Rudolf Stern (Mediziner)

Rudolf Stern (* 1895; † 1962) w​ar ein deutscher Arzt.

Familie

Rudolf Stern w​ar Sohn d​es Arztes Richard Stern, e​inem in Breslau bekannten Mediziner u​nd Universitätsprofessor.

Stern n​ahm als Offizier a​m Ersten Weltkrieg t​eil und erhielt d​as Eiserne Kreuz erster u​nd zweiter Klasse, w​urde nach d​em Krieg a​ber zu e​inem überzeugten Pazifisten.

Seit April 1919 w​ar Rudolf Stern m​it Käthe Brieger verheiratet, d​ie eine promovierte Physikerin w​ar und s​ich später a​ls Mathematik-Didaktikerin e​inen Namen machte. Das Paar h​atte zwei Kinder, Tochter Toni u​nd Sohn Fritz. Dieser i​st benannt n​ach seinem Paten Fritz Haber, z​u dem Rudolf Stern e​ine enge Freundschaft pflegte.

Berufliches

Rudolf Stern studierte Medizin und war anschließend von Mai 1921 bis Oktober 1923 unter Herbert Freundlich im Haberschen Institut tätig und arbeitete auf dem Gebiet der Kolloidchemie. Gleichzeitig übertrug Haber ihm die Stelle des Hausarztes, womit Stern seine Tätigkeit als praktizierender Arzt erweiterte. Anschließend wurde er außerordentlicher Professor an der Breslauer Universität. Im Herbst 1925 wurde Stern auf Vorschlag seines Lehrers Oskar Minkowski Privatdozent für innere Medizin in Breslau. 1930 wechselte Rudolf Stern von der Universität zur Poliklinik.

Nach e​iner anderen Quelle w​ar er v​on 1925 b​is 1933 Hochschullehrer a​n der Berliner Universität.[1]

Er emigrierte 1938 i​n die USA u​nd starb d​ort im November 1962.

Beziehung zu Fritz Haber

Rudolf Stern und Fritz Haber trafen sich das erste Mal im Jahre 1913 im Schlosshotel eines Schweizer Kurorts. Im Januar 1921 trafen sie sich in Oberschreiberhau wieder, wo sich Haber in einem Sanatorium aufhielt. Als Dank für Sterns Hilfe bot Haber ihm eine Assistentenstelle in seinem Institut an, welche Stern dann auch annahm. Zwischen Haber und Stern entwickelte sich eine jahrelange enge Freundschaft. Das letzte Treffen zwischen Stern und Haber fand am 29. Januar 1934 statt, am Vorabend von Habers Tod in Basel.

Literatur

Dietrich Stoltzenberg: Fritz Haber: Chemiker, Nobelpreisträger, Deutscher, Jude. Wiley-VCH, Weinheim, 1994, ISBN 3-527-29206-3, S. 378–383.

Einzelnachweise

  1. Nathan Koren: Jewish Physicians. John Wiley & Sons, 1973, ISBN 978-0-706-51269-4, S. 253 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
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