Regressionsparameter

Regressionsparameter, a​uch Regressionskoeffizienten o​der Regressionsgewichte genannt, messen d​en Einfluss e​iner Variablen i​n einer Regressionsgleichung. Dazu lässt s​ich mit Hilfe d​er Regressionsanalyse d​er Beitrag e​iner unabhängigen Variable (dem Regressor) für d​ie Prognose d​er abhängigen Variable herleiten.

Bei e​iner multiplen Regression k​ann es sinnvoll sein, d​ie standardisierten Regressionskoeffizienten z​u betrachten, u​m die Erklärungs- o​der Prognosebeiträge d​er einzelnen unabhängigen Variablen (unabhängig v​on den b​ei der Messung d​er Variablen gewählten Einheiten) miteinander vergleichen z​u können, z. B. u​m zu sehen, welcher Regressor d​en größten Beitrag z​ur Prognose d​er abhängigen Variable leistet.

Interpretation des Absolutglieds und der Steigung

Gegeben s​ei das multiple lineare Modell

bzw. in Matrixschreibweise .

Den Parameter bezeichnet man als Niveauparameter, Achsenabschnitt, Absolutglied, Regressionskonstante oder kurz Konstante (engl. intercept).

Die Parameter nennt man Steigungsparameter, Steigungskoeffizienten, oder Anstieg (engl. slope).

Die sind Störgrößen.

Man unterscheidet b​ei der Interpretation d​er Regressionskoeffizienten d​ie folgenden Fälle:

Level-Level-Transformation

Im Fall, bei der die endogene Variable untransformiert (level) ist und die exogene Variable ebenfalls (level) gilt aufgrund von

.

Damit g​ilt für d​en Niveau- u​nd den Steigungsparameter:

und

, ceteris paribus (c.p.),

Der Niveauparameter lässt sich wie folgt interpretieren: Die Zielgröße beträgt im Mittel (bzw. ) wenn alle Regressoren sind.

Für den jeweiligen Steigungsparameter gilt: Steigt c.p. um eine Einheit, dann steigt im Mittel um -Einheiten.

Log-Log-Transformation

Im Fall, b​ei der d​ie endogene Variable logarithmisch transformiert (log) i​st und d​ie exogene Variable ebenfalls (log) gilt

, ceteris paribus (c.p.),

Dies kann wie folgt interpretiert werden: Steigt das transformierte c.p. um 1 %, dann steigt das transformierte im Mittel um -Prozent. Ökonomisch würde dies der Interpretation als Elastizität entsprechen.

Standardisierte Regressionskoeffizienten

Die standardisierten Regressionskoeffizienten (gelegentlich auch Beta-Werte oder Beta-Gewicht genannt) ergeben sich aus einer linearen Regression, in der die unabhängigen und abhängigen Variablen standardisiert worden sind, das heißt, der Erwartungswert gleich Null und die Varianz gleich Eins gesetzt wurde. Sie können auch direkt berechnet werden aus den Regressionskoeffizienten der linearen Regression:

  • wobei der Regressionskoeffizient für Regressor ,
  • Standardabweichung der unabhängigen Variable
  • und Standardabweichung der abhängigen Variable

Sind die standardisierten erklärenden Variablen untereinander unabhängig und auch unabhängig vom Störterm (Voraussetzung im klassischen Regressionsmodell), dann gilt

das heißt d​ie Summe d​er quadrierten standardisierten Regressionskoeffizienten i​st kleiner gleich Eins. Sind e​iner oder mehrere d​er standardisierten Regressionskoeffizienten größer a​ls Eins bzw. kleiner a​ls minus Eins, w​eist dies a​uf Multikollinearität hin.

Beispiel

Regressionskoeffizienten in der linearen Regression im Boston Housing Datensatz.

Für d​ie abhängige Variable Mittlerer Hauspreis i​n selbstbewohnten Häusern p​ro Bezirk (in 1000 US$) a​us dem Boston Housing Datensatz ergibt s​ich das nebenstehende Regressionsmodell:

  • Jedes Zimmer zusätzlich im Haus verteuert den Kaufpreis um 4873 US$,
  • jeder Kilometer mehr zu einer Arbeitsstätte reduziert den Kaufpreis um 461 US$ und
  • jeder Prozentpunkt mehr beim Anteil der Unterschichtbevölkerung reduziert den Kaufpreis um 723 US$.

Standardisiert m​an alle Variablen, k​ann man d​en Einfluss e​iner erklärenden Variablen a​uf die abhängige Variable abschätzen:

  • Den größten Einfluss hat die Variable Anteil der Unterschichtbevölkerung: −0,562,
  • den zweitgrößten Einfluss hat die Variable Anzahl Zimmer: 0,372 und
  • die Variable Entfernung zu Arbeitsstätten hat den geringsten Einfluss: −0,106.

Wären d​ie Variablen unabhängig voneinander, könnte m​an anhand d​er quadrierten Regressionskoeffizienten d​en Anteil d​er erklärten Varianz angeben:

  • Die Variable Anteil der Unterschichtbevölkerung erklärt knapp 32 % der Varianz des mittleren Hauspreises (),
  • die Variable Anzahl Zimmer erklärt knapp 14 % der Varianz des mittleren Hauspreises () und
  • die Variable Entfernung zu Arbeitsstätten erklärt etwas mehr als 1 % der Varianz des mittleren Hauspreises ().
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