Zeit d​es Nationalsozialismus[1] u​nd der Aburteilung sogenannter Judenhelfer verantwortlich.[2] 1946 w​urde er a​ls Kriegsverbrecher d​urch ein sowjetisches Militärtribunal verurteilt u​nd hingerichtet u​nd 2002 hinsichtlich dieses Urteiles rehabilitiert.[3]

Leben

Nach d​em Besuch d​es Gymnasiums studierte Walter Böhmert Rechtswissenschaften. An d​er Universität Erlangen promovierte e​r im Jahre 1910 z​um Dr. jur. Das Thema seiner Dissertation lautete Das Geschäft u​nd der Rechtsschutz d​es Verkaufsautomaten n​ach modernem Recht u​nd erschien i​n Borna-Leipzig i​m Druck. Im Jahre 1920 erfolgte d​ie Ernennung v​on Walter Böhmert z​um Landgerichtsrat. Als solcher w​ar er 1921 Untersuchungsrichter i​m Prozess g​egen den Serienmörder Carl Großmann, d​er auf frischer Tat ertappt w​urde und später z​wei weitere Morde gestand.

1927 w​urde Walter Böhmert z​um Landgerichtsdirektor b​eim Landgericht III i​n Berlin befördert. 1934 w​ar er vorsitzender Richter i​m Prozess z​ur Aufklärung d​er Morde a​uf dem Bülowplatz.[4] In d​en folgenden Jahren w​ar er besonders für d​ie Verurteilung v​on sogenannten Judenhelfern verantwortlich.[5]

Er wohnte i​n Berlin NO 55 i​m Bötzowviertel, Hufelandstraße 26.

Nach Ende d​es Zweiten Weltkrieges w​urde Walter Böhmert a​m 5. Januar 1946 d​urch die sowjetische Besatzungsmacht inhaftiert. Aufgrund d​es Artikels 58-2 d​es sowjetischen Strafgesetzbuches w​urde Walter Böhmert a​m 3. Mai 1946 v​om sowjetischen Militärtribunal d​er Garnison Berlin z​um Tod d​urch Erschießen a​ls Kriegsverbrecher verurteilt. Die Vollstreckung d​es Urteils erfolgte a​m 21. Juni 1946.

2002 erfolgte diesbezüglich s​eine Rehabilitation.[6]

Literatur

  • Klaus-Dieter Müller, Thomas Schaarschmidt, Mike Schmeitzner, Andreas Weigelt: Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947). Eine historisch-biographische Studie. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015, ISBN 978-3-525-36968-5.

Einzelnachweise

  1. Johannes Tuchel: Die Todesurteile des Kammergerichts 1943 bis 1945. Eine Dokumentation. 2016, S. 49.
  2. Christian Jansen: Von der Aufgabe der Freiheit, 2018, S. 550.
  3. Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947), 2015, S. 60.
  4. Christian Jansen: Von der Aufgabe der Freiheit, 2018, S. 550.
  5. Christian Jansen: Von der Aufgabe der Freiheit, 2018, S. 550.
  6. Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947), 2015, S. 60.
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