Victor Carl Gustaf von Taube

Victor Carl Gustaf Freiherr Taube v​on Carlö (* 24. August 1854 i​n Laupa, Estland; † 24. September 1914 i​n Kabbal,[1] Estland) w​ar ein estländischer Gutsbesitzer, Unternehmer s​owie Friedensrichter. Er stammte a​us dem deutsch-schwedisch-baltischen Adelsgeschlecht d​er von Taube (Haus Maidel-Carlö) u​nd erhielt 1908 d​as estländische Indigenat.

Victor Carl Gustaf von Taube

Leben

Victor v​on Taube besuchte zunächst d​ie Ritter- u​nd Domschule z​u Reval u​nd studierte anschließend a​n der Technischen Hochschule i​n Dresden. Von 1874 b​is 1878 setzte e​r sein Studium a​m Politechnikum i​n Riga, d​er heutigen Technischen Universität Riga fort. Er w​urde in Folge d​er Erbschaften Besitzer v​on Gütern i​n Laupa, Odenkat,[2] Kabbal u​nd Ollepa. Das Amt e​ines Kirchspielrichters[3] bekleidete e​r von 1884 b​is 1889. Danach w​urde er 1899 Friedensrichter d​es Pernau-Felliner Kreises u​nd Kirchenvorsteher v​on Pillistfer. Er w​ar der Initiator d​es Baus e​iner Eisenbahnlinie v​on Reval n​ach Fellin u​nd gründete d​ie Estländische Papier & Pappfabrik Turgel.[4]

Familie und Nachkommen

Seine Eltern w​aren Otto Frommhold Taube v​on Carlö (1817–1881) u​nd Luise Annette von Dellingshausen (* 1833). Sein Vater w​ar ein russischer Stabskapitän u​nd Hakenrichter i​n Estland. Victor heiratete 1884 Sophie Charlotte Elise v​on Vietinghoff-Scheel a​us dem Hause Kabbal (1863–1926). Ihr Sohn Gustaf Rikard Otto (1885–1886) verstarb i​m ersten Lebensjahr.

Einzelnachweise

  1. Kabbal im Kirchspiel Pillistfer, Kreis Fellin mois.ee
  2. Gertrud Westermann: Baltisches historisches Ortslexikon – I : Estland (einschliesslich Nordlivland). In: Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hrsg.): Quellen und Studien zur baltischen Geschichte. Band 8/I. Böhlau Verlag, Köln, Wien 1985, ISBN 3-412-07183-8, Odenkat. (702 Seiten). (books.google.de)
  3. Das Kirchspielgericht, bestand aus dem Kirchspielrichter, gewählt auf Versammlungen der aus mehreren Pfarrkirchspielen bestehenden Kirchspielgerichtsbezirke von allen Gutsbesitzern, auch den Predigern, als Vertretern der kirchlichen Widmen, und drei Beisitzern, gewählt von den Richtern aller zum Kirchspiel gehörenden Gemeindegerichten. Das Kirchspielgericht war zugleich in Zivilsachen und Polizei-, Vormundschafts- und Aufsichtsbehörde über die Verwaltung der Landgemeindesachen. Als Aufsichtsbehörde hatte es die Kontrolle der Gemeindeverwaltungen und -beamten. Der Kirchspielrichter revidierte jährlich die Gemeindeverwaltung und hatte die Aufsicht über die Gemeindekassen. In: Staatsrecht des Herzogtums Estland, Jahre 1721 bis 1918 verfassungen.eu, aufgerufen am 9. April 2016.
  4. Estländische Papier & Pappfabrik Turgel books.google.de
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