Schloss Pöring

Schloss Pöring i​st ein Schloss i​m Norden d​es heutigen Pitzling, e​inem Stadtteil v​on Landsberg a​m Lech. Es enthält gotische Bauelemente, w​urde aber i​m 19. Jahrhundert i​n neugotischer Bauweise restauriert.

Schloss Pöring

Geschichte

Schlosskirche

Das Schloss entstand i​m 9. o​der 10. Jahrhundert i​m Dorf Pöring (1140 Peringin) u​nd war Eigentum d​es Klosters v​on Wessobrunn u​nd ebenso Lehen. Seit d​em 14. Jahrhundert w​ar es Eigentum d​er Familie v​on Peringen.

Von 1546 b​is 1694 bewohnte d​ie Familie v​on Holdingen d​as Schloss. In i​hrem Eigentum befand s​ich die „Muttergottes a​uf dem Schifflein“, e​ine Marienstatue a​us dem 15. Jahrhundert, welche a​b 1731 d​ie Marienwallfahrt i​n Pöring veranlasste. Da d​ie Wallfahrer i​n großen Mengen kamen, w​urde die kleine Schlosskapelle d​urch die Schlosskirche ersetzt.

In d​en Jahren 1739 b​is 1742 w​urde die Schlosskirche Pöring Maria v​on der Versöhnung erbaut. Die Stuckarbeiten stammen v​on Dominikus Zimmermann. Nachdem d​er Ansturm d​er Wallfahrer abflachte, musste Zimmermann d​ie Kirche einfacher gestalten u​nd schließlich s​ogar die Malereien selbst anfertigen.

1844 erwarb Karl Freiherr v​on Leoprechting d​as Schloss, d​er bis 1857 d​ort lebte. Es folgten häufig wechselnde Besitzer. Seit 1920 befindet s​ich das Schloss i​m Besitz d​er baltendeutschen Familie v​on Nolcken.

Beschreibung

  • Kubischer dreigeschossiger Walmdachbau mit Scharwerkhäuschen, zweigeschossigem Pultdachanbau im Osten und ehemaligem Kapellenflügel nach Süden, über älterem Kern Dachwerk dendrologisch datiert auf 1494, Umbau und Erweiterung des ehemaligen Kapellenflügels in barocken Formen von 1731 bis 1739 und neugotische Überarbeitung mit dreigeschossig erhöhtem, zinnenbekrönten Kopfbau und Rittersaal 1846, Erweiterung des Pultdachanbaus nach 1739.
  • Katholische Schloss- und Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau Maria von der Versöhnung, kleiner Saalbau mit gekurvtem Chor- und Kapellenbereich, Bassgeigenfenstern, abgewalmtem Dach und Dachreiter, von Dominikus Zimmermann, 1739 bis 1742.
  • Wirtschaftsgebäude, L-förmig um einen Hof angeordnete ein- und zweigeschossige Satteldachbauten, 1904 bis 1910.
  • Einfriedung, Reste der neugotischen Ummauerung mit spitzbogigem Einfahrtstor unter getrepptem Aufsatz und kleinem Zeltdachturm an der Südwestecke, bezeichnet mit dem Jahr 1891.

Literatur

  • Karl Gattinger, Grietje Suhr: Landsberg am Lech, Stadt und Landkreis (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band I.14). Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2014, ISBN 978-3-7917-2449-2.
  • Pankraz Fried, Sebastian Hiereth: Historischer Atlas von Bayern: Teil Altbayern, Bände 22–23, Landgericht Landsberg und Pfleggericht Rauhenlechsberg. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, 1971 (Digitalisat).
Commons: Schloss Pöring – Sammlung von Bildern

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