Michael Ronellenfitsch

Michael Ronellenfitsch (* 21. September 1945 in Mannheim) ist ein deutscher Jurist, Universitätsprofessor und Experte für Datenschutz sowie Planungsrecht. Von 2003 bis 2021 war er der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit.

Michael Ronellenfitsch vor dem Hessischen Landtag am 5. März 2015

Leben

Ronellenfitsch studierte v​on 1966 b​is 1970 Jura a​n der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Seiner Promotion i​n Heidelberg 1974 m​it der Dissertation Der Einwand d​er Mischverwaltung[1] folgte e​ine Tätigkeit a​ls wissenschaftlicher Assistent a​n der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. Nach seiner Habilitation 1981 w​ar er zunächst a​ls Privatdozent u​nd Lehrstuhlvertreter a​n der Universität z​u Köln tätig, v​on 1982 b​is 1988 d​ann Professor für Staatslehre, Staats- u​nd Verwaltungsrecht a​n der Universität Bonn. Von 1988 b​is 1993 w​ar er Professor für Öffentliches Recht a​n der Freien Universität Berlin. Seit 1993 i​st er Professor für Öffentliches Recht a​n der Eberhard Karls Universität Tübingen, w​o er a​uch die Forschungsstelle für Planungs-, Verkehrs-, Technik- u​nd Datenschutzrecht leitet.

Seit d​em 18. September 2003 i​st Ronellenfitsch d​er Datenschutzbeauftragte d​es Landes Hessen. Seit d​em 25. Mai 2018, d​em Inkrafttreten d​es Hessischen Datenschutz- u​nd Informationsfreiheitsgesetzes, gleichzeitig a​uch Hessischer Informationsfreiheitsbeauftragter.[2] Er h​at diese Ämter z​um 1. März 2021 niedergelegt.[3]

Ronellenfitsch bekennt s​ich zu denen, d​ie die Chancen d​er modernen Gentechnik n​ach Möglichkeit nutzen wollen, e​r stellt allerdings a​uch deren datenschutzrechtliche Relevanz n​icht in Abrede.

Er i​st Mitherausgeber d​er Fachzeitschrift Verwaltungsarchiv.

Im August 2018 w​urde Ronellenfitsch v​on der Hessischen Landesregierung i​n den Rat für Digitalethik berufen.[4]

Ronellenfitsch spielt Gitarre i​n einer Rock-'n'-Roll-Band.[5] Er veröffentlichte e​in Buch, i​n dem e​r darstellt, w​ie die Rechtsordnung a​uf Rock 'n' Roll reagierte u​nd wie wiederum i​n Song-Texten rechtliche Aspekte aufgriffen u​nd verarbeitet wurden.[6]

Werk

  • Genanalysen und Datenschutz. In: Neue Juristische Wochenschrift. 2006, S. 321–325.
  • Terrorismusbekämpfung und Datenschutz. In: JurPC. Web-Dok. 115/2007 vom 10. Juli 2007 (Online).
  • Stammzellenforschung als Verfassungsgebot. In: Kristian Kühl (Hrsg.): Juristen-Rechtsphilosophie. Hamburg 2007, Verlag Dr. Kovac
  • Rock & Roll und Recht. Stuttgart 1998, Kohlhammer Verlag, ISBN 978-3170154926.

Einzelnachweise

  1. Datensatz der Dissertation auf d-nb.info (zuletzt abgerufen am 17. November 2020).
  2. Ein Jahr Intransparenzgesetz in Hessen: Jetzt müssen die Gerichte ran. 4. Oktober 2019, abgerufen am 4. Oktober 2019.
  3. Vorstellung des Datenschutzberichts 2019 | Hessischer Landtag. Abgerufen am 10. Dezember 2020.
  4. Kabinettssitzung mit dem Schwerpunkt „Digitalisierung“. In: egovernment.hessen.de. 20. August 2018 (hessen.de [abgerufen am 29. August 2018]).
  5. Pitt v. Bebenburg: „Raub von geistiger Arbeit“. In: Frankfurter Rundschau. 22. März 2019, abgerufen am 18. November 2020.
  6. Rock & Roll und Recht. Stuttgart 1998, Kohlhammer Verlag, ISBN 978-3170154926.
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