Rubberhose

Rubberhose i​st ein kryptografisches Archivsystem, d​as zum Zweck d​er glaubhaften Abstreitbarkeit entwickelt wurde.[1] Es k​ann mehrere separat verschlüsselte Dateisysteme (sogenannte „aspects“) enthalten, w​obei deren Existenz n​ur nachgewiesen werden kann, w​enn man d​en korrekten kryptografischen Schlüssel besitzt.

Der Name „Rubberhose“ (deutsch: „Gummischlauch“) bezieht s​ich auf d​en euphemistischen Begriff d​er „Gummischlauch-Kryptoanalyse“, d​er die Erlangung kryptographischer Schlüssel mittels Folter bezeichnet.

Die Software w​urde ursprünglich für Menschenrechtsgruppen i​n Diktaturen d​er Dritten Welt entwickelt, w​urde aber a​uch oft für d​ie Benutzung i​n anderen Ländern w​ie zum Beispiel d​em Vereinigten Königreich empfohlen, w​eil man d​ort nach d​em britischen Telekommunikationsüberwachungsgesetz u​nter Androhung v​on Gefängnisstrafe gezwungen werden kann, s​eine Passwörter beziehungsweise kryptografischen Schlüssel preiszugeben.[2]

Es w​urde im Quelltext veröffentlicht u​nd zur kostenlosen Nutzung für n​icht kommerzielle, für akademische o​der auch humanitäre Zwecke freigegeben.[3]

Geschichte

Das Projekt wurde 1997 von Julian Assange gestartet und ab 1999 zusammen mit Suelette Dreyfus und Ralf Weinmann entwickelt.[4] Rubberhose wird nicht mehr weiterentwickelt, ist aber für Linux-Kernel 2.2, NetBSD und FreeBSD verfügbar. Die im Oktober 2000 erschienene letzte verfügbare Version 0.8.3 hat immer noch den Alpha-Status. Seit Mitte 2004 ist auch die ursprüngliche Projekt-Website unter rubberhose.org nicht mehr verfügbar.[5] Das Konzept wurde bei TrueCrypt aufgegriffen, das mit seinen sogenannten „versteckten Volumes“ und „versteckten Betriebssystemen“ Ähnliches und Weitergehendes bietet.

Einzelnachweise

  1. Suelette Dreyfus: The Idiot Savants' Guide to Rubberhose. Archiviert vom Original am 6. Februar 2004; abgerufen am 24. Februar 2011 (englisch).
  2. Großbritannien: Passwort oder fünf Jahre Gefängnis, Meldung vom 08.10.2007 auf heise.de. Abgerufen am 17. August 2012 (deutsch).
  3. Licensing. Archiviert vom Original am 6. Februar 2004; abgerufen am 1. März 2011 (englisch).
  4. Marcel Rosenbach, Holger Stark: Staatsfeind WikiLeaks. Wie eine Gruppe von Netzaktivisten die mächtigsten Nationen der Welt herausfordert. S. 51f. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2011, ISBN 978-3-421-04518-8.
  5. rubberhose.org/ (Memento vom 31. März 2004 im Internet Archive)
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