Robert Freißler

Robert Freißler (* 23. März 1877 i​n Troppau (Opava), Schlesien[1]; † 7. Jänner 1950 i​n Graz) w​ar ein österreichischer Verwaltungsjurist u​nd Deutsch-Nationaler Politiker.

Robert Freißler

Leben

Robert Freißler w​ar der ältere Bruder d​es Schriftstellers u​nd Übersetzers Ernst Wolfgang Freissler. Er studierte Rechtswissenschaften a​n der Universität Wien u​nd promovierte ebendort z​um Dr. iur. Später arbeitete e​r bei d​er Handels- u​nd Gewerbekammer v​on Troppau.[2]

Freißler w​urde 1911 a​ls Abgeordneter d​er Deutschen Volkspartei i​n den österreichischen Reichsrat gewählt. Dort vertrat e​r den Wahlbezirk Schlesien 3, i​n dem u. a. d​ie Stadt Freudenthal l​ag und dessen Bevölkerung überwiegend deutschsprachig war.

Nach d​em Zerfall d​er Habsburgermonarchie w​ar er 1918/1919 deutschnationaler Abgeordneter i​n der Provisorischen Nationalversammlung v​on Deutsch-Österreich. Während dieses Zeitraumes w​ar Freißler z​udem Landeshauptmann d​er am 29. Oktober 1918 ausgerufenen Provinz Sudetenland, d​ie aus d​en mehrheitlich v​on Deutschen bewohnten Teilen v​on Nordmähren u​nd Österreichisch-Schlesien bestand. Die Bezeichnung Sudetenland w​ar damals l​aut Johann Wolfgang Brügel e​ine „Verlegenheitslösung“, Freißler h​atte stattdessen für d​en stärker i​n regionalen Traditionen verwurzelten Namen „Altvaterland“ plädiert.[3] Das Gebiet w​urde Anfang 1919 v​on tschechoslowakischen Truppen eingenommen u​nd im Vertrag v​on Saint-Germain d​er Tschechoslowakei zugeordnet.

Einzelnachweise

  1. digi.archives.cz – Taufbuch Troppau (Opava), Schlesien, 1873–1882, Seite 296, 1. Zeile
  2. Wilhelm Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert, Band 9: Fischer-Abendroth-Fries, S. 385. (eingeschränkte Vorschau bei Google Book Search).
  3. Tobias Weger: „Volkstumskampf“ ohne Ende? Sudetendeutsche Organisationen, 1945–1955. S. 46. (eingeschränkte Vorschau bei Google Book Search).
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