Michael Franz Haas

Michael Franz Haas (geboren a​m 7. Jänner 1906 i​n Wien; gestorben a​m 10. Dezember 1942 ebenda) w​ar ein österreichischer Widerstandskämpfer, d​er wegen „Vorbereitung z​um Hochverrat“ hingerichtet wurde.

Leben

Haas arbeitete a​ls Maschinenschlosser i​n Wien u​nd betätigte s​ich als Kassier für d​ie Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ), d​ie sich i​n der Zeit d​es Nationalsozialismus a​ktiv am Widerstand g​egen das nationalsozialistische Regime beteiligte. Von 1939 b​is Anfang 1941 absolvierte Haas seinen Militärdienst i​n der Wehrmacht. Am 28. Juli 1941 w​urde er verhaftet u​nd gemeinsam m​it Edmund Dobesberger, Karl Hodac, Otto Mikeschka u​nd Johann Sebesta a​m 25. September 1942 v​om Volksgerichtshof z​um Tode verurteilt. Das Urteil w​urde am 10. Dezember 1942 i​n der Hinrichtungsstätte d​es Landesgerichts I i​n Wien vollstreckt.[1][2]

Haas w​ar seit November 1938 m​it seiner Kusine Franziska (geborene Laube) verheiratet u​nd hatte m​it ihr e​inen Sohn Michel (Michael), d​er am 11. Jänner 1942 i​n der Untersuchungshaft i​m Inquisitenspital geboren wurde.[3] Haas h​atte seine Kusine i​n die kommunistische Bewegung eingeführt i​n der s​ich beide b​is zu i​hrer Verhaftung engagierten.

Franziska Haas

Franziska Haas (* 11. September 1906; † September 1983) war die Tochter des Eisengießers Franz Laube und dessen Frau Anna (geborene Kasena). Sie hatte nach der Schulausbildung Weißnäherei gelernt und zwei Jahre lang die gewerbliche Fortbildungsschule besucht. Aus gesundheitlichen gründen musste sie diesen Beruf aufgeben, nahm unterschiedliche Stellungen an und war über einen längeren Zeitraum arbeitslos. Sie war Mitglied einer sozialdemokratischen Jugendorganisation. Von September 1937 bis Juni 1938 war sie als Haushaltshilfe in England angestellt und heiratete am 1. November 1938 ihren Vetter Michael Haas. Sie fungierte als Verbindungsfrau zwischen Leopold Blauensteiner, Mathilde Grüller und ihrem Mann.[4] Sie wurde am 31. Juli 1941 von der Gestapo Wien, kurz nach der Verhaftung ihres Mannes, wegen „kommunistischer Betätigung“ erkennungsdienstlich erfasst und am 28. Mai 1942 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu 8 Jahren im Frauenzuchthaus Aichach verurteilt worden. Sie wurde nach dem Ende des Krieges entlassen.[5]

Literatur

  • Lisl Rizy, Willi Weinert (Hrsg.): „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer Widerstandskämpfer und Widerstandskämpferinnen aus der Haft. Band 1: Andersch–Haiden. Stern Verlag, Wien 2016, ISBN 978-3-9502478-4-8, S. 546.

Einzelnachweise

  1. Haas Michael Franz doew.at.
  2. Unsterbliche Opfer: Zum 70. Todestag. In: Mahnruf. 7, 2012, S. 12 (webnode.at PDF).
  3. Franziska Haas: Es geht schon so viel in Vergessenheit doew.at.
  4. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Franziska Haas – Urteil des OLG Wien, 1942. (doew.at PDF).
  5. Haas Franziska doew.at.
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