Scatchard-Diagramm

Der Scatchard-Plot ist neben dem Hill-Diagramm eine Möglichkeit, Enzymaktivität auf Kooperativität zu überprüfen, also die Frage zu beantworten, ob das Enzym nach der Bindung eines ersten Liganden eine höhere oder niedrigere Affinität für weitere Liganden aufweist. (Das Eadie-Hofstee-Diagramm stellt das gleiche mit vertauschten Achsen dar.)

Wenn m​an die Gleichung für d​ie Enzymsättigung

umformt n​ach

erhält m​an die Auftragungsform für d​en Scatchard-Plot. Y i​st hier d​ie Sättigung u​nd [L] d​ie Ligandenkonzentration, K s​teht für d​ie Dissoziationskonstante u​nd Ymax für d​ie maximal mögliche Enzymsättigung. Konzentrationen werden d​abei häufig i​n M = mol/l gemessen, w​obei nM o​der µM typische Größenordnungen sind.

Einige Diagramme. Das Scatchard-Diagramm ist rechts in der Mitte

Form des Graphen

Man erhält n​un eine annähernd lineare Auftragung, b​ei der Y/[L] a​uf der y-Achse u​nd Y a​uf der x-Achse stehen, w​obei -K−1 d​ie Steigung ist.

Informationen, die man aus dem Graphen auslesen kann

  • Im Falle eines nicht-allosterischen Enzyms (die Bindungsstärke hängt nicht von der Zahl der bereits gebundenen Substrat- oder Ligandenmoleküle ab) zeigt das Diagramm einen linearen Abfall.
  • Im Falle eines allosterischen, kooperativ arbeitenden Enzyms erhält man eine nach unten geöffnete Parabel.
  • Im Falle negativer Kooperativität oder nicht-identischer, isolierter Bindungsplätze entsteht ein konkaver Verlauf (rechtsgekrümmt, bzw. zweite Ableitung – so existent – negativ) mit linearem Endast.

Die Steigungen entsprechen h​ier den Affinitäten (-Kd−1 bzw. -Ka).

  • Die Gesamtzahl der Bindungsplätze (aktiven Zentren) ist aus dem Schnittpunkt mit der x-Achse abzulesen.

Siehe auch

Literatur

  • Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Lubert Stryer: Biochemie. 6 Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2007. ISBN 978-3-8274-1800-5.
  • Donald Voet, Judith G. Voet: Biochemistry. 3. Auflage, John Wiley & Sons, New York 2004. ISBN 0-471-19350-X.
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