Rathaus Stolberg (Harz)

Das Rathaus v​on Stolberg i​st ein Baudenkmal i​n der Gemeinde Südharz i​m Landkreis Mansfeld-Südharz i​n Sachsen-Anhalt.

Stolberg i​st eine Kleinstadt i​m Harz, d​ie aus e​iner Bergmannssiedlung entstanden s​ein soll. Sie erlangte v​or dem Jahr 1300 d​as Stadtrecht.[1] In d​en Jahren 1452 b​is 1454 erhielt d​ie Stadt d​as heutige Rathaus, welches i​n den Jahren 1480 b​is 1482 u​m zwei Fachwerkgeschosse erhöht wurde. Umbauten i​n den Jahren 1600 (gotische Fenster d​urch Renaissancefenster ersetzt) u​nd 1639 (Veränderungen i​m Innern) s​owie Anfang d​es 19. Jahrhunderts (Erdgeschoss i​nnen umgebaut) veränderten d​en äußeren Gesamteindruck w​ohl nur i​n geringem Maße. Im Jahr 1724 w​urde eine Sonnenuhr m​it dem Wappen Stolbergs s​owie barocke Stuckrahmen m​it Innungszeichen a​n der Fassade ergänzt. Diese Innungszeichen wurden i​m Jahr 1968 vereinfacht erneuert.[2]

Das Rathaus steht unter Denkmalschutz und ist mit der Erfassungsnummer 094 30303 im Denkmalverzeichnis eingetragen.[3] Die Größe des Bauwerkes zeugt davon, dass die Stadt einst sehr viel mehr Einwohner hatte als heute.[4] Markant ist der zweifache Knick in der Fassade, der sich an die Straße anpasst, sowie das steile, überkragende Satteldach. Die Obergeschosse sind nur von außen über eine Treppe zugänglich, die rechts an dem Gebäude vorbei zur Stadtkirche hinauf führt.[2] So ersparte man sich beim Ausbau ein eigenes Treppenhaus. Als größte Besonderheit gilt die Anpassung der Architektur an den Kalender. Es soll 12 Türen (=Monate), 52 Fenster (=Wochen) und 365 Fensterscheiben besitzen. Diese Zahlen werden heute aber nicht mehr eingehalten. So sollen es mittlerweile 366 Fenster sein.[5] Im Untergeschoss befindet sich der Ratskeller, in den Obergeschossen die Stadtverwaltung. Vor dem Gebäude steht seit dem Jahr 1989 ein Denkmal für den hier um 1489 geborenen Thomas Müntzer.[6]

Literatur

  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen Anhalt II. Regierungsbezirke Dessau und Halle. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4.
  • Norbert Eisold, Edeltraud Lautsch: Sachsen-Anhalt (DuMont Kunst-Reiseführer), 2. Auflage, DuMont Buchverlag 2000.
  • Marianne Mehling: Knaurs Kulturführer in Farbe. Sachsen-Anhalt, Augsburg 1998, ISBN 3-8289-0700-8.
  • Berent Schwineköper, Albrecht Timm: Stolberg. In: Berent Schwineköper (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 11: Provinz Sachsen Anhalt (= Kröners Taschenausgabe. Band 314). 2., überarbeitete und ergänzte Auflage. Kröner, Stuttgart 1987, ISBN 3-520-31402-9, S. 453–455.
  • Klaus Werner, Peter Höh, Christine Jaath: Ostharz mit Kyffhäuser (=Der Harz in 2 Bänden; 2), 2. Auflage, Bielefeld 1996, ISBN 3-89416-228-7.
Commons: Rathaus Stolberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Dehio, S. 800.
  2. Dehio, S. 806.
  3. Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt (PDF; 9,9 MB) – Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung (der Abgeordneten Olaf Meister und Prof. Dr. Claudia Dalbert; Bündnis 90/Die Grünen) – Drucksache 6/3905 vom 19. März 2015 (KA 6/8670).
  4. Timm/Schwineköper, S. 454. Man geht von 3.000 für das 15. Jahrhundert aus. Heute (Stand 2009) sind es um die 1.200.
  5. Werner/Höh/Jaath, S. 88; Mehling, S. 236.
  6. Eisold/Lautsch, S. 197.

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