Sächsischer Weißer Diamant

Als Sächsischer Weißer Diamant w​ird aufgrund seiner Größe u​nd seiner Farblosigkeit e​in knapp 50 Karat schwerer Diamant bezeichnet, d​er sich s​eit 1728 i​n sächsischem Besitz befand. Der a​uch als Sächsischer Weißer o​der Dresdner Weißer bezeichnete Edelstein w​urde in d​ie Epaulette d​er Brilliantgarnitur eingearbeitet. Diese Epaulette w​urde am 25. November 2019 n​eben anderen Schmuckstücken b​eim Dresdner Juwelendiebstahl a​us dem Juwelenzimmer d​es Historischen Grünen Gewölbes gestohlen.

Geschichte und Gemmologische Betrachtung

Der Edelstein wurde im Februar 1728 durch August dem Starken von einem Hamburger Juwelier erstanden. Der Goldschmied André Jacques Pallard fertigte im Auftrag von Augusts Sohn und Nachfolger Friedrich August II. Anfang 1746 ein Kleinod des Ordens vom Goldenen Vlies. In dieses wurden neben dem Sächsischen Weißen auch der bekanntere Dresdner Grüne Diamant eingesetzt. Im Dezember 1768 zerlegte der Prager Juwelier Franz Michael Diespach Pallards Werk, da der junge Kurfürst Friedrich August III. nicht in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen worden war und verwendete einen Teil für die Epaulette. Das Teilstück mit dem Sächsischen Weißen Diamanten wurde neben anderen Teilen des Brillantschmuckes jedoch zur Kreditaufnahme verpfändet, da der Dresdner Hof nach der Niederlage im Siebenjährigen Krieg zur Kontributionszahlung an Preußen gezwungen worden war.[1] Als die verpfändeten Preziosen wieder verfügbar geworden waren, brachte Christian August Globig die Epaulette in die Form, in der sie bis zum 24. November 2019 im Juwelenzimmer des Historischen Grünen Gewölbes zu sehen war.[2] Bei einem Einbruchdiebstahl wurde am 25. November 2019 neben anderen Preziosen auch die Epaulette aus der Brilliantgarnitur mit dem Sächsischen Weißen gestohlen.[3]

Seitdem Pallard d​en Diamanten 1746 i​n das Vlies eingearbeitet hat, g​ab es k​eine Möglichkeit mehr, d​as Gewicht d​es ungefassten Diamanten präzise z​u messen. Daher existieren leicht abweichende Gewichtsangaben v​on 49,71 ct[4] u​nd 49,84 ct.[2]

Der Mineraloge Siegfried Rösch untersuchte i​m April 1925 d​ie Diamanten d​es Grünen Gewölbes u​nd beschrieb d​en Sächsischen Weißen Diamanten später folgendermaßen:

„[…]; bemerkenswert i​st auch d​er Schliff d​es rechteckigen Brillianten (49,71 Karat) […]. Auf d​ie achteckige Tafel d​es ziemlich flachen Steines i​st eine stumpfe vierseitige Pyramide aufgesetzt, welche g​ute Wirkung ausübt[…].“[4]

Literatur

  • Ian Balfour: Famous Diamonds. Antique Collectors Club, 2009, ISBN 978-1-85149-479-8.
  • Dirk Syndram: Die Juwelen der Könige. Deutscher Kunstverlag München Berlin, 2006, ISBN 3-422-06589-X.
  • Robert E. Kane, Shane F. McClure, Joachim Menzhausen: The Legendary Dresden Green Diamond In: Gems & Gemology Band 26, Nr. 4, 1990, ISSN 0016-626X, S. 248–266 (Online als PDF; 2,4 MB).
  • Herbert Tillander: The Saxon Fifty-Carat Diamond – A modified “Peruzzi”. In: The Journal of Gemmology, Band 11, Nr. 3, 1968, ISSN 1355-4565, S. 81–83 (Online als PDF; 2,1 MB).

Einzelnachweise

  1. Dirk Syndram: Die Juwelen der Könige. Deutscher Kunstverlag München Berlin, 2006, ISBN 3-422-06589-X, S. 151.
  2. Dirk Syndram: Die Juwelen der Könige. Deutscher Kunstverlag München Berlin, 2006, ISBN 3-422-06589-X, S. 159.
  3. Einbruch ins Juwelenzimmer am 25.11.2019. In: Website der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. 5. März 2020, abgerufen am 26. April 2020.
  4. Siegfried Rösch: Die Diamanten des Grünen Gewölbes in Dresden. In: Deutsche Goldschmiede-Zeitung. Nr. 11, 1926, S. 114.
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